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AS Pisa siegt mit Stil - und Serge Duverger tanzt wieder

Es war einer dieser Abende, an denen das Stadio Garibaldi schon beim Aufwärmen vibrierte. 27.000 Zuschauer, ein wolkenloser Himmel über Pisa, und zwei Teams, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der taktisch disziplinierte AS Pisa von Trainer Bembel Macher empfing den aufopferungsvoll kämpfenden VfB Auerbach, betreut von Harty Hardsen, der später etwas ratlos in den toskanischen Nachthimmel blicken sollte. Das Endergebnis: 3:1 (2:1) - und es fiel nicht zu hoch aus.

Schon in der 10. Minute explodierte das Stadion. Serge Duverger, der bullige Mittelstürmer, nahm einen langen Ball aus dem Halbfeld von Callum Lithgow perfekt mit der Brust an, drehte sich wie auf Schienen und drosch das Leder unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten - manchmal muss man nicht viel denken", grinste Duverger später in die Kameras. Pisa führte, und die Fans sangen schon von der K.o.-Runde.

Doch Auerbach zeigte Charakter. Nur zwölf Minuten später, in der 22. Minute, gelang dem Innenverteidiger Mario Albacar das, was seine Stürmer bis dahin nicht schafften: Er köpfte nach einer Ecke von Filipe Figo den Ball über die Linie. Ein klassisches "Abwehrtor", wie Hardsen später süffisant meinte: "Wenn meine Abwehrleute treffen müssen, weiß man, wie’s um unsere Offensive steht."

Das Spiel blieb offen - zumindest bis zur 36. Minute. Wieder war es Serge Duverger, diesmal als Vorbereiter. Mit dem Rücken zum Tor legte er elegant auf den heranstürmenden Ole Mykland ab, der den Ball flach ins rechte Eck setzte. 2:1 für Pisa, und Trainer Macher klatschte zufrieden in die Hände. "Wir trainieren diese Kombination jeden Donnerstag - meistens klappt sie aber erst am Freitag", witzelte er nach dem Spiel.

Auerbach kämpfte, Pisa kontrollierte. 59 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse gegenüber neun der Gäste - das klingt enger, als es auf dem Rasen wirkte. Pisa ließ den Ball laufen, Auerbach lief hinterher. Besonders auffällig: der junge Corneliu Andone, erst 19, der unermüdlich über die rechte Seite marschierte, aber oft an Pisas Abwehrkante Valerio Sabbatini scheiterte. "Ich glaub, der hat mir meine Schuhsohlen dünn gelaufen", keuchte Sabbatini lachend in der Mixed Zone.

In der zweiten Halbzeit versuchte Hardsen alles. Zur 61. Minute brachte er gleich zwei frische Spieler: Jakob Ludwig und Matthias Klein sollten neuen Schwung bringen. Doch Pisa blieb cool - defensiv eingestellt, auf Konter lauernd. Und während Auerbachs Aggressivität langsam zur Verzweiflung wurde, sammelten sich die Gelben Karten wie Souvenirs: Julian Xavier sah erst in der 75. Minute Gelb, dann in der 87. Gelb-Rot. "Ich wollte eigentlich nur winken", behauptete er später mit einem Grinsen, das eher nach schlechtem Gewissen aussah.

Pisa dagegen spielte das Ergebnis clever herunter - bis zur 90. Minute. Wieder Duverger, wieder ein Moment der kalten Effizienz. Nach einem schnellen Antritt von Gianni Caloveto landete der Ball beim Franzosen, der aus 15 Metern trocken einschob. 3:1. Der Rest war Jubel, Gesang und das übliche Konfetti aus Papierschnipseln und Bierbechern.

Trainer Bembel Macher zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben gezeigt, dass man auch mit einer defensiven Grundordnung Spaß haben kann - na ja, zumindest unsere Fans." Sein Gegenüber Harty Hardsen wirkte dagegen bedient: "Wenn man mit 40 Prozent Ballbesitz und einer Gelb-Roten Karte auswärts antritt, braucht man kein Orakel, um das Ergebnis vorherzusagen."

Statistisch gesehen war es ein solides, aber kein spektakuläres Spiel. Pisa hatte etwas mehr Kontrolle, Auerbach etwas mehr Frust. 51,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gastgeber - ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Und wenn man ehrlich ist: Pisa wirkte nie so, als könnte dieses Spiel noch kippen.

Als die Spieler schließlich in die Kabine verschwanden, blieb ein zufriedenes Publikum zurück. Nur ein älterer Fan auf der Tribüne, mit Pisa-Schal und Espresso in der Hand, brummelte: "Früher hätten wir die 5:1 abserviert." Vielleicht. Aber an diesem Abend reichte es, dass Serge Duverger tanzen durfte - und Pisa nach vier Spieltagen wieder vom Weiterkommen träumen kann.

Ein Abend mit Stil, Strategie und einem Torjäger, der offenbar beschlossen hat, dass zwei Treffer pro Spiel eine akzeptable Quote sind. Oder, wie Duverger selbst sagte: "Ich schieße halt gern, wenn’s schön ist. Und Pisa ist verdammt schön."

07.06.643987 03:15
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Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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