Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Catania wacht zu spät auf - Bologna siegt dank Di Carlo-Doppelpack

Ein lauer Freitagabend auf Sizilien, 20:30 Uhr, Flutlicht im Stadio Angelo Massimino, 32.000 Zuschauer - und ein Spiel, das erst nach 90 Minuten wirklich heiß wurde. Am Ende triumphierte AS Bologna mit 2:1 (2:0) über Gastgeber AS Catania, weil Gianluigi Di Carlo in der ersten Halbzeit gleich zweimal zuschlug und Catania zu spät merkte, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Catania, offensiv eingestellt, ließ den Ball laufen, als wäre er ein alter Freund, den man endlich wiedergefunden hat. 54 Prozent Ballbesitz, Passquote zum Niederknien - nur das Tor wollte einfach nicht mitspielen. Gaetano Aiello prüfte Bolognas Keeper in der zweiten Minute, doch der Ball klatschte unromantisch gegen die Handschuhe statt ins Netz.

Dann kam Bologna. Und wie. In der 19. Minute rollte ein Angriff über den linken Flügel: Sebastian Nagel flitzte an der Linie entlang, flankte in die Mitte, und Di Carlo traf trocken - 0:1. Nur zwei Minuten später dasselbe Lied, andere Melodie: Ludvig Jensen flankte von rechts, Di Carlo stand goldrichtig, köpfte ein, 0:2. Zwei Chancen, zwei Tore - Effizienz in Reinform. Catanias Torwart Brandon Gady schüttelte nur den Kopf. "Ich hab’ die Flugbahn gesehen - und gehofft, sie ändert sich noch", sagte er hinterher mit einem gequälten Lächeln.

Catania reagierte - zumindest emotional. Juan Allegri, der linke Mittelfeldmann, sah in der 12. Minute Gelb, weil er offenbar dachte, ein beherztes Einsteigen könne das Spiel kippen. Tat es aber nicht. Stattdessen drohte Bologna kurz vor der Pause sogar das dritte Tor, als Jensen erneut abzog - knapp vorbei.

Trainer Ferdinand Mayer wirkte an der Seitenlinie erstaunlich ruhig. "Wir wussten, dass Catania viel Ballbesitz haben würde. Aber Ballbesitz ist wie eine Tasse Espresso - nett, aber nicht sättigend", grinste der Bologna-Coach anschließend.

Nach der Pause dann das Aufbäumen der Sizilianer. Schon in der 48. Minute brandete Jubel auf: Linksverteidiger Janis Beier, sonst eher Mann für die rustikale Seitenlinie, schlich sich nach vorne und traf nach Vorlage von Allegri aus spitzem Winkel - 1:2. Ein Tor, das man so nicht jeden Tag sieht. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Beier später offen zu, "aber wenn er drin ist, sag ich natürlich, das war Absicht."

Catania drückte, kombinierte, spielte Bologna phasenweise schwindelig. Zwischen der 48. und 55. Minute feuerte die Heimmannschaft gleich mehrere Torschüsse ab - allein, der Ausgleich wollte nicht fallen. Papasidero aus der Distanz, Poli aus der Drehung, Aiello mit dem Kopf - alles schön anzusehen, aber erfolglos.

Bologna hatte sich inzwischen tief eingegraben und lauerte auf Konter. In der 59. Minute wechselte Mayer den ausgepumpten Daniel Marcel aus, brachte Nuno Xavier - frische Beine für müde Minuten. Kurz darauf folgten weitere Wechsel, unter anderem kam der erfahrene Sebastiano Castroregio, der dem Spiel mit seiner Routine ein wenig Ruhe verlieh - und sich prompt in der 86. Minute noch einen Torschuss gönnte.

Catania dagegen rannte an, als gäbe es Bonuspunkte für Ballkontakte. Doch Bolognas Abwehrchef Stephan Burkhardt hielt den Laden mit viel Übersicht zusammen - auch wenn er sich in der 65. Minute eine Gelbe Karte abholte. "Der Schiri meinte, das war taktisch. Ich nenne es aufmerksam", kommentierte Burkhardt mit einem Augenzwinkern.

Die Schlussphase war ein Abbild des gesamten Spiels: Catania mit dem Ball, Bologna mit dem Ergebnis. In der 80. Minute hatte Giacomo Poli noch eine Großchance, doch Bolognas Torhüter Enrico Satriano, der nach einer leichten Blessur seines Kollegen übernommen hatte, rettete spektakulär.

Nach 94 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, und man hörte sowohl Erleichterung als auch Frust durchs Stadion wehen. "Wir haben das Spiel in 20 Minuten verloren", knurrte Catanias Kapitän Beier. "Danach waren wir das bessere Team - aber das hilft jetzt auch keinem mehr."

Am Ende spricht die Statistik eine eigene Sprache: 7:13 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz für Catania, aber 2:1 Tore für Bologna. Fußball eben - kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Ergebnissport.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es beim Rausgehen auf den Punkt: "Wir haben das Spiel gemacht, die Tore aber verschenkt. Wie Weihnachten ohne Geschenke." Und während Bologna jubelnd in die Katakomben verschwand, blieben die Sizilianer mit der bittersüßen Erkenntnis zurück: Wer zweimal pennt, gewinnt selten.

Kurz gesagt: Bologna clever, Catania charmant - aber am Ende zählt nur das, was auf der Anzeigetafel steht. 1:2.

27.10.643990 13:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir müssen vor dem Tor einfach cooler sein, einfach heißer.
Thomas Doll
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager