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Burnley, 25. Februar 2026 - Ein eiskalter Abend im Turf Moor, 28.225 Zuschauer, die meisten dick eingepackt, manche trotzdem mit nacktem Oberkörper, weil man sich schließlich nicht von einem lauen Februarwind einschüchtern lässt. Und dann: ein 17-Jähriger, der mit einem einzigen Schuss die ganze Stadt in Ekstase versetzt. Burnley Clarets schlagen die favorisierten Manchester Blues mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber 90 Minuten purer Herzschlag war. Von Beginn an machten die Hausherren klar, dass sie sich von den großen Namen aus Manchester nicht beeindrucken lassen würden. Schon in der dritten Minute prüfte der junge Jose Adao, Burnleys rechte Rakete, den Torhüter Iuliu Zavadszky zum ersten Mal. Und das war nur der Anfang einer wahren Schussflut: 24 Torschüsse feuerten die Clarets insgesamt ab - ein Wert, der in den Statistiken eher nach einem Tennisergebnis klingt. Manchester kam auf ganze drei. "Wir hätten eigentlich 5:0 gewinnen müssen", grinste Trainer Jan Reckert nach dem Spiel, "aber ich wollte’s spannend halten." Die erste Halbzeit war eine Mischung aus Powerplay und Pech. Oskar Janssen, Leonardo Serra, Romeo Filipescu - sie alle versuchten ihr Glück, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Die Blues standen tief, sehr tief. Manchmal so tief, dass der eigene Mittelstürmer Mason MacEwen sein Trikot schon fast mit dem Innenverteidiger verwechselte. Trotzdem blieb es beim 0:0 zur Pause. "Wir haben den Bus nicht geparkt, wir haben ihn betoniert", murmelte später ein frustrierter Blues-Spieler, der anonym bleiben wollte. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Bild: Burnley drückte, Manchester hoffte. Und dann kam die 75. Minute - jene, die in Burnley wohl bald einen Feiertag bekommt. Demir Saglam, quirliger Rechtsaußen mit präzisem Fuß, flankte butterweich in den Strafraum. Adao, der 17-jährige Portugiese, nahm den Ball volley - und schweißte ihn unhaltbar in den Winkel. 1:0. Turf Moor explodierte. "Ich hab einfach draufgehauen", lachte Adao später, noch halb ungläubig. "Ich dachte, der Ball fliegt auf den Parkplatz." Von Manchester kam danach wenig. Zwei harmlose Versuche von William Hawn in der 81. und 82. Minute, das war’s. Vielmehr sorgte Max Kirchner mit einer Gelb-Roten - pardon, direkt Roten Karte in der Nachspielzeit für den Schlusspunkt eines gebrauchten Abends der Gäste. Schon vor der Pause hatte er Gelb gesehen, nun ließ er sich zu einem Frustfoul hinreißen, das man unter "unnötig" abheften kann. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte Kirchner, während sein Trainer lieber in den Kabinengang starrte. Reckerts Mannschaft hingegen verteidigte den knappen Vorsprung mit Leidenschaft. Keeper Silvestre Antonio musste kaum eingreifen, seine größte Tat bestand darin, in der 92. Minute eine missratene Flanke abzufangen und anschließend mit einem theatralischen Hechtsprung die Uhr runterzuspielen. Das Publikum jubelte, als hätte er den Ball aus dem Winkel gefischt. Statistisch war das Spiel ein Lehrstück: 61,8 Prozent Ballbesitz für Burnley, 58,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 24:3 Torschüsse - und das gegen eine Mannschaft, die eigentlich Aufstiegsambitionen hat. "Da sieht man, was Einsatz bedeutet", sagte Coach Reckert. "Wir haben nicht schön gespielt, aber ehrlich." Manchester dagegen wirkte ratlos. Nachwuchsspieler Samuel Poe musste nach einer Verletzung in der 59. Minute raus, Veteran Bradley Douglas kam rein, konnte aber auch keine Impulse setzen. Trainer der Blues - dessen Name in der Statistik unterging, aber dessen Gesicht beim Abpfiff Bände sprach - meinte lapidar: "Wenn du den Ball nicht hast, kannst du kein Tor schießen." In Burnley feierte man derweil den Teenager des Abends. Adao wurde von seinen Mitspielern auf Schultern getragen, während aus der Fankurve ein improvisiertes Lied über "den Jungen mit dem goldenen Fuß" erklang. Zum Schluss stand Trainer Reckert noch einmal grinsend am Spielfeldrand, ließ den Blick über das feiernde Stadion schweifen und sagte: "Wenn du mit 17 das entscheidende Tor gegen Manchester schießt, brauchst du keine Playstation mehr." Ein Satz, der in Burnley wohl noch lange zitiert werden wird - genau wie der Treffer, der aus einem kalten Februarabend einen warmen Fußballmoment machte. 03.01.643991 16:22 |
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