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Basel tanzt Oberwallis schwindlig - ein 0:5 der lehrreichen Sorte

27000 Zuschauer kamen am Donnerstagabend in die Oberwalliser Arena, um Fußball zu sehen - sie bekamen eine Lehrstunde. Der SC Basel, unter der Leitung des gewohnt charmant-ironischen Trainers Joschi Du, fegte den FC Oberwallis mit 5:0 vom Platz. Schon zur Pause stand es 0:4, und man fragte sich, ob der Pausentee für die Gastgeber nicht eher Baldrian enthielt.

Dabei begann alles ganz harmlos. Eine defensive Grundordnung, lange Bälle aus der Tiefe - Trainer Snore Laken hatte seinen Plan: "Wir wollten kompakt stehen und auf Konter lauern." Das tat sein Team auch. Nur kam da niemand zum Lauern. Kaum war angepfiffen, drückte Basel aufs Gaspedal. Nach elf Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Dimas Sa Pint vollendete eine sehenswerte Kombination über Julius Sturm. Nur drei Minuten später legte Michele Del Carretto nach, mustergültig bedient von Yannick Lardenoit - 0:2.

"Da dachte ich kurz, der Abend könnte lang werden", murmelte Oberwallis-Kapitän Laurent Castel später mit einem gequälten Lächeln. Lang wurde er tatsächlich. In der 27. Minute traf Del Carretto erneut, wieder über die Mitte, wieder nach Vorlage Lardenoit. Und als Sa Pint fünf Minuten später das 0:4 markierte, erneut nach Zuspiel von Sturm, rieben sich selbst die mitgereisten Basler Fans ungläubig die Augen.

Basel spielte mit einer Leichtigkeit, die fast schon unhöflich wirkte. 22 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz - und das bei einer taktischen Ausrichtung, die man nur als "Flügelsturm deluxe" bezeichnen kann. Oberwallis dagegen kam auf vier Schüsse, von denen einer wenigstens den Torwart Neumann beschäftigte.

Zur Halbzeit reagierte Laken: Er brachte den jungen Detlev Langlois und Lars Wegner, wohl in der Hoffnung auf frische Beine und ein kleines Wunder. Doch das Wunder blieb aus. Stattdessen kassierte Jan Nilsen in der 73. Minute Gelb-Rot, nachdem er zuvor schon in der 13. Minute verwarnt worden war. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte Nilsen später, "aber der Ball war schon weg - leider."

Sein Gegenspieler Dimas Sa Pint kommentierte das Geschehen süffisant: "Ich spürte den Wind, bevor der Kontakt kam. Da wusste ich: Das war Nilsen."

Basel ließ es in der zweiten Halbzeit etwas ruhiger angehen. Coach Joschi Du stand an der Seitenlinie, grinste und rief seinen Spielern zu: "Kein Risiko, Jungs - wir haben noch Training am Samstag!" Doch ganz ohne krönenden Abschluss wollte es Yannick Lardenoit nicht lassen. In der 86. Minute fasste er sich ein Herz und hämmerte den Ball aus 18 Metern unhaltbar ins rechte Eck - das 0:5, Endstand.

Oberwallis kämpfte wacker, doch die Statistik sprach Bände. Nur 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe, kaum Zugriff im Mittelfeld und ein Torwart, der trotz fünf Gegentreffern zu den besten seines Teams gehörte. "Wir wurden überrollt", gab Trainer Laken offen zu. "Basel hat uns gezeigt, was Tempo und Präzision bedeuten. Wir haben viel gelernt - leider auf dem Platz."

Basels Trainer Du hingegen blieb bescheiden: "Das war heute sehr ordentlich. Wir haben unsere Chancen genutzt, aber wir können noch besser spielen." Auf die Frage, ob er mit dem Ergebnis zufrieden sei, lachte er: "Wenn ich jetzt Nein sage, glaubt mir keiner."

Ein kleiner Schönheitsfehler: In der 83. Minute sah Basels Linksverteidiger Oscar Haddington ebenfalls Gelb-Rot. "Ich hab nur gewunken", beteuerte er. Der Schiedsrichter sah das anders. Doch selbst in Unterzahl geriet Basels Sieg nie in Gefahr.

Als der Abpfiff ertönte, applaudierten selbst einige Oberwalliser Fans höflich. Manchmal ist Größe, anzuerkennen, dass der Gegner einfach besser war. Und an diesem Abend war Basel besser - in jeder Hinsicht: taktisch, spielerisch, mental.

Zum Schluss konnte man bei Trainer Laken immerhin wieder ein Lächeln erkennen. "Am Montag gibt’s Videoanalyse", sagte er, "und vielleicht auch einen Schnaps."

Ein Abend, der dem FC Oberwallis weh tat, aber vielleicht genau das war, was er brauchte: eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass auch im Fußball Demut dazugehört. Basel dagegen marschiert weiter - mit fünf Toren im Gepäck, der Brust voller Selbstvertrauen und der stillen Gewissheit, dass sie an diesem Abend in Oberwallis nicht nur ein Spiel, sondern auch ein paar Herzen gewonnen haben.

07.03.643994 09:18
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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