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Basel dreht auf: Eusebio-Doppelpack besiegelt Lausannes Heimniederlage

Es war ein frostiger Januarabend im Stade de la Tuilière, aber was die 38.923 Zuschauer beim 10. Spieltag der 1. Liga Schweiz geboten bekamen, war feuriger Angriffsfußball vom Feinsten. Am Ende triumphierte der SC Basel verdient mit 4:2 über Lausanne-Sport - und das, obwohl die Gastgeber phasenweise die bessere Spielanlage zeigten.

Von der ersten Minute an war klar: Hier wollte keiner nur verwalten. Beide Teams traten offensiv an, beide Trainer - Ronny Schmidt auf Lausanner Seite, Joschi Du bei Basel - hatten offensichtlich dieselbe Taktiktafel benutzt: "Macht Tore. Viele." Schon in der ersten Minute prüfte Basels Yannick Lardenoit den Lausanner Torhüter Dylan Monroe mit einem satten Schuss aus 20 Metern. "Da dachte ich kurz, der Ball will heute selbst Geschichte schreiben", grinste Monroe später.

In der 21. Minute fiel dann das erste Kapitel dieser Geschichte: Der 17-jährige Nelio Barros, der gerade erst seinen Führerschein gemacht haben dürfte, traf nach feinem Zuspiel von Alex Silfredo zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Barros mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Schüchternheit und Stolz pendelte.

Lausanne reagierte wütend, rannte an und kam kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich. In der 41. Minute schob Pattrick Abbadie nach Flanke von Henri Caroll zum 1:1 ein - ein typisches Tor der Sorte "Arbeitstreffer", wie Schmidt es später nannte. Und tatsächlich: Lausanne hatte zur Halbzeit leicht mehr Ballbesitz (50,5 %) und 11 Torschüsse, Basel 14. Alles also ausgeglichen - außer vielleicht im Abschlussglück.

Nach der Pause ging es Schlag auf Schlag. Zunächst musste Abbadie verletzt vom Platz - ein Knöchelproblem, das ihn vermutlich ein paar Wochen kosten wird. Sein Ersatz Kevin Hübner brachte frischen Schwung, und in der 56. Minute belohnte sich Lausanne: Michel Seymour traf nach Vorarbeit von Julius Maier zum 2:1. Das Stadion tobte, sogar die Tribünen im Windschatten vibrierten.

Doch wer glaubte, Basel würde sich geschlagen geben, kennt Joschi Du nicht. Der Basler Trainer stand mit verschränkten Armen an der Linie, nickte einmal knapp - und seine Mannschaft drehte das Spiel. Nur sieben Minuten später, in der 63. Minute, glich Xabier Cunha nach Pass von Lardenoit aus. "Wir wissen, dass wir immer ein Tor machen können", erklärte Cunha später mit stoischer Ruhe.

Lausanne wirkte in der Folge müde, ein bisschen wie ein Boxer, der zu viele Schläge einstecken musste. Basel roch Blut. In der 78. Minute traf Agemar Eusebio nach Vorlage von Michele Del Carretto zum 2:3 - ein Tor, das die Lausanner Defensive eher aus der Kategorie "freundliche Begleitung" sah. Und als Eusebio in der 90. Minute erneut zuschlug, diesmal nach Zuspiel von Silfredo, war der Deckel drauf: 2:4, Spiel vorbei.

"Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht", knurrte Ronny Schmidt nach Abpfiff. "Basel war gnadenlos effizient." Sein Gegenüber Joschi Du lächelte nur und meinte: "Wir spielen einfach gern bis zum Schluss - auch wenn’s die Nerven kostet."

Statistisch betrachtet war das Spiel ein beinahe poetisches Gleichgewicht: Lausanne mit 50,5 Prozent Ballbesitz, Basel mit 49,5. Beide Teams suchten das Heil in der Offensive, 25 Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache. Nur in der Chancenverwertung zeigte sich der Unterschied zwischen einem soliden Heimteam und einem Spitzenclub.

Eine Szene blieb besonders in Erinnerung: Nach Eusebios zweitem Treffer drehte sich der Angreifer zum Gästeblock, formte ein Herz mit den Händen und rief seinem Coach zu: "Das war für dich, Boss!" - worauf Joschi Du nur trocken zurückrief: "Und das nächste für den Physio!"

Am Ende verließen die Basler Spieler den Rasen mit breitem Grinsen, während Lausanne in die Kabine schlich, als hätte jemand das Licht ausgeknipst. Trotzdem: Das Publikum bedachte beide Mannschaften mit Applaus - vielleicht, weil man spürte, dass hier zwei Teams alles gegeben hatten.

Ein verdienter Sieg für Basel, ein lehrreicher Abend für Lausanne und ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen der Taktik, sondern wegen des unerschütterlichen Glaubens beider Mannschaften, dass Fußball vor allem eines ist: ein wildes, schönes Chaos.

Oder, wie Basels Mittelfeldstratege Alex Silfredo es nachher im Kabinengang formulierte: "Manchmal musst du den Ball einfach lieben, auch wenn er dich 90 Minuten lang ignoriert."

03.05.643987 07:32
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Giovanni Trappatoni
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