Tuttosport
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Ceccarelli tanzt Ascoli schwindlig - Yuventus feiert 3:0-Auswärtssieg

Ein lauer Märzabend in Ascoli, 36.000 Zuschauer, Flutlichtatmosphäre - und ein Heimteam, das sich vornahm, "endlich mal wieder einen Großen zu ärgern". Am Ende ärgerte sich allerdings nur der FC Ascoli selbst: Yuventus Turin siegte abgeklärt mit 3:0, und nach 90 Minuten war klar, warum die Gäste derzeit als eiskalte Effizienzmaschine durch die Liga rollen.

Schon die achte Minute brachte den ersten Stich ins Herz der Ascolaner: Marco Ceccarelli, der flinke Linksaußen mit der Präzision eines Uhrwerks, vollendete nach Vorarbeit von Loris Gallo zum 0:1. "Ich hab’ einfach draufgehalten, der Ball wollte wohl rein", grinste Ceccarelli später, als wüsste er nicht, dass seine Schüsse selten etwas anderes wollen.

Ascoli wollte reagieren, und tatsächlich hatten sie den Ball - sogar mehr als die Gäste, 56 Prozent Ballbesitz sprechen für sich. Doch was hilft das, wenn man damit nicht weiß, wohin? "Wir haben viel gespielt, aber wenig Fußball", murmelte ein enttäuschter Dirk Nagel nach dem Abpfiff. Nach vorn kam zu selten etwas, und wenn, dann fehlte die letzte Überzeugung. Giuseppe Casole Bruzio scheiterte dreimal am glänzend reagierenden Marco Talao im Tor der Turiner, einmal sogar per artistischem Seitfallzieher - der Keeper fischte den Ball seelenruhig aus dem Winkel, als hätte er gerade eine Fliege erschlagen.

Yuventus dagegen spielte mit einer fast schon beleidigenden Ruhe. Trainer Kevin Mirabella stand meist mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, wirkte, als hätte er alles schon einmal gesehen. "Wir wussten, dass sie viel laufen würden. Wir haben sie halt laufen lassen", sagte er trocken. Und so kam es, wie es kommen musste: In der 51. Minute schlug Ceccarelli erneut zu, diesmal nach einer Ecke, die Innenverteidiger Thierry Amyot verlängerte. 0:2, die Messe war gelesen.

Ascoli wechselte, kämpfte, rannte. Doch dann kam auch noch Pech dazu: Rechtsverteidiger Ebbe Svendsen verletzte sich kurz vor der Pause, musste raus - Miguel Gama ersetzte ihn, konnte aber keine Stabilität bringen. In der 58. Minute verpasste Xabi Prieto den Anschlusstreffer, freistehend aus zwölf Metern - ein Schuss, der vermutlich noch immer unterwegs ist.

Die Gäste dagegen blieben eiskalt. In der 70. Minute krönte Routinier Gabriele Belcastro seinen Auftritt mit dem 0:3, nach Vorarbeit - schon wieder - von Amyot. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Belcastro mit einem breiten Grinsen, "aber wenn der Ball ins Eck fällt, beschwert sich keiner." Nein, sicher nicht.

Die Statistik sprach nach Spielende eine kuriose Sprache: Mehr Schüsse für Ascoli? Nein, aber mehr Ballbesitz und fast identische Zweikampfwerte (49 zu 51 Prozent). Nur eben drei Tore weniger. "Das ist Fußball in seiner grausamsten Form", meinte Ascolis Mittelfeldmann Fritjof Gade, während er mit gesenktem Kopf in den Kabinengang trottete.

Auch die Gelbe Karte gegen Yuventus’ Miguel Delgado in der 49. Minute passte ins Bild: ein taktisches Foul, das den Spielfluss stoppte - clever, nicht dreckig. Ascoli hätte sich ein bisschen mehr von dieser Unverschämtheit gewünscht.

Die Zuschauer quittierten das Geschehen mit höflichem Applaus. Einige Kinder hielten Ceccarelli-Trikots hoch, als dieser beim Abgang seinen zweiten Ball des Abends in die Menge kickte. Der Mann des Spiels, keine Frage. "Wenn er so weitermacht, braucht er bald eine eigene Torversicherung", witzelte Mirabella.

Für Ascoli bleibt die bittere Erkenntnis, dass man zwar hübsch kombinieren, aber nicht treffen kann. Für Yuventus hingegen war es ein Arbeitssieg mit Luxusmomenten - kein Feuerwerk, aber ein Statement.

Oder wie es Ceccarelli selbst in der Mixed Zone formulierte: "Manchmal reicht’s, wenn man einfach den Ball öfter ins Tor schießt als der andere." So einfach kann Fußball sein.

Und während die Flutlichter im Stadio Del Duca langsam verlöschten, blieb den Heimfans nur ein Gedanke: Vielleicht sollte man beim nächsten Mal einfach Ceccarelli markieren. Oder gleich verpflichten.

31.01.643994 16:32
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