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Astruc-Show an der Anfield Road - Liverpool schießt Hamburg aus dem Viertelfinal-Traum

Man muss den Liverpool Reds lassen: Wenn sie einen französischen Stürmer haben, der Astruc heißt, dann wird’s für die Gegner meist astronomisch schwierig. Beim 4:2 (1:1) gegen den SC Hamburg in der Champions-League-Gruppenphase war Alain Astruc der Mann des Abends - drei Tore, ein Lächeln, ein halbes Stadion im Rausch. "Ich dachte, ich hätte nur zwei gemacht", grinste der 29-Jährige nach Abpfiff. "Aber die Jungs meinten, es waren drei. Dann nehme ich das mal so hin."

Vor 59.000 Zuschauern an der Anfield Road begann alles durchaus offen. Hamburg, unter Trainer Tim Engel mit offensiver Grundordnung und erstaunlich viel Selbstvertrauen angereist, legte los wie ein Nordseesturm: Guillermo Pinto prüfte Reds-Keeper Reece Kendall schon nach sechs Minuten, und Maurizio Torre di Ruggiero ließ wenig später einen Schuss los, der nur knapp über den Querbalken strich. "Da dachte ich: Wenn das so weitergeht, brauchen wir eine größere Tafel für die Gegentore", witzelte Liverpools Coach Heiner Schneider später.

Doch dann kam Minute 24. James Badham, der Dauerläufer auf der rechten Seite, fand Astruc mit einem Pass in die Tiefe - und der Franzose schob eiskalt flach ins lange Eck ein. 1:0 für Liverpool, und die Anfield Road klang plötzlich wie ein startender Jet.

Hamburg ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Sechs Minuten später konterte der SC geschickt: Torre di Ruggiero legte quer, Simon Dietrich drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - 1:1. Die Norddeutschen jubelten, Engel ballte die Faust, und man sah Schneider an: Das gefiel ihm gar nicht. "Wir haben ihnen zu viel Platz gelassen, das war wie ein Frühjahrsputz in unserer Abwehr - alles offen", knurrte der Trainer.

Nach der Pause schien Hamburg kurzzeitig an der Sensation zu schnuppern. In der 49. Minute brachte Nestor Caballero die Gäste tatsächlich in Führung - nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Harrison Ramsay. Liverpool staunte, Hamburg träumte. Doch wie so oft, wenn man in Anfield träumt, wird man unsanft geweckt.

In der 60. Minute wuchtete Astruc seinen zweiten Treffer ins Netz, diesmal nach feiner Vorarbeit des Portugiesen Duarte Capucho. Nur fünf Minuten später tanzte wieder Astruc durch den Strafraum, erneut bedient von Badham - 3:2! Der Franzose rannte jubelnd zur Trainerbank, wo Schneider ihn mit einer Umarmung empfing, die eher an einen Wrestling-Move erinnerte.

"Ich hab ihm gesagt: Noch eins, dann darfst du morgen ausschlafen", lachte Schneider später.

Und tatsächlich: In der 75. Minute war es Sergio Arrondo, der den Schlusspunkt setzte. Nach Capucho-Flanke köpfte der bullige Mittelstürmer zum 4:2 ein - und Hamburgs letzte Hoffnungen segelten in die kalte Mersey-Nacht davon.

Statistisch gesehen war die Partie fast ausgeglichen: 49 Prozent Ballbesitz für Liverpool, 51 für Hamburg, 15 zu 8 Torschüsse. Aber wer die Tore macht, gewinnt eben, und das war an diesem Abend eine ziemlich einseitige Angelegenheit namens Astruc.

Die Hamburger zeigten Moral, aber auch Naivität. "Wir haben zu offen gestanden", gab Trainer Engel zu. "Gegen so einen Gegner darfst du den Strafraum nicht als Laufsteg benutzen." Sein Kapitän Torre di Ruggiero fügte an: "Zwei Tore in Anfield sind schön, aber vier kassieren ist halt doof."

Bei Liverpool hingegen strahlten alle. Selbst Marco Hermenegildo, der in der 53. Minute Gelb sah, scherzte: "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch mal auffalle." Weniger lustig war die kurze Verletzung von Corey Robert, der nach seiner Einwechslung in der 60. Minute gleich wieder humpelnd raus musste. "Ein klassischer englischer Abend: Regen, Tore, und mindestens ein Spieler mit Eisbeutel", kommentierte Schneider trocken.

In der Schlussphase spielte Liverpool die Partie souverän zu Ende, das Publikum sang sich heiser, und Astruc bekam Standing Ovations, als er in der 89. Minute noch einmal knapp scheiterte.

Mit dem Sieg haben die Reds nun beste Chancen auf das Weiterkommen, während Hamburg auf ein Fußballwunder angewiesen ist. Trainer Engel nahm’s mit Galgenhumor: "Wir haben vier Gegentore kassiert, aber wenigstens keine rote Karte. Fortschritt!"

Und Alain Astruc? Der verschwand nach dem Spiel mit einem Lächeln, das so breit war wie die Anfield Road selbst. "Ich liebe solche Abende", sagte er. "Wenn der Ball läuft, läuft alles."

Vielleicht läuft’s für Liverpool jetzt bis ins Viertelfinale. Wenn Astruc weiter so trifft, dürfte selbst das kein astronomisch ferner Traum mehr sein.

29.06.643987 23:50
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Erich Ribbeck
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