Sport-Blick
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Basel rettet spät den Punkt - ein 2:2, das nach mehr schmeckt

57951 Zuschauer, Flutlicht, kalte Januarluft - und ein SC Basel, der sich erst spät daran erinnerte, dass Fußball auch in der ersten Halbzeit stattfindet. Am 17. Spieltag der 1. Liga Schweiz trennten sich der SC Basel und der SC Aarau mit 2:2. Ein Ergebnis, das am Ende beide Seiten irgendwie zufrieden, aber keine wirklich glücklich machte.

Das Spiel begann, wie Basler Trainer Joschi Du es wohl nicht geplant hatte. "Wir wollten eigentlich dominant auftreten", knurrte er nach der Partie, "aber offenbar hatte Aarau den Wecker früher gestellt." Schon in der 7. Minute klingelte es: Thomas Herzog nutzte einen herrlichen Pass von Justin Desjardins, nahm den Ball direkt - 0:1. Die Basler Verteidigung wirkte dabei wie in der Winterpause: körperlich anwesend, geistig noch beim Aufwärmen.

Und Aarau blieb dran. In der 23. Minute legte Jean-Pierre Ames nach, nach einem feinen Zuspiel von Malkolm Holmqvist. Zwei Schüsse, zwei Tore - Effektivität, wie man sie sonst nur aus Lehrbüchern kennt. Hans Meyer, der Aargauer Trainer, grinste später: "Ich hab den Jungs gesagt, dass der Platz in Basel groß ist. Sie sollten ihn einfach nutzen."

Basel war geschockt, rannte an, aber fand erst kurz vor der Pause die Lücke. Willem Tenbrook, der auffälligste Basler an diesem Abend, traf in der 37. Minute nach feiner Vorarbeit von Yannick Lardenoit. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Tenbrook hinterher und grinste, "vielleicht war’s auch ein bisschen Frust." Das Publikum erwachte, und plötzlich war die Partie da, wo sie hingehörte - auf Messers Schneide.

Nach der Pause wirkte Basel wie ausgewechselt - oder zumindest wie ausgeschlafen. Drei Minuten nach Wiederanpfiff, in der 48. Minute, traf Michele Del Carretto nach einem flachen Pass von Agemar Eusebio zum 2:2. Der Jubel im Stadion: ohrenbetäubend. Aarau wackelte, Basel drückte. Die Statistik spricht Bände: 14 Torschüsse für Basel, 11 für Aarau, Ballbesitz 52 zu 47 Prozent. Doch wer die zweite Halbzeit sah, hätte geschworen, dass Basel den Ball 80 Prozent der Zeit hatte.

Es folgte ein offener Schlagabtausch - im wahrsten Sinne des Wortes. Drei Gelbe Karten für Aarau (Luis Simard, 22.; Niclas Krieger, 34.) und zwei für Basel (Yves Doucet, 66.; Benjamin Monroe, 72.) zeugen davon, dass es nicht nur um Punkte, sondern auch um Ehre ging. "Das war kein Schachspiel", meinte Aarau-Verteidiger Oskar Müller trocken. "Eher so was wie Rugby mit Ballkontrolle."

In der 61. Minute dann Schreckmoment für Basel: Torhüter Jacob Neumann musste verletzt raus. Ersatzmann Charles Robinson kam und wurde sofort gefordert - Aarau hatte durch Marc Pelletier und Ames gleich zwei gute Chancen (58. und 59.). Doch Robinson hielt, als hätte er nie etwas anderes getan.

Basel reagierte mit wütenden Angriffen. Tenbrook prüfte Keeper Rikki Sleeper in der 64. und 92. Minute, Doucet versuchte es aus der Distanz, und Lardenoit zirkelte einen Freistoß nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Aarau konterte mit Pfeiffer, der in der 76. und 93. Minute gefährlich auftauchte - aber eben nur auftauchte.

Trainer Joschi Du fasste es nach Schlusspfiff mit typisch baslerischem Understatement zusammen: "Wir haben das Spiel nicht verloren, aber auch nicht gewonnen. Schön, dass das Stadion wenigstens warm geworden ist." Hans Meyer hingegen zeigte sich pragmatisch: "Ein Punkt in Basel - das nimmt man mit. Und die Rückfahrt ist mit einem Lächeln einfach kürzer."

Die Zuschauer hatten jedenfalls ihr Eintrittsgeld nicht bereut. Zwei Teams, die offensiv wollten, defensiv manchmal mussten, und am Ende ein Spiel, das alles hatte: Tore, Karten, Drama, und sogar einen verletzten Torwart.

Ein junger Fan auf der Tribüne brachte es wohl am besten auf den Punkt, als er zu seinem Vater sagte: "Papa, das war besser als Fernsehen." Und wer wollte ihm da widersprechen?

Basel feierte den Punkt wie einen kleinen Sieg, Aarau fühlte sich wie der moralische Gewinner - und irgendwo zwischen den beiden lag die Wahrheit, vermutlich auf der Mittellinie.

Ein 2:2, das nach mehr schmeckt - und Lust auf den Rückrundenstart macht.

23.07.643987 07:48
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