Tuttosport
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Bologna zittert sich zum 3:2 - Bari erwacht zu spät

Es war ein lauer Winterabend in Apulien, 31.420 Zuschauer im Stadio San Nicola, aber heiß wurde es trotzdem - zumindest ab der 46. Minute. Bis dahin hatte Bari Calcio gegen AS Bologna eher ausgesehen, als würde man versehentlich das falsche Team aufs Feld geschickt haben. Die Gäste führten zur Pause mit 3:0, ehe Bari in der zweiten Hälfte wütend, aber letztlich zu spät, aufdrehte. Endstand: 2:3 (0:3) - ein Ergebnis, das beiden Trainern Gesprächsstoff für die Pressekonferenz verschaffte.

Bologna begann forsch, mit einer klar offensiven Marschroute. Trainer Ferdinand Mayer hatte offenbar beschlossen, dass Verteidigen etwas für andere sei. Schon nach zwei Minuten prüfte Amaury Morais den Bari-Keeper Giulio Cosentino mit einem satten Schuss - ein erster Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Nur 19 Minuten später war es dann soweit: Morais traf in der 21. Minute zum 1:0 für Bologna. Schön herausgespielt, schnell vollstreckt, und Bari schaute zu wie bei einer Trainingsdemonstration.

"Wir wollten früh Zeichen setzen", erklärte Morais hinterher mit einem Grinsen. "Und ehrlich gesagt - es hat Spaß gemacht, die Fans von Bari so still zu hören."

Das 2:0 folgte in der 35. Minute, erneut durch Morais, diesmal nach Vorarbeit von Ludvig Jensen. Der Brasilianer drehte jubelnd ab, während Bari-Coach (dessen Name die Daten nicht hergaben - vielleicht war er auch einfach sprachlos) die Hände über dem Kopf zusammenschlug. "Da war kein Zugriff, kein Biss", murmelte ein Zuschauer hinter der Pressetribüne, "die spielen als hätten sie noch Mittagsschlaf."

Und weil Unglück selten allein kommt, legte Bologna in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch nach: Daniel Marcel drosch den Ball nach Zuspiel von Gianluigi Di Carlo unhaltbar ins Eck - 0:3. Zur Halbzeit pfiffen die Heimfans, und das völlig zu Recht.

Doch Bari kam verändert aus der Kabine. Vielleicht hatte jemand das Espresso-Pulver doppelt dosiert. Schon kurz nach Wiederanpfiff, in der 49. Minute, verkürzte Emiliano Di Felice nach Vorarbeit von Giovanni Arcella auf 1:3. Nur zwei Minuten später legte Gaetano Marco das 2:3 nach - plötzlich lebte das Stadion wieder, und Bologna wirkte, als hätte man den Stecker gezogen.

"Ich habe in der Pause gesagt: Wir haben nichts zu verlieren, also lasst uns wenigstens laufen, bis wir umfallen", erzählte Di Felice später. "Und dann sind wir eben gelaufen."

Bari hatte nun deutlich mehr Ballbesitz - am Ende fast 55 Prozent - und feuerte 8 Torschüsse ab, während Bologna auf 10 kam. Dass es bei den zwei Treffern blieb, lag an zwei Dingen: einem überragenden jungen Torwart namens Enrico Satriano, der mehrmals spektakulär parierte, und einem Quäntchen Pech. Als Niccolò Firmo in der 75. Minute aus der Distanz abzog, rauschte der Ball haarscharf am Pfosten vorbei.

"Da braucht man schon Glück - und wir hatten heute einfach keins", brummte Firmo, der zuvor in der 26. Minute Gelb gesehen hatte, wegen eines rustikalen Einsteigens, das selbst die Tribüne zusammenzucken ließ. Sein Abwehrkollege Valerio Cossu sah später ebenfalls Gelb (70.), offenbar aus Solidarität.

Bologna dagegen hatte in der zweiten Halbzeit kaum noch etwas von seiner Anfangsoffensive übrig. Trainer Mayer reagierte mit Wechseln - Semeraro kam früh für den verletzten Venier, später ersetzte Salvador Niguez Sebastian Nagel, und in der 63. Minute durfte der junge Ramon Varela ran. Doch die Frische verpuffte schnell. "Wir standen nur noch hinten drin", gab Mayer zu. "Aber wenn du 3:0 führst, darfst du dir auch mal Angst erlauben."

Bari drängte bis zum Schluss, das Publikum stand, es gab Szenenapplaus für jede gelungene Flanke. Doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Als Bruno Musso in der 85. Minute die letzte große Chance vergab, war klar: das Comeback blieb unvollendet.

Am Ende jubelte Bologna, aber es klang eher nach Erleichterung als nach Triumph. "Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht", sagte Doppeltorschütze Morais, "aber gewonnen ist gewonnen."

Bari dagegen konnte aus der Niederlage immerhin Mut schöpfen - und vielleicht die Erkenntnis, dass Spiele tatsächlich 90 Minuten dauern.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen trocken bemerkte: "Wenn sie so anfangen würden, wie sie aufhören, würde ich vielleicht mal pünktlich gehen."

Ein Satz, der an diesem Abend mehr Wahrheit enthielt als jede Statistik.

09.12.643987 09:33
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