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AS Pisa rettet Punkt gegen Piacentina - Gaudin antwortet früh auf Schockstart

Ein kalter Januarabend in Pisa, die Flutlichter glühen, 24.673 Zuschauer wärmen sich an Espresso und Emotionen - und schon nach zwei Minuten bleibt so manchem der Kaffee im Hals stecken. Denn der FC Piacentina, angereist mit der Stoßrichtung "Wir stören mal den Heimfrieden", erwischt die AS Pisa eiskalt: Nicola De Santis, der flinke Rechtsaußen, trifft nach Vorarbeit von Antonio Torano zur frühen Führung. "Ich hab nur kurz hochgeschaut, dann war der Ball drin", grinste De Santis später, als hätte er gerade einen Sonntagsspaziergang beschrieben.

Trainer Bembel Macher, der sonst mit sonorer Gelassenheit an der Seitenlinie steht, war da weniger erfreut. "Wir wollten eigentlich nicht gleich nach dem Anstoß in Rückstand geraten", knurrte er - eine Analyse, die schwer zu widerlegen war. Doch seine Mannschaft reagierte: Pisa übernahm mehr Ballbesitz, am Ende 53 Prozent, und zeigte, dass offensive Ausrichtung mehr ist als eine taktische Vokabel. Elf Torschüsse standen zu Buche, viele davon aus der Kategorie "Beinahe schön".

Besonders auffällig: Linksfuß Eric Brongniart, der über die Außenlinie wirbelte, als wäre sie seine persönliche Laufbahn. Schon in der ersten Minute prüfte er Piacentinas Torwart David Curinga, später bereitete er den Ausgleich vor. In der 39. Minute nämlich war es Jacques Gaudin, der zentrale Mittelfeldmotor, der nach Brongniarts Vorlage das 1:1 erzielte. Ein trockener Abschluss, präzise und entschlossen - und plötzlich bebte das Stadion.

"Ich wusste, dass Eric mich sieht", erzählte Gaudin nach dem Spiel, "wir trainieren das jeden Donnerstag - manchmal klappt’s, manchmal nicht. Heute war Donnerstag im Kopf." Ein Satz, der so charmant war wie der Treffer selbst.

Piacentina, das nach dem frühen Tor etwas zu sehr auf die eigene Balance vertraute, kam in der Folge kaum noch zu gefährlichen Szenen. Zwar hatte De Santis noch zwei Abschlüsse (30. und 41. Minute), doch Pisa-Keeper Javi Castro, sonst ein eher stiller Typ, hielt souverän. "Ich hab einfach versucht, nicht zu frieren", sagte er lachend, "aber dann kam De Santis - und das hat mich wach gemacht."

Die zweite Halbzeit begann mit viel Engagement, aber wenig Ertrag. Pisa blieb die aktivere Mannschaft, erhöhte gegen Ende sogar das Pressing, doch Piacentina verteidigte robust. Der gelbverwarnten Christian Papasidero (54.) sah man den inneren Kampf zwischen Leidenschaft und Regelwerk deutlich an - sein Trikot sprach Bände. Trainer Macher stellte in Minute 70 auf "alles nach vorn" um, Brongniart und Ortiz prüften Curinga noch mehrfach (67., 74., 90.), aber das Tor blieb wie vernagelt.

"Wir wollten unbedingt den Sieg, aber der Ball hat einfach nicht mehr gehört", erklärte Macher nach dem Schlusspfiff mit einem Schulterzucken, das gleichzeitig Resignation und Stolz ausdrückte. Sein Gegenüber, vermutlich mit einem Espresso mehr im Blut, sah’s gelassener: "Ein Punkt in Pisa ist immer gut. Vor allem, wenn man ihn nach zwei Minuten schon fast sicher hat", meinte Piacentina-Coach verschmitzt - ein Satz, der die Ironie des Abends perfekt traf.

Die Statistik sprach am Ende leicht für Pisa: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, besseres Zweikampfverhältnis (54,6 Prozent). Doch das Ergebnis blieb stur bei 1:1. Ein Remis, das beiden Teams nicht wirklich hilft, aber auch keinem schadet - der klassische Kompromiss eines winterlichen Ligaspiels.

Für die Fans blieb immerhin das Gefühl, ein intensives, wenn auch torarmes Fußballduell gesehen zu haben. In der Kurve wurde noch lange gesungen, obwohl kaum einer verstand, warum man sich über ein Unentschieden so freuen konnte. Vielleicht, weil es einfach ein ehrliches Spiel war - mit Fehlern, Kampf, und ein bisschen Poesie im Chaos.

Oder, wie Jacques Gaudin es später sagte, bevor er in den Mannschaftsbus stieg: "Ein Punkt ist besser als ein kalter Abend ohne Feuer." Und Pisa hatte an diesem Abend genug davon - auf dem Platz, auf den Rängen, und in den Gesichtern derer, die Fußball nicht nur sehen, sondern fühlen.

Ein 1:1, das wärmer wirkt, als es klingt.

15.08.643987 11:05
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