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Bologna trotzt Platzverweis und Pisa - 3:1-Auswärtssieg mit Stil und Trotz

Ein Freitagabend unter toskanischem Flutlicht, 36.000 Zuschauer im altehrwürdigen Stadio Arena Garibaldi, und zwei Teams, die unterschiedlicher kaum hätten auftreten können: Pisa mit feinem Kurzpassspiel und 58 Prozent Ballbesitz, Bologna mit der rustikalen Effizienz eines Teams, das auf der Baustelle geformt wurde. Am Ende stand ein 3:1 für die Gäste - und die Erkenntnis, dass Ballbesitz weder Tore noch Punkte garantiert.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen für die Pisaner. Kaum sechs Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Marcello Bruno, 21 Jahre jung, voll jugendlicher Unbekümmertheit, drückte nach feinem Zuspiel von Callum Lithgow aus kurzer Distanz ein. Die Tribünen bebten, Bier schwappte, und Trainer Ferri (dessen Gesichtsausdruck man in Pisa wohl als "zufrieden, aber skeptisch" bezeichnen würde) ballte kurz die Faust.

Doch Bologna antwortete, wie es nur erfahrene Auswärtsmannschaften können: ohne Schönheit, dafür mit Wucht. In der 9. Minute brach Amaury Morais, 34 und mit der Lauftechnik eines Mannes, der lieber mitdenkt als rennt, über rechts durch und vollendete nach Vorlage von Sebastian Nagel. Drei Minuten später grinste Nagel selbst verschmitzt in Richtung Heimkurve, nachdem er einen Querpass von Ludvig Jensen zum 2:1 verwertete. Pisa taumelte, Bologna grinste - und der Reporter notierte sich: "Effizienz schlägt Ästhetik."

"Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte Bolognas Trainer Ferdinand Mayer später mit dieser Mischung aus Understatement und Genugtuung, die nur Trainer zeigen, wenn sie wissen, dass ihr Plan funktioniert hat. "Amaury ist alt genug, um zu wissen, wann der Ball rein muss", fügte er hinzu - und der besagte Amaury zwinkerte nur in Richtung der Journalisten: "Tore schießen ist wie Espresso trinken - man muss wissen, wann der Moment richtig ist."

Zur Pause führte Bologna 2:1, und Pisa hatte zwar doppelt so viele Schüsse auf das Tor, aber doppelt so wenig Zählbares. Nach dem Seitenwechsel schien sich das Blatt kurz zu wenden, denn in der 55. Minute flog Bolognas Innenverteidiger Salvatore Venier mit Gelb-Rot vom Platz. "Ich wollte doch nur den Ball treffen", beteuerte er später - was sein Trainer mit einem sarkastischen "Welchen genau?" quittierte.

Doch statt Pisa in Überzahl auftrumpfen zu sehen, schlug Bologna erneut zu. Wieder Amaury Morais, diesmal nach Vorarbeit von Iason Theodoridis. 3:1 in der 50. Minute - und Pisa verstand die Welt nicht mehr. "Dass man nach einem Platzverweis noch ein Tor kassiert, ist schon fast Kunst", murmelte ein Zuschauer hinter der Pressetribüne, während er sein Panino zur Hälfte aufgab.

Pisa drückte, rannte, kombinierte - 14 Schüsse aufs Tor, 58 Prozent Ballbesitz, gefühlt 1000 Pässe. Doch Bolognas Abwehr, angeführt von Stephan Burkhardt und einem bemerkenswert abgeklärten Gaetano Semeraro, hielt dem Druck stand. Torwart Enrico Satriano fischte die Flanken herunter wie sonntägliche Wäsche.

In der 80. Minute gab’s noch eine Gelbe Karte für Bernardo Aguas wegen Zeitspiels - der Klassiker, wenn man führt und müde wird. "Ich wollte nur den Ball richtig hinlegen", behauptete er später mit einem Grinsen, das die halbe Ersatzbank zum Lachen brachte.

Pisa versuchte es bis zur letzten Minute, doch am Ende blieb es beim 1:3. Die Fans verabschiedeten ihr Team trotzdem mit Applaus - wohl auch, weil man ihnen den Willen nicht absprechen konnte.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht gewonnen", bilanzierte Pisas Mittelfeldmotor Lithgow. "Das ist wie beim Schach: Wenn du die Figuren schön stellst, aber am Ende matt gesetzt wirst, hilft’s dir auch nicht."

Bologna hingegen feierte ausgelassen. Mayer verschwand mit hochgekrempelten Ärmeln in der Kabine und rief noch: "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen offensiv bleiben - auch mit zehn Mann. Vielleicht haben sie mich endlich verstanden."

Am Ende bleibt ein Spiel, das Pisa an die Ironie des Fußballs erinnert: Man kann alles richtig machen - und trotzdem verlieren. Bologna dagegen hat mit einem Mann weniger und drei Treffern mehr bewiesen, dass Erfahrung manchmal wirklich die beste Taktik ist.

Oder, wie Amaury Morais es später im Kabinengang formulierte, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte: "Manchmal reicht ein guter Schuss, ein schlechter Platz und ein bisschen Glück - der Rest ist Statistik."

Und die Statistik? 14:11 Torschüsse für Pisa, 58 Prozent Ballbesitz - und doch 1:3. Fußball, wie er leibt, lacht und leidet.

18.03.643994 23:03
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