Football Today
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Blues tanzen Pilgrims schwindlig - 2:0 im Londoner Abendlicht

Ein milder Februarabend, Flutlicht an der Stamford Road, 49.600 Zuschauer und ein Heimteam, das sich dachte: Wenn schon Winter, dann wenigstens warm spielen. Die London Blues besiegten die Plymouth Pilgrims mit 2:0 und machten es dabei zu einer jener Partien, in denen man sich fragt, ob das Ergebnis nicht eher Mitleid als Maßstab war.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass die Pilgrims an diesem Abend eher Pilger im eigenen Strafraum sein würden. 62 Prozent Ballbesitz für London, 18 Torschüsse gegenüber einem einzigen der Gäste - die Statistik las sich wie ein Routenplan für Einbahnstraßenfußball. Trainer Fabio Rapi grinste nach dem Abpfiff verschmitzt: "Wir wollten dominant auftreten. Dass wir das Zielwasser gleich literweise trinken, war dann das Sahnehäubchen."

Der erste Treffer fiel nach 20 Minuten. Gabriel Hathaway, der flinke Linksaußen mit der Laufbahn eines Sprinters und dem Selbstvertrauen eines Popstars, verwertete einen langen Ball von Innenverteidiger Rhys Bosworth. Ein satter Schuss ins lange Eck, Torwart Cameron Lockhart streckte sich vergeblich. Hathaway jubelte mit ausgestreckten Armen, drehte sich zur Kurve und rief - angeblich - in Richtung der Fans: "Das war erst der Anfang!" Man hätte es ihm glauben können, wenn nicht die nächsten 60 Minuten ein Festival des Fast-Tors geworden wären.

Christoph Steffen, Jose Maria Farinos, Bradley Hensley - sie alle reihten sich mit Schüssen in die Statistik ein, als wollten sie dem Ballbesitz einen Beweis anfügen. Doch Lockhart im Plymouth-Tor hielt, was zu halten war, und manchmal auch, was eigentlich unhaltbar erschien. "Der Typ hatte plötzlich acht Arme", spöttelte Hensley später. "Ich dachte, er ist ein Oktopus in Handschuhen."

Die Pilgrims ihrerseits kamen offensiv kaum über den Mittelkreis hinaus. Ihr einziger Torschuss - man muss das betonen: der einzige - kam in der 75. Minute von Vaios Donis. Bent Ipsen im Tor der Blues hatte bis dahin Zeit, mit dem Linienrichter über das Wetter zu plaudern. Als der Ball dann tatsächlich auf ihn zuflog, soll er lachend gerufen haben: "Endlich was zu tun!" - und parierte locker.

Kurz nach der Pause wurde es einmal kurz hitziger, als Marcel Bonald nach einem robusten Einsteigen Gelb sah. "Er hat den Ball gespielt", verteidigte ihn Trainer Rapi, "aber der Ball war halt noch im Flugzeug."

Das 2:0 in der 82. Minute war dann der Deckel auf einem Spiel, das längst entschieden war. Bradley Hensley schloss nach feiner Vorarbeit des jungen Kian Hoskins ab - eine Kombination aus jugendlicher Leichtigkeit und abgeklärter Routine. Hoskins grinste nach dem Abpfiff: "Ich hab einfach gedacht: Wenn ich jetzt nicht abspiele, meckert er mich morgen wieder an."

Fabio Rapi nahm die Szene zum Anlass, die Teamchemie zu loben: "Die Jungs verstehen sich blind. Und wenn sie mal nicht sehen, schießen sie trotzdem aufs Tor."

Auf der anderen Seite stand ein sichtlich frustrierter Plymouth-Coach (der Name blieb an diesem Abend unter den Tisch gefallen, vielleicht besser so). "Wir wollten offensiv spielen", murmelte er in die Mikrofone. "Hat ja auch geklappt - im Ansatz." Seine Spieler wirkten dagegen eher wie Statisten in einem Stück, das längst geprobt war.

Die letzten Minuten gehörten wieder den Blues: Pressing, Einsatz, Aggressivität - alles auf Anschlag. Man merkte, dass Fabio Rapi seine Taktik gegen Ende auf "STRONG" gestellt hatte, wie in einem Videospiel.

Als der Schlusspfiff kam, standen 18:1 Torschüsse, 62 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote von fast 59 Prozent auf dem Zettel. "Wir hätten vielleicht noch ein drittes machen können", meinte Hathaway nach dem Spiel, bevor er verschmitzt hinzufügte: "Aber man soll ja nicht unhöflich sein."

Die Fans feierten ihre Mannschaft mit einem Chor, der noch lange nachhallte. Die Pilgrims dagegen reisten ab wie Pilger, die am falschen Zielort gelandet waren.

Und so bleibt vom 34. Spieltag der 1. Liga England vor allem die Erkenntnis: Die London Blues haben nicht nur gewonnen, sie haben dominiert - mit Stil, Spielfreude und einem Hauch sarkastischer Eleganz.

Oder, wie es ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions zusammenfasste: "Wenn das ein Pilgerweg war, dann war’s einer zum Altar der Blues."

25.04.643990 06:55
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Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
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