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Basel siegt knapp - Aarau kämpft, aber Del Carretto entscheidet das Duell

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußballgott offenbar in Basel-Farben gekleidet war. Vor 61.034 Zuschauern im ausverkauften Brügglifeld bezwang der SC Basel den SC Aarau am 30. Spieltag der 1. Liga Schweiz mit 3:2 (2:1) - in einem Spiel, das alles bot: Tempo, Tore, Gelbe Karten und reichlich Gesprächsstoff für die Stammtische zwischen Aare und Rhein.

Schon die ersten Minuten ließen keinen Zweifel daran, dass hier zwei Teams auf Attacke programmiert waren. Basels Mittelfeldmotor Yannick Lardenoit prüfte bereits in der 7. Minute Aaraus Keeper Marco Breze - ein Warnschuss, wie sich herausstellen sollte. Aarau antwortete prompt durch Marc Pelletier, der den Ball allerdings mehr in die Abendluft als ins Tornetz schickte.

Dann kam die 24. Minute, und mit ihr Julius Sturm. Der Name war Programm: Nach Vorarbeit von Michele Del Carretto zimmerte der linke Mittelfeldspieler den Ball humorlos unter die Latte - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, und diesmal ging er rein", grinste Sturm nach dem Spiel, "normalerweise fliegen meine Dinger eher auf den Parkplatz."

Nur zwei Minuten später drehte Basel richtig auf. Diesmal war Sturm der Vorlagengeber, Del Carretto der Vollstrecker. Mit einem eleganten Haken ließ der Italiener Aaraus Abwehrspieler Oskar Müller stehen und schob zum 0:2 ein. Aarau-Trainer Hans Meyer tobte an der Seitenlinie - und Müller sah kurz darauf Gelb, wohl eher aus Frust als wegen Härte.

Doch Aarau wäre nicht Aarau, wenn sie sich einfach ergeben hätten. Kurz vor der Pause spielte der erfahrene Sean Corraface einen Traumpass auf Thomas Herzog, der in der 40. Minute eiskalt verkürzte. 1:2 - und plötzlich roch es wieder nach Spannung. "Ich hab’s gerochen, dass da noch was geht", sagte Herzog später, "aber dann kam wieder Basel und hat uns das Parfum geklaut."

In der Pause wechselte Meyer den verwarnten Müller aus - "vorsorglich", wie er betonte. Niklas Reiter kam und brachte frischen Wind ins Mittelfeld. Und tatsächlich legte Aarau nach Wiederanpfiff los wie die Feuerwehr. In der 56. Minute war es wieder Thomas Herzog, der nach Flanke von Eri Reinhardt zum 2:2 traf. Das Stadion kochte, und selbst der sonst stoische Coach Meyer ballte die Faust.

Doch Basel blieb eiskalt. Statt sich in die Defensive zu verkriechen, blieb Trainer Joschi Du seiner offensiven Linie treu. In der 76. Minute kam der entscheidende Nadelstich: Julius Sturm, allgegenwärtig an diesem Abend, servierte mustergültig auf Ralf Wahl - und der drosch den Ball kompromisslos ins rechte Eck. 2:3, die Basler jubelten, Aarau rang nach Luft.

"Ich hab nur gehofft, dass er mich sieht", erzählte Wahl später mit einem Augenzwinkern. "Und Julius sieht ja alles - sogar den Schiedsrichter, bevor der pfeift."

In der Schlussphase warf Aarau alles nach vorne, inklusive Innenverteidiger Luis Simard, der sich plötzlich im gegnerischen Strafraum wiederfand. Pelletier scheiterte dreimal knapp (79., 80., 88.), Herzog setzte in der Nachspielzeit den Ball über die Latte. Basel-Keeper Jacob Neumann wurde zur Mauer von Basel, und Aarau blieb nur der Applaus eines Publikums, das trotz Niederlage stolz auf seine Elf war.

Die Statistik sprach am Ende eine klare, aber trügerische Sprache: 12 Torschüsse für Aarau, 8 für Basel, 54 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber. Doch Tore zählen - und die hatte Basel einfach besser genutzt.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, auch wenn es manchmal anders aussah", meinte Basels Trainer Joschi Du mit einem schelmischen Lächeln. "Unsere Jungs können Chaos spielen - aber kontrolliertes Chaos." Sein Gegenüber Meyer hielt dagegen: "Wir haben viel investiert, aber Fußball ist manchmal wie Lotto - nur dass Basel heute alle sechs Richtigen hatte."

Die Fans beider Lager verließen das Stadion mit einem Gefühl zwischen Frust und Bewunderung. Basel festigt mit dem Sieg seinen Platz im oberen Tabellendrittel, Aarau bleibt das Team der schönen, aber knappen Niederlagen.

Zum Abschluss blieb nur noch eine kleine Szene, die sinnbildlich für diesen Abend stand: Als der Schlusspfiff ertönte, klopfte Herzog seinem Gegenspieler Del Carretto auf die Schulter und sagte lachend: "Heute warst du der Teufel im roten Trikot." Del Carretto grinste: "Und du der Engel, der fast zurückgeschlagen hätte."

Ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst - außer vielleicht, man ist Torwart und will heute Nacht schlafen.

22.08.643993 15:39
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