Tuttosport
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Cagliari dreht das Spiel spät - Pisa verzweifelt an der Sardinischen Wand

Es war einer dieser Abende auf Sardinien, an denen der Wind vom Meer kommt und die Pässe unberechenbar macht, aber das Herz der Heimfans umso heißer schlagen lässt. 32.000 Zuschauer im Stadion von Cagliari sahen am 9. Spieltag der Serie A ein Duell, das zunächst nach einer ruhigen Mittelmeer-Idylle aussah - und dann zum dramatischen Wellengang wurde. Am Ende jubelte der FC Cagliari über ein 2:1 gegen AS Pisa, das in der 89. Minute entschieden wurde.

Dabei hatte alles so gut für die Gäste begonnen. Schon in der 8. Minute brachte der 19-jährige Marcello Bruno Pisa in Führung. Ein Schuss, so präzise wie ein mathematischer Beweis - und ebenso emotionslos gefeiert. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Bruno nach dem Spiel und fügte verschmitzt hinzu: "Aber wenn’s drin ist, sag ich natürlich, das war Absicht."

Cagliari wirkte kurz geschockt. Die Defensive stand, wie man so schön sagt, "luftig", und der Ball lief bei Pisa geschmeidig durch die Reihen. Doch mit fortschreitender Spielzeit drehte der Gastgeber auf: 15 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz, und ein steigender Puls im gesamten Stadion. Besonders der junge Salvatore Furlan prüfte Pisas Keeper Lazaros Ioannou (der zur Halbzeit für den 17-jährigen Lukas Hradecky kam) mehrfach aufs Härteste.

Trainer Bembel Macher von Pisa, ohnehin ein Freund kerniger Worte, schimpfte an der Seitenlinie wie ein sizilianischer Markthändler. "Wenn wir so verteidigen, können wir gleich Postkarten aus Cagliari schicken", brüllte er in Richtung seiner Abwehr, nachdem Gianni Caloveto in Minute 16 seine Gelbe Karte kassierte. Drei Verwarnungen für Pisa insgesamt - und jede davon ein kleiner Beweis, dass "stark aggressiv" im Taktikplan nicht immer eine gute Idee ist.

Cagliari blieb trotz Rückstand geduldig. Trainerstimmen waren offiziell keine überliefert, aber man konnte auf der Tribüne hören, wie jemand aus dem Betreuerstab rief: "Weiter, Jungs, irgendwann fällt er!" - und er fiel. In der 73. Minute war es ausgerechnet der Rechtsverteidiger Giacomo Montegiordano, der nach Vorlage von Louis Weise den Ball unter die Latte jagte. Kein Zufall: Weise hatte schon zuvor mit zwei wuchtigen Schüssen (54. und 87. Minute) die Richtung vorgegeben. "Ich hab gesehen, dass Giacomo frei war, und dachte: Wenn er den verhaut, red ich nie wieder mit ihm", lachte Weise später.

Der Ausgleich brachte das Stadion zum Kochen. Pisa, bislang kontrolliert offensiv, verlor plötzlich die Ordnung. Der eingewechselte Olaf Fischer, der in der 61. Minute für den verletzten Jannik Schenk kam, brachte frischen Wind - oder eher einen Sturm. Acht Minuten vor Schluss hatte er noch eine Großchance vergeben, doch in der 89. Minute machte er alles richtig. Nach einem Pass von Georges Doucet drosch er den Ball flach ins lange Eck - 2:1!

Was folgte, war ein einziges Tohuwabohu: Der Schiedsrichter musste Montegiordano noch mit Gelb beruhigen (74.), Pisa-Coach Macher trat vor Wut beinahe seine Trinkflasche durch die Coaching-Zone, und Cagliaris Torwart Emanuele Rossano umarmte jeden, der ihm in den Weg kam - inklusive eines verdutzten Balljungen.

"Das war ein Sieg des Glaubens", sagte Cagliaris Kapitän Lorenzo Scalea nach dem Abpfiff. "Wir wussten, dass Pisa stark kommt, aber am Ende wollte keiner von uns als Erster aufhören zu rennen." Die Statistik gab ihm recht: Cagliari gewann 54 Prozent der Zweikämpfe, und genau diese kleinen Prozentpunkte machten am Ende den Unterschied.

Pisas Trainer Macher hingegen suchte Trost im Sarkasmus: "Wir haben 20 gute Minuten gespielt - schade, dass das Spiel 90 dauert." Sein Team hatte immerhin fünf Torschüsse, aber nach dem frühen Treffer von Bruno fehlte die Durchschlagskraft.

Als die Sonne über dem Mittelmeer unterging und die Flutlichter langsam ausgingen, blieb das Gefühl, ein klassisches Cagliari-Spiel gesehen zu haben: Zäh, emotional, unberechenbar. Die Fans sangen, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen, und Olaf Fischer verschwand mit einem breiten Grinsen in den Katakomben. "Ich bin kein Held", sagte er noch - und zwinkerte. "Aber das Tor nehm ich trotzdem."

So endete ein Spiel, das alles bot: ein früher Schock, eine späte Erlösung und dazwischen viel italienisches Drama. Cagliari klettert damit weiter nach oben, Pisa fährt mit heißem Kopf und leerem Tank nach Hause. Und irgendwo auf Sardinien lächelt der Wind - diesmal für die Rot-Blauen.

21.04.643987 17:20
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Wenn für Ze Roberto jemand 30 Millionen bietet, kann er sein Auto putzen und dann ab über die Alpen.
Rainer Calmund
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