Tuttosport
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Blanqui trifft früh, Mailand verwaltet clever - Cagliari beißt sich die Zähne aus

Wer am Freitagabend pünktlich zum Anpfiff im Stadion Sant’Elia war, durfte das einzige Tor des Abends immerhin nicht verpassen. Kaum hatte Schiedsrichter Mazzolini seine Pfeife zum ersten Mal betätigt, da klingelte es auch schon im Kasten von Cagliari. Nach exakt 47 Sekunden sprang Pierre Blanqui, der französische Rechtsaußen von Intar Mailand, in den Mittelpunkt: Pass von Runar Kolvidsson, ein kurzer Haken, ein trockener Schuss - 1:0. Danach war die Sache eigentlich erzählt.

"Wir wollten früh Druck machen, aber dass es so schnell klappt, war auch für mich überraschend", grinste Blanqui nach Abpfiff. Trainerin Denise Ahlheit hatte ihre Elf mit offensiver Ausrichtung ins Spiel geschickt, und für ein paar Minuten sah das nach einer Gala aus. Cagliari taumelte, Mailand kombinierte. Vier Torschüsse in den ersten fünf Minuten - die Statistik wird’s bestätigen.

Doch dann wurde das, was ein munterer Schlagabtausch hätte werden können, zu einem zähen Geduldsspiel. Cagliari übernahm schrittweise den Ball, am Ende standen 53,8 Prozent Ballbesitz für die Sarden. Nur: Ballbesitz schießt keine Tore. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber irgendwo zwischen Mittellinie und Strafraum ist uns der Mut abhandengekommen", sagte Mittelfeldmann Lorenzo Scalea später mit einem Seufzen, der an diesem Abend mehr Querpässe als Torschüsse sah.

Cagliari versuchte es mit Geduld und Passspiel, Mailand mit gelegentlichen Entlastungsangriffen. Die Gäste ließen die Hausherren kommen, standen kompakt und konterten, wenn sich die Gelegenheit bot. Alberto Calcagno prüfte Torhüter Johannes Reiter in der 13. Minute, Runar Kolvidsson schoss in der 24. - beide Male verpasste Intar das zweite Tor nur knapp.

In der 31. Minute hatte Cagliari seine beste Chance des ersten Durchgangs: Jannik Schenk tauchte auf halbrechter Position auf, zog ab, doch Mailands Keeper Heikki Ylönen fischte den Ball spektakulär aus dem Winkel. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", rief Schenk seinem Gegenspieler später lachend zu - eine charmante Umschreibung für "Verdammt, der Torwart war einfach besser".

Nach der Pause das gleiche Bild: Cagliari drückte, Mailand verteidigte - und das ziemlich abgeklärt. Giovanni Bruni (51.) und Giacomo Montegiordano (52.) schossen aus der Distanz, doch Ylönen blieb unüberwindbar. Auf der Gegenseite wurde Mailand immer dann gefährlich, wenn Kolvidsson oder der eingewechselte Carl Cascon aufdrehten. Cascon selbst hatte in der 87. Minute die Entscheidung auf dem Fuß, zielte aber knapp vorbei.

Zwischendurch sorgte Innenverteidiger Rutger Hogarth für den einzigen farbigen Eintrag im Notizbuch des Schiedsrichters - Gelb in der 71. Minute nach einem rustikalen Einsteigen. "Er hat halt nordische Wurzeln", witzelte Trainerin Ahlheit später, "er verwechselt manchmal Fußball mit Eishockey."

Insgesamt 14 Torschüsse der Mailänder standen am Ende nur vier von Cagliari gegenüber. Und doch wurde es in der Nachspielzeit noch einmal brenzlig: Innenverteidiger Stefano Sorrentino wuchtete eine Ecke per Kopf aufs Tor - der Ball strich hauchdünn vorbei. Wäre er reingegangen, man hätte den Lärm wohl bis nach Palermo gehört.

So blieb es beim 0:1, und die 32.000 Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem, aber ratlosem Applaus. "Wir haben eigentlich gut gespielt", meinte Cagliaris Trainer (der lieber anonym bleiben wollte) nachdenklich, "aber manchmal ist Fußball wie Kochen - du hast alle Zutaten, aber das Gericht schmeckt trotzdem fad."

Mailand dagegen zeigte sich zufrieden. Ahlheit lobte ihr Team für "Disziplin und Kaltschnäuzigkeit", wohl wissend, dass man so ein Spiel auch leicht aus der Hand hätte geben können. "Manchmal reicht ein Tor - wenn man das richtige Timing hat", sagte sie mit einem Augenzwinkern.

Ein Tor, drei Punkte, ein Arbeitssieg - so lässt sich der Abend zusammenfassen. Kein Spektakel, aber ein Paradebeispiel für effizienten italienischen Fußball: früh treffen, danach nichts mehr zulassen. Blanqui, der Held der ersten Minute, fasste es am besten zusammen: "Ich hätte gern noch eins gemacht, aber meine Beine fanden die Idee nicht so gut."

Und so endete der 29. Spieltag für Cagliari mit hängenden Köpfen und für Intar Mailand mit einem zufriedenen Schulterzucken. Kein Feuerwerk, kein Drama - einfach ein nüchterner Sieg. Oder, um es im Stil der alten Serie-A-Weisheit zu sagen: Wer früh trifft, darf früh verwalten.

29.12.643987 23:47
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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