Sport-Blick
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Bern siegt knapp - Aarau kämpft, stolpert und verliert trotzdem 1:2

Es war ein kalter Freitagabend im Brügglifeld, doch die 53 942 Zuschauer sorgten für eine Atmosphäre, als ginge es um das Champions-League-Finale. Stattdessen stand der 29. Spieltag der 1. Liga Schweiz auf dem Programm - SC Aarau gegen Gelb‑Schwarz Bern. Und was die Fans zu sehen bekamen, war ein Spiel mit allem, was der Fußball zu bieten hat: frühe Tore, zittrige Verteidiger, ein verletzter Stürmer und ein Trainer, der später meinte: "So ein Spiel kann man nur mit Humor nehmen."

Schon nach fünf Minuten jubelten die Gäste aus Bern. Linksverteidiger Johann Endres, sonst eher zuständig für das Grobe, tauchte plötzlich im Strafraum auf und schlenzte den Ball nach Vorlage von Raphael Frey ins lange Eck. 1:0. "Ich hab’s selbst nicht geglaubt", lachte Endres später. "Normalerweise darf ich da gar nicht so weit nach vorne." Trainer Bjarne Berntsen kommentierte trocken: "Wir haben ihn gelassen - manchmal hilft Freiheit im Leben und im Fußball."

Aarau schüttelte sich kurz, dann begannen sie, den Ball laufen zu lassen. Zwar gehörte der Ball mit 55 Prozent den Bernern, aber die besseren Chancen hatte zeitweise das Heimteam. In der 34. Minute folgte die Belohnung: Tom Scholz, der Dauerläufer auf der rechten Seite, traf nach einer Ecke von Detlev Jacob zum Ausgleich. Scholz rannte jubelnd zur Trainerbank und rief: "Siehst du, Hans, manchmal bringt Flanken schlagen doch was!" Trainer Hans Meyer grinste nur und murmelte in Richtung Ersatzbank: "Das sag ich ihm seit drei Jahren."

Mit 1:1 ging’s in die Pause, und die Fans auf den Rängen diskutierten lebhaft. Einer auf der Haupttribüne meinte: "Wenn das so weitergeht, steht’s am Ende 5:5!" - was angesichts der elf Torschüsse Aaraus und vierzehn der Berner nicht völlig abwegig schien.

Doch nach dem Seitenwechsel waren es wieder die Gäste, die schneller den Rhythmus fanden. In der 51. Minute kombinierte sich das Mittelfeldduo Alexandre Anders und Christian Bauer durch die Aargauer Abwehr, und Bauer schob eiskalt zum 2:1 ein. "Das war einstudiert", behauptete Anders später, "auch wenn’s eher nach Zufall aussah."

Aarau rannte fortan an, meist mit Herz, selten mit Plan. Pfeiffer prüfte den Berner Keeper Celine mehrmals, bis er in der 82. Minute nach einem Zweikampf verletzt liegen blieb. Die Szene war sinnbildlich für den Abend: voller Einsatz, wenig Glück. Der junge Carl Münch kam für ihn - und brachte zumindest frischen Wind. "Ich war so nervös, ich hab fast meinen Schienbeinschoner falsch herum angezogen", gab der 24‑Jährige später zu.

Hans Meyer wechselte weiter offensiv: Meireles raus, Houghtailing rein, dazu der blutjunge Ronald Sturm für Gonzalo. Doch Sturm bekam kaum Bälle, weil Bern clever verteidigte und die Uhr gnadenlos herunterspielte.

In der Schlussphase drängte Aarau noch einmal mit allem, was sie hatten - inklusive Innenverteidiger Linus Lutz, der mehr Zeit im gegnerischen Strafraum als in der eigenen Hälfte verbrachte. In der 89. Minute flog der Ball nach einem Freistoß gefährlich durch den Fünfer, doch Celine faustete ihn resolut weg. "Ich dachte kurz, der Ball ist drin", sagte Meyer später, "aber dann fiel mir ein: Wir sind nicht in einem Märchen."

Gelb‑Schwarz Bern brachte das 2:1 über die Zeit, routiniert, unspektakulär, aber eben erfolgreich. Trainer Berntsen lobte seine Mannschaft: "Wir waren reifer, kontrollierter. Und ehrlich gesagt, auch etwas glücklicher."

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen: 14 Torschüsse für Bern, 11 für Aarau, die Zweikampfquote mit 51 zu 49 Prozent fast pari. Doch Fußball wird bekanntlich nicht am Taschenrechner entschieden.

Nach Abpfiff standen die Aargauer Spieler enttäuscht vor der Fankurve, während die Berner in Gelb und Schwarz ausgelassen feierten. Tom Scholz, Aaraus Torschütze, fasste es mit einem bitteren Lächeln zusammen: "Wenn du alles gibst und trotzdem verlierst, musst du wenigstens stolz auf’s Geben sein."

Ein Zuschauer im Ausgang meinte trocken: "Es war ein schönes Spiel - wenn man Berner ist." Und tatsächlich: Für Gelb‑Schwarz Bern war es ein weiterer Schritt nach oben in der Tabelle, für Aarau ein Abend, an dem man merkte, dass Leidenschaft allein noch keine Punkte bringt.

Vielleicht tröstet die Aargauer der Gedanke, dass der Fußball manchmal einfach ein Spiel der kleinen Zufälle ist. Und dass nächste Woche wieder bei null begonnen wird - zumindest auf der Anzeigetafel.

21.03.643990 12:04
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Berti Vogts ist die arme Sau, die von den Medien durchs Dorf getrieben wird.
Rainer Calmund
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