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Blitzstart und eiserne Nerven: London Blues besiegen AS Pisa mit 2:0

Wenn man zu spät ins Stadion kam, hatte man das schönste Tor des Abends schon verpasst. Noch ehe sich die 55.650 Zuschauer im Londoner Westgate Park ihre Sitzkissen zurechtrückten, zappelte der Ball im Netz. Gabriel Hathaway, der fliegende Linksaußen der London Blues, traf nach gerade einmal 60 Sekunden - ein Treffer, so früh, dass selbst der Stadionsprecher kurz ins Mikro stotterte. "Ich hab’ den Ball kaum gesehen", gab AS-Pisa-Torhüter Javi Castro später kleinlaut zu. Nun, er war damit nicht allein.

Die Blues, trainiert vom temperamentvollen Fabio Rapi, hatten offenbar beschlossen, die Europaliga-Gruppenphase gleich mit einem Statement zu eröffnen. Hathaway, beflügelt von der frühen Führung, feuerte im weiteren Verlauf so oft aufs Tor, dass der Ball wohl schon eigene Flugmeilen gesammelt hat - ganze sechs Torschüsse gingen allein auf sein Konto. Pisa dagegen wirkte, als hätte man die Reise nach London eher als Städtetrip geplant: vier Torschüsse in 90 Minuten, davon keiner wirklich gefährlich.

Trotzdem - und das gehört zur Wahrheit - war es kein Spaziergang. Denn nach der rasanten Anfangsphase wurde das Spiel zäher. Die Blues kontrollierten mit 53 Prozent Ballbesitz, aber AS Pisa stellte die Räume clever zu. "Wir standen eigentlich gar nicht schlecht", meinte Gästecoach Bembel Macher mit einem gequälten Lächeln. "Nur leider war der Ball immer da, wo wir nicht standen."

In der 32. Minute dann der Schreckmoment: Joel Primes musste verletzt raus, Ersatzmann Bradley Hensley kam - und verletzte sich prompt selbst. Es war, als hätte das Schicksal beschlossen, dass der linke Flügel der Blues an diesem Abend ein Risikogebiet ist. "Ich dachte schon, ich müsse selbst die Schuhe schnüren", witzelte Trainer Rapi später. Stattdessen brachte er den jungen Kian Hoskins, der sich mit jugendlicher Unbekümmertheit einfügte und in der 74. Minute fast das 3:0 erzielte.

Das entscheidende zweite Tor fiel kurz nach der Pause. In der 47. Minute steckte Jay Sterling den Ball durch die Abwehrreihe, Christoph Steffen blieb eiskalt und schob zum 2:0 ein. Ein Treffer wie aus dem Lehrbuch - und für Pisa der Moment, an dem sich die Hoffnung endgültig verabschiedete. Die Italiener versuchten zwar, offensiver zu werden, wechselten mit Valerio Sabbatini einen zusätzlichen Verteidiger aus (was wohl als "taktische Überraschung" gedacht war), doch offensiv blieb der Ertrag mager.

"Wir wollten reagieren, aber London hat uns kaum Luft gelassen", erklärte Macher später. Die Blues spielten ihr Pensum souverän herunter, verteilt zwischen sicherem Passspiel und gelegentlichen Ausflügen in Richtung gegnerisches Tor. 16 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache - und dass Bent Ipsen im Tor der Blues kaum eingreifen musste, machte den Abend für die Gastgeber noch angenehmer.

Ein kleines Highlight für die Fans: In der 79. Minute durfte der 21-jährige Lewis Bridges für Rhys Bosworth ran - sein Europaliga-Debüt. "Ich war nervöser als bei meiner Führerscheinprüfung", grinste Bridges nach dem Spiel, "aber Fabio meinte, ich soll einfach tun, als würden 55.000 Leute mich nicht sehen. Hat super funktioniert."

Auch Rapi selbst zeigte sich zufrieden, aber nicht ohne ironischen Seitenhieb: "Wir haben stark begonnen, gut abgeschlossen - und dazwischen das gemacht, was Trainer so gern ’kontrollierte Langeweile’ nennen." Sein Gegenüber Macher nickte und fügte trocken hinzu: "Manchmal verliert man gegen die bessere Mannschaft. Heute war so ein Tag."

Am Ende blieb es beim verdienten 2:0. Die London Blues holten sich nicht nur drei Punkte, sondern auch das Selbstbewusstsein, mit dem man in Europa gern auftritt: lässig, effizient, ein bisschen arrogant - aber erfolgreich. AS Pisa dagegen durfte die Heimreise mit der Erkenntnis antreten, dass man in dieser Gruppe noch einiges lernen wird müssen.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, murmelte ein älterer Blues-Fan auf der Tribüne: "Wenn sie immer so anfangen, können sie gar nicht verlieren." Vielleicht hatte er recht - zumindest bis zum nächsten Spieltag.

29.03.643987 11:21
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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