Sport-Blick
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Biel beißt sich die Zähne aus - Lausanne siegt dank eiskaltem Peters

Ein kalter Januarabend, 31.000 Zuschauer im Stadion Gurzelen, Flutlicht, Atemwolken, die in der Luft hängen - und ein SC Biel-Bienne, der alles versuchte, aber am Ende an der Effizienz eines gewissen Markus Peters scheiterte. Lausanne-Sport entführte mit einem 2:1-Auswärtssieg drei Punkte aus Biel, obwohl die Gastgeber mehr vom Spiel hatten - aber Fußball ist bekanntlich kein Schönheitswettbewerb.

Von Beginn an diktierte Biel das Geschehen. 57 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse, und doch wirkte es, als hätte das Team von Trainer - der Name bleibt geheimnisvollerweise in den Unterlagen verschwunden - die Tore zu Hause gelassen. Schon in der 7. Minute prüfte Matias Baiao den Lausanner Keeper Dylan Monroe mit einem satten Linksschuss, der die Handschuhe des Torwarts auf Betriebstemperatur brachte. Manuel Corone, der quirlig-junge Rechtsaußen, feuerte gleich dreimal in der Anfangsphase drauflos - und jedes Mal klatschte der Ball entweder gegen ein Abwehrbein oder in die Arme von Monroe.

Dann kam die 34. Minute - und Lausanne zeigte, wie man’s macht. Phillip Wilhelm, mit der Gelben Karte später noch in den Notizen des Schiedsrichters verewigt, zog auf der rechten Seite an, legte quer, und Markus Peters stocherte den Ball über die Linie. Nicht schön, aber effektiv. 1:0 für die Gäste, und die mitgereisten Fans aus Lausanne feierten, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen.

Doch Biel antwortete prompt. Nur vier Minuten später, in der 38. Minute, passte Marco Forque von rechts präzise in den Lauf von Guillaume Böhm. Der Linksaußen zog ab - und diesmal zappelte der Ball tatsächlich im Netz. 1:1! Böhm jubelte, Forque grinste: "Wir wussten, dass wir sie knacken können. Schade, dass wir es nur einmal geschafft haben", sagte er später mit einem Schulterzucken.

Zur Pause war alles offen. Auf den Rängen wurde Glühwein nachgefüllt, die Fans wärmten sich mit Gesängen, während Lausanne-Trainer Ronny Schmidt in der Kabine wohl leise murmelte: "Mehr Mut, Jungs - sonst erfrieren wir hier nicht nur körperlich."

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag - allerdings wieder auf Seiten der Gäste. In der 60. Minute wiederholte sich das Drehbuch: Wilhelm flankte, Peters stand goldrichtig. 2:1 Lausanne. Der Doppelpack des 27-jährigen Stürmers, der danach grinsend meinte: "Ich hab einfach da gestanden, wo der Ball hinfiel. Manchmal ist Fußball so einfach."

Biel drückte in der Folge, hatte Chancen im Minutentakt. Corone, der an diesem Abend vermutlich mehr Kilometer lief als der Linienrichter, scheiterte erneut (70., 80.). Olivier Martineau versuchte es aus der Distanz (74.), und Nils Beyince prüfte den neuen Lausanner Keeper Marc Klose, der in der 55. Minute für den erfahrenen Monroe kam, mit einem gefährlichen Aufsetzer (83.). Doch der junge Torwart hielt, was zu halten war - und das mit einer Ruhe, die man einem 22-Jährigen kaum zutraut.

Die Schlussphase war ein einziges Zittern. Biel wollte, Lausanne verteidigte, und der Schiedsrichter hatte alle Hände voll zu tun: Gelb für Beyince (59.) nach einem taktischen Foul, Gelb für Weller (77.) nach einem rustikalen Einsteigen, und auf der anderen Seite sahen Wilhelm (86.) und Caroll (89.) ebenfalls Gelb - offenbar, um das Kartenkonto für den Winter vollzumachen.

Nach dem Schlusspfiff standen die Bieler Spieler ratlos im Mittelkreis, während die Lausanner jubelten. "Wir haben viel investiert, aber es fehlt uns an Kaltschnäuzigkeit", sagte Biel-Kapitän Joel Whelan, der 35-jährige Routinier, und blickte dabei in die leuchtenden Augen der jugendlichen Fans hinter dem Tor.

Trainer Schmidt von Lausanne war da schon entspannter: "Wir hatten einen klaren Plan. Biel kann den Ball haben - wir nehmen die Punkte."

So einfach kann Fußball sein.

Und während die Zuschauer langsam in die frostige Nacht hinausströmten, meinte ein älterer Biel-Anhänger mit resigniertem Lächeln: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir heute 5:0 gewonnen." Recht hatte er - aber auf der Anzeigetafel stand eben 1:2.

Ein bitterer Abend für Biel, ein kaltschnäuziger Sieg für Lausanne, und ein weiterer Beweis, dass Statistik nur Zahlen sind - und Markus Peters an diesem Abend die Mathematik neu erfand.

30.06.643987 04:12
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