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AS Pisa lässt Bari Calcio alt aussehen - Malvito tanzt, Bari stolpert

Wenn der Fußball ein Theaterstück wäre, dann spielte AS Pisa am vierten Spieltag der Serie A eine glänzende Hauptrolle, während Bari Calcio die Statisten stellte. 26.511 Zuschauer im Stadio Romeo Anconetani sahen einen 3:0-Heimsieg, der so klar war, dass selbst die Tauben auf der Flutlichttraverse irgendwann gelangweilt gurrten.

Es begann, wie es sich für einen italienischen Fußballabend gehört: laut, emotional und mit einem Hauch Chaos. Schon in den ersten Minuten deutete Pisa an, wohin die Reise gehen würde. Alessio Malvito, 32 Jahre jung und offenbar in der Form seines Lebens, prüfte Baris Torwart Giacomo Trevisan früh mit einem satten Schuss (6.). Der Ball zischte knapp vorbei, aber das war nur die Ouvertüre.

Die Tore fielen dann mit einer Effizienz, die man sonst nur von Espresso-Maschinen kennt. In der 29. Minute nahm Malvito Maß, ließ Gegenspieler Cossu stehen wie eine Parkuhr und schlenzte den Ball unhaltbar in den Winkel. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du triffst, bist du ein Künstler, wenn nicht, ein Idiot", grinste der Doppeltorschütze später.

Nur eine Minute später klingelte es erneut. Wieder Malvito, diesmal nach einem feinen Steckpass von Callum Lithgow (30.). Bari Calcio wirkte konsterniert, als hätte jemand den Verteidigern erklärt, Abseits sei jetzt optional. Trainer Bembel Macher von Pisa rieb sich die Hände: "Das war genau das, was wir trainiert haben - also, fast. Eigentlich sollte er den Ball querlegen, aber so war’s auch schön."

Bari kam kaum ins Spiel. Vier kümmerliche Torschüsse, die meisten so harmlos, dass Pisas Keeper Javi Castro fast Mitleid bekam. Nur einmal, in der 39. Minute, musste er sich wirklich strecken, als Bruno Musso einen Distanzschuss losließ. Danach war die Luft raus. Pisa hatte 51 Prozent Ballbesitz, aber 90 Prozent der Spielkontrolle.

Nach der Pause blieb das Bild gleich. Pisa kombinierte, Bari kämpfte - und zwar eher mit sich selbst als mit dem Gegner. Daniel Peltonen, Pisas linker Verteidiger, sammelte in der 61. Minute Gelb und in der 64. gleich Gelb-Rot. Trainer Macher schnaubte: "Daniel wollte wohl früher duschen. Vielleicht hatte er ein Date." Trotzdem geriet Pisa nie ernsthaft unter Druck.

Bari-Coach - dessen Name in den Unterlagen verschollen blieb, vielleicht wollte er inkognito bleiben - gestikulierte wild an der Seitenlinie, aber seine Spieler verstanden ihn offenbar so wenig wie der Schiedsrichter seine Ausreden.

In Unterzahl legte Pisa sogar noch nach. In der 86. Minute setzte sich der quirlige Rechtsaußen Bernardo Ortiz durch, flankiert von einem beherzten Lauf des jungen Nevio Xavier, der die Vorlage lieferte. Ortiz traf trocken zum 3:0 und ließ das Stadion beben. "Ich hab einfach gespürt, dass heute was geht", sagte Ortiz später mit einem breiten Grinsen. Das Publikum skandierte seinen Namen, während Bari nur noch auf den Abpfiff hoffte.

Pisa hatte zu diesem Zeitpunkt schon 15 Torschüsse abgegeben, Bari ganze vier. Eine Quote, die auch in der Bezirksliga für Stirnrunzeln sorgen würde. "Wir haben’s versucht, aber Pisa war einfach besser - in allem", seufzte Baris Stürmer Leandro da Sibari, der seinen einzigen Schuss in der 89. Minute abgab.

Die Statistik erzählte eine klare Geschichte: Pisa aggressiv, zielstrebig, offensiv. Bari brav, aber blass. Selbst als Pisa am Ende mit zehn Mann spielte, sah es aus, als würden sie zu elft gegen acht antreten.

Trainer Macher fasste es nach dem Abpfiff trocken zusammen: "3:0, keine Verletzten, schöne Tore - was will man mehr? Vielleicht weniger Karten, aber man kann nicht alles haben."

Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt, als er beim Verlassen des Stadions rief: "Wenn Pisa so weiterspielt, wird das keine Saison, sondern ein Spaziergang!" Ein bisschen übertrieben vielleicht - aber an diesem Abend durfte man euphorisch sein.

Und Bari? Nun ja, sie traten die Heimreise an mit dem Gefühl, dass es Tage gibt, an denen man einfach nicht gewinnen kann - selbst wenn man es versucht. Vielleicht hilft da nur eins: ein Espresso, stark wie Pisa an diesem Abend.

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22.02.643987 19:27
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Wer jetzt noch von der Meisterschaft spricht, der muß ein Diplom von der Tanzschule für Traumtänzer kriegen.
Rainer Calmund
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