World Soccer
+++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++

AS Bologna siegt spät - Graz verteidigt tapfer, aber vergeblich

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Ball vielleicht heimlich ein Eigenleben führt. 42.158 Zuschauer im Stadio Renato Dall’Ara sahen am 17. Februar 2026, wie der AS Bologna gegen den SV Graz mit 2:0 gewann - und das, obwohl die Italiener bis zur 84. Minute so wirkungslos anrannten, dass mancher Fan schon die Espressomaschine vorzeitig einschaltete.

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel, das vermutlich selbst Schachfreunde in den Schlaf gewiegt hätte. Bologna rannte an, Gianluigi Di Carlo schoss früh zweimal aufs Tor (7. und 16. Minute), aber entweder fehlte ein halber Meter oder der Ball flog in astronomische Höhen, die normalerweise nur Wetterballons erreichen. Graz? Nun, sie hatten 51 Prozent Ballbesitz, aber null Torschüsse. "Wir wollten das Spiel kontrollieren", erklärte Trainer Matt Steu hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Ironie und Resignation pendelte.

Bologna-Trainer Ferdinand Mayer hatte vor dem Spiel noch betont, man wolle "nicht nur schön, sondern auch effektiv" spielen. Nach 45 Minuten dachte man: schön ist relativ. Mayer gestikulierte wild an der Seitenlinie, Di Carlo winkte ab, und selbst der Stadionsprecher klang, als würde er innerlich gähnen.

Nach der Pause kam ein Hauch von Leben ins Spiel - allerdings nicht immer in die richtige Richtung. In der 47. Minute sah der erst 17-jährige Grazer Rechtsverteidiger Gerhard Lee Gelb, nachdem er Sebastian Nagel am Flügel etwas zu enthusiastisch stoppte. "Ich wollte nur den Ball treffen", schwor der Teenager später, "aber der Ball war schneller weg, als ich dachte." Mayer kommentierte trocken: "Das war die energischste Aktion der Grazer bis dahin."

Zehn Torschüsse, null Gegentreffer - so lautete Bolognas Bilanz, bevor endlich der Knoten platzte. In der 84. Minute bewies der 33-jährige Amaury Morais, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als jugendlicher Elan: Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum drückte der Brasilianer den Ball über die Linie. Das Stadion explodierte - endlich, der Bann war gebrochen!

Kaum hatten sich die Graz-Verteidiger gesammelt, klingelte es erneut. Zwei Minuten später (86.) spielte Iason Theodoridis einen sehenswerten Pass in den Rückraum, Ludvig Jensen kam angerauscht und versenkte trocken zum 2:0. Ein Doppelschlag, der so unerwartet kam, dass mancher Zuschauer noch beim Jubeln über das erste Tor das zweite verpasste. "Wir haben einfach weitergemacht", grinste Jensen später. "Trainer Mayer sagte: ’Wenn ihr nicht trefft, schießt halt nochmal.’ Also hab ich das wörtlich genommen."

Graz versuchte danach, wenigstens einen Ehrentreffer zu erzwingen - vergeblich. Kein einziger Schuss fand den Weg auf Enrico Satrianos Tor. Der Bologneser Keeper hätte theoretisch während des Spiels Sudoku lösen können, ohne etwas zu verpassen. "Ich war froh, dass der Schiedsrichter mich nicht wegen Untätigkeit verwarnt hat", witzelte Satriano nach Abpfiff.

Statistisch gesehen war es ein kurioses Spiel: 48,8 Prozent Ballbesitz für Bologna, 51,2 für Graz - doch das Chancenverhältnis von 10:0 spricht eine klare Sprache. Graz spielte gefällig bis zum Strafraum, dann allerdings so zögerlich, dass man fast Mitleid bekam. "Wir sind jung, wir lernen", sagte Trainer Steu. "Heute haben wir gelernt, dass man Tore nur schießen kann, wenn man auch aufs Tor schießt."

Mayer hingegen zeigte sich zufrieden - zumindest nach Abpfiff. "Wir haben geduldig gewartet, die Ruhe bewahrt und dann zugeschlagen. Genau so stellt man sich das in der Europaliga vor." Seine Spieler nickten artig, einige grinsten. Man hatte das Gefühl, dass sie selbst überrascht waren, wie spät sie das Spiel noch in den Griff bekamen.

Während die Fans jubelten und Amaury Morais mit ausgebreiteten Armen Richtung Kurve lief, wirkte Graz’ Torhüter Ronald Seidel fassungslos. "Wir haben 83 Minuten alles wegverteidigt - und dann das", murmelte er in Richtung der Ersatzbank. Sein Trainer legte ihm die Hand auf die Schulter: "Kopf hoch, Ronald. In Bologna zu verlieren, ist keine Schande. Aber das nächste Mal versuchen wir’s vielleicht auch mit einem Torschuss."

So endete ein Spiel, das lange nach einem 0:0 aussah, dann aber mit zwei späten Treffern die Zuschauer versöhnte. Bologna holt damit drei wichtige Punkte in der Europaliga-Gruppenrunde, während Graz mit leeren Händen, aber immerhin ohne rote Karte nach Hause fährt.

Und irgendwo in Bologna, so munkelt man, hat ein Espresso doppelt so gut geschmeckt wie sonst - einfach, weil man endlich wieder Tore gesehen hat.

22.09.643990 21:00
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager