Tuttosport
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Bologna tanzt im Regen von Parma - 3:1-Auswärtssieg mit Stil und Spott

Es war ein nasskalter Abend in der Emilia-Romagna, und 35.864 Zuschauer hatten sich im altehrwürdigen Stadio Ennio Tardini versammelt, um Zeugen eines Spiels zu werden, das sie am Ende zwischen Kopfschütteln und höfischem Applaus zurückließ. Der AC Parma, unter der Leitung von Trainer Hip Hop - ja, so steht es wirklich auf der Bank - dominierte zwar den Ball, aber Bologna hatte den Taktstock in der Hand. Und am Ende stand es 1:3.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Bologna reiste nicht an, um die lokale Küche zu loben. Der Gast suchte die Tiefe, die Flügel, die Lücken - und fand sie. Parma passte, Bologna traf. In der 32. Minute startete Giuseppe Bruzzone über links, flankte zielgenau, und Salvador Niguez drosch den Ball ins Netz, als wollte er alle Zweifel an seiner Schusskraft gleich mit hineinbefördern. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu viel nachdenkst, ist der Ball schon wieder weg", grinste Niguez später in der Mixed Zone.

Parma versuchte, mit gepflegtem Kurzpassspiel dagegenzuhalten. 57 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse - auf dem Papier sieht das aus wie Dominanz. Auf dem Platz sah es eher aus wie ein Tanz ohne Rhythmus. Marco Baiao zog die Fäden im Mittelfeld, aber seine Kollegen an der Spitze schienen die Melodie nicht zu hören. Als Robert Domenica in der 38. Minute nach einem Zweikampf verletzt am Boden lag, rief Trainer Hip Hop dem vierten Offiziellen zu: "Das ist kein Breakdance, das ist ein Foul!" - was den Unparteiischen allerdings wenig beeindruckte.

Kurz darauf kam Louis Kessler aufs Feld und brachte zumindest kurz Schwung. Doch kurz nach Wiederanpfiff setzte Bologna den nächsten Nadelstich. Daniel Marcel legte clever quer, Christoph Engelhardt zog aus 18 Metern ab - 0:2 in der 47. Minute. Ein Tor, das so lehrbuchmäßig war, dass man es in Jugendtrainings zeigen könnte. "Ich hab gesehen, dass der Keeper zu früh nach links ging", erklärte Engelhardt, "da war Platz. Und wenn du Platz siehst, musst du ihn nutzen."

Parma bäumte sich auf. Hip Hop ließ seine Männer anrennen - mehr Pressing, mehr Risiko, mehr Leidenschaft. Und tatsächlich, in der 69. Minute zahlte sich das aus: Michel Marchal flankte von rechts, und Innenverteidiger Silvestre Quaresma stieg hoch wie ein Turm im Sturm. Mit der Stirn wuchtete er den Ball ins Netz - 1:2, Hoffnung flackerte auf. "Ich bin kein Stürmer, aber Tore riechen kann ich trotzdem", sagte Quaresma nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

Doch die Freude währte nur kurz. Bologna reagierte mit der Kaltblütigkeit einer Mannschaft, die genau weiß, was sie tut. In der 78. Minute kam der eingewechselte Sebastian Nagel - kaum auf dem Feld, schon im Rampenlicht. Nach Zuspiel von Ludvig Jensen traf er trocken zum 1:3-Endstand. Nagel riss die Arme hoch, Jensen zeigte auf seinen Kopf - offenbar hatte die Kommunikation diesmal perfekt funktioniert.

Danach verwaltete Bologna das Ergebnis mit italienischer Gelassenheit. Trainer Ferdinand Mayer stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und nickte zufrieden. "Wir waren heute nicht die Schönsten, aber die Effektivsten", sagte er später. "Und im Fußball zählt am Ende das Ergebnis - nicht die Anzahl der eleganten Drehungen."

Parma indes wirkte ratlos. Trotz der besseren Ballbesitzquote und engagierter Mittelfeldarbeit fehlte die Durchschlagskraft. "Wir hatten den Ball, aber nicht die Idee", seufzte Baiao. "Vielleicht hätten wir mal schießen sollen, statt zu zählen, wie viele Pässe wir schaffen."

Am Ende blieb den Fans des AC Parma nur der Trost, dass ihr Team immerhin kämpfte - und dass Hip Hop in der Pressekonferenz versprach: "Nächste Woche tanzen wir den Gegner wieder aus. Heute war’s eher ein langsamer Walzer."

Bologna dagegen machte sich mit drei Punkten im Gepäck auf die Heimreise - zufrieden, effizient, fast schon unverschämt cool. Und wer an diesem Abend das Stadion verließ, wusste: Manchmal ist Fußball eben kein Spiel der Zahlen, sondern der Momente. Und Bologna hatte einfach die besseren davon.

Oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte, als der Schlusspfiff ertönte: "Parma spielte schön. Bologna gewann. So ist Italien."

16.11.643987 01:10
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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