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Arnheim verliert turbulentes 2:3 - Groningen trifft spät und clever

Es war einer dieser kalten Januarabende, an denen der Atem über dem Rasen dampft und die Fans mit heißem Kakao mehr Treffer feiern als ihre Lieblingsmannschaft. 23.461 Zuschauer im Arnheimer Stadion bekamen beim 18. Spieltag der 2. Liga Niederlande jedenfalls alles geboten: fünf Tore, ein verletzter Mittelfeldmann, zwei gelbe Karten - und das Gefühl, dass Fußballgötter manchmal einfach nordwärts zeigen.

Schon in der 13. Minute sorgte Alain Burkhardt für den ersten Jubel der mitgereisten Groningen-Anhänger. Nach einem langen Pass von Innenverteidiger Thanassis Lagonikakis nahm der flinke Linksaußen Maß und drosch den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. Arnheims Torhüter Maarten Courtlandt reckte die Arme - zu spät. "Das war kein Schuss, das war ein Statement", murmelte ein Zuschauer auf der Haupttribüne, während der Stadionsprecher mühsam gegen den Lärm ankam.

AZ Arnheim brauchte eine Weile, um sich zu fangen. Und als es endlich lief, kam der nächste Rückschlag: In der 19. Minute verletzte sich Juriaan Barculo im Mittelfeld ohne gegnerische Einwirkung. Trainer (dessen Name die Vereinschronik verschweigt) musste reagieren und brachte Gotthard Lansing - der später noch eine entscheidende Rolle spielen sollte. "Ich hatte eigentlich gedacht, ich bleibe heute auf der Bank und trinke gemütlich Tee", scherzte Lansing nach Abpfiff.

Dann aber kam Noach Vanderveer. Der 31-Jährige, der aussieht, als hätte er schon 300 Kilometer auf dem Tacho, drehte das Spiel quasi im Alleingang. Zuerst in der 42. Minute, als er nach feinem Zuspiel von Gotthard Lansing trocken ins lange Eck abschloss - 1:1. Nur zwei Minuten später legte ihn sein junger Namensvetter Jelle Lansing auf, und wieder war Vanderveer zur Stelle - 2:1, die Tribüne bebte. "Da dachte ich, wir packen das", sagte Vanderveer später. "Aber dann kam dieser Finne."

Und dieser Finne, Jari Väyrynen, hatte offenbar keinen Sinn für Dramatikpausen. Kaum hatte Arnheim den Führungstreffer bejubelt, stand es auch schon wieder 2:2. In der 45. Minute verwertete Väyrynen eine Hereingabe von Alex Sa Pint mit der Präzision eines Uhrmachers. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste Väyrynen, "und der Ball wollte einfach rein."

Nach dem Pausentee wurde das Spiel taktisch enger. Arnheim mit knapp 49 Prozent Ballbesitz, Groningen mit einem Hauch mehr Kontrolle - aber mehr Zielstrebigkeit. Beide Trainer blieben ihrem Stil treu: Arnheim ausgewogen, Groningen offensiv. Die Schüsse flogen, zwölf auf das Arnheimer, fünfzehn auf das Groninger Tor. Courtlandt und Spoor, die beiden Keeper, hatten ordentlich zu tun - und manchmal Glück, wenn das Aluminium mithalf.

Als alles auf ein Remis hinauslief, schlug Väyrynen erneut zu. In der 73. Minute kombinierte er sich mit Mittelfeldmotor Laurens Schaffer durchs Zentrum, tanzte einen Verteidiger aus und lupfte den Ball frech über Courtlandt hinweg. 3:2 für Groningen - und die Arnheimer Fans verstummten abrupt, wie wenn jemand den Ton abdreht.

In der Schlussphase versuchte Arnheim alles. Rikki Swartwout drosch in der 74. Minute knapp vorbei, Marjan Stankovic köpfte in der 82. Minute über das Tor, und Jaap Van Cortlandt prüfte Spoor in der 87. Minute mit einem Schuss, den der Torhüter im Fallen irgendwie festhielt. "Ich hatte kurz das Gefühl, der Ball will mir durch die Handschuhe rutschen", gab Spoor zu, "aber dann hab ich ihn einfach angeschrien."

Groningen verteidigte den Vorsprung mit Routine - und ein bisschen mit Glück. Ezequiel de Freitas sah in der 70. Minute Gelb, als er Rikki Swartwout den Ball samt Schienbein abräumte. "War alles Ball", beteuerte er später, während sein Trainer nur trocken meinte: "Wenn das Ball war, dann ist ein Bulldozer auch ein Fahrrad."

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Gäste über den 3:2-Auswärtssieg, während Arnheim enttäuscht, aber nicht gebrochen vom Feld trottete. Die Statistik zeigte ein fast ausgeglichenes Spiel - 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, 12 zu 15 Torschüsse -, aber Fußball wird nun mal nicht am Taschenrechner entschieden.

"Wir hätten mehr draus machen müssen", seufzte Arnheims Doppeltorschütze Vanderveer. "Aber wenigstens hab ich mich selbst in die Kickertabelle eingetragen." Sein Gegenüber Väyrynen grinste breit: "Zweimal getroffen, dreimal glücklich - das reicht mir."

Und so blieb Arnheim am Ende der Verlierer eines Spiels, das niemand so schnell vergessen wird. Vielleicht, weil es alles hatte - Tempo, Tore, kleine Dramen und große Gesten. Oder einfach, weil es wieder einmal bewies: Wer in Arnheim führt, sollte niemals zu früh lächeln.

15.08.643987 11:15
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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