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Blitzstart, Platzverweis und jugendlicher Sturmwind - Burnley schlägt West Bromwich 2:1

Es war kaum jemand richtig auf seinem Platz, da stand es schon 0:1. Die Flutlichter im Stadion von West Bromwich waren kaum warmgelaufen, als Burnleys 17-jähriger Shootingstar José Adao nach gerade einmal 60 Sekunden den Ball in die Maschen drosch. "Ich dachte, ich träume", grinste der Teenager später, während er sich den Schweiß aus der Stirn wischte. "Muti Terim hat mir den Ball perfekt aufgelegt - da musste ich einfach schießen." Perfekt aufgelegt trifft es: Terim, der 27-jährige Mittelfeldmotor der Clarets, hatte Adao mit einem Pass in die Tiefe gefunden, der jedem Lehrvideo zur Raumöffnung Ehre gemacht hätte.

Wer dachte, West Brom würde sich nach diesem Schock schütteln und sortieren, wurde eines Besseren belehrt. Keine 60 Sekunden später klingelte es schon wieder - diesmal war es Oskar Janssen, der nach feiner Vorarbeit von Fernando Da Cru auf 2:0 stellte. Zwei Tore in zwei Minuten, und die Heimfans rieben sich ungläubig die Augen. "Ich hab mich kurz gefragt, ob wir überhaupt schon angefangen haben", knurrte West Broms Kapitän Joel Thackeray nach dem Spiel.

Burnley, von Trainer Jan Reckert diszipliniert und mit jugendlicher Unbekümmertheit gesegnet, spielte in dieser Anfangsphase wie aufgezogen. 19 Torschüsse sollten am Ende gezählt werden - fast dreimal so viele wie die Gastgeber. Und doch: Nach der Schockstarre kam West Brom zurück. In Minute 26 fasste sich Adrian Vaz, der erfahrene Mittelfeldstratege, ein Herz. Nach einer Flanke von Cameron Lancaster, die mehr aus Verlegenheit denn aus Absicht kam, drückte Vaz den Ball über die Linie. 1:2 - und plötzlich war wieder Leben in der Bude.

"Da haben wir kurz geglaubt, das Spiel kippt", gab Reckert später zu. "Aber unsere Jungs haben das clever runtergespielt." Nun, clever trifft es - auch wenn Burnley seine zahlreichen Chancen danach eher in den Abendhimmel als ins Tor beförderte. Adao, Janssen, Da Cru - sie alle prüften Torhüter Louis Prentiss mehrfach, doch der 20-Jährige im Kasten der Hausherren hielt, was zu halten war, und manchmal auch das, was eigentlich unhaltbar schien.

Der zweite Durchgang begann dann mit einer gelben Karte für West Broms jungen Rechtsverteidiger Nevio Reiter - und endete für ihn mit Gelb-Rot in der 69. Minute. "Das war keine Absicht, ich war einfach zu spät dran", versuchte Reiter nach Spielschluss zu beschwichtigen. Sein Trainer - der sich weigerte, den Namen des Schiedsrichters zu nennen - kommentierte trocken: "Nevio wollte wohl zeigen, dass er nicht nur laufen, sondern auch fliegen kann."

Mit einem Mann weniger blieb West Broms Aufbäumen Stückwerk. Zwar versuchte Lewis Allington über die rechte Seite immer wieder, Druck aufzubauen, und auch der eingewechselte Ethan Perlman (84.) prüfte Burnleys jungen Keeper Bradley Gage noch einmal mit einem satten Schuss - doch der Ballbesitzvorteil von Burnley (54,7 Prozent) und ihre Ruhe am Ball taten den Rest.

Und so endete ein turbulenter Abend mit einem 2:1-Auswärtssieg für die Clarets, die sich damit in der Tabelle weiter nach oben schieben. Der 17-jährige Doppeltorschütze Adao - Pardon, Einfachtorschütze und Doppelschütze im Herzen - wurde von seinen Mitspielern nach dem Abpfiff gefeiert wie ein Rockstar. "Ich wusste gar nicht, dass ich so schnell bin", meinte er lachend, als er auf die frühe Führung angesprochen wurde. Sein Trainer Reckert konterte mit einem Augenzwinkern: "Ich auch nicht - aber ich bin froh, dass er es rausgefunden hat."

West Brom hingegen muss sich fragen, warum man die ersten fünf Minuten im Tiefschlaf verbrachte. "Wir haben danach eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht", sagte Torschütze Vaz, "aber gegen so eine junge, hungrige Truppe darfst du dir keine Sekunde Unkonzentriertheit leisten."

Die 12.500 Zuschauer gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause - die einen beeindruckt vom jugendlichen Enthusiasmus der Burnley-Talente, die anderen frustriert über die eigene Schlafmützigkeit. Vielleicht war das Spiel sinnbildlich für eine Saison, in der West Brom zwischen Aufbruch und Rückfall pendelt.

Zum Schluss lächelte Reckert noch einmal in die Kameras und sagte: "Wir wissen, dass wir keine Stars haben - aber wir haben Jungs, die laufen, bis der Schiri pfeift." Und das taten sie. Manchmal sogar schon, bevor er überhaupt angepfiffen hatte.

17.07.643993 14:05
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Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
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