Tuttosport
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Albinoleffe zerlegt Pisa - ein 8:0 wie aus einem Videospiel

Wenn ein Spiel nach fünf Minuten schon entschieden scheint, weiß man: Entweder hat man es mit einem Meisterwerk oder mit einem Debakel zu tun. Im Stadio Atleti Azzurri d’Italia war es Letzteres - zumindest aus Sicht von AS Pisa. UC Albinoleffe spielte sich beim 8:0 (5:0) am 27. Spieltag der 1. Liga Italien in einen wahren Rausch und ließ den 64.079 Zuschauern kaum Zeit zum Luft holen.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz. Heikki Tolsa, der finnische Rechtsaußen mit der Schusskraft eines Presslufthammers, brauchte gerade einmal 120 Sekunden, um die Defensive der Gäste zu durchlöchern. "Ich wollte nur sehen, ob der Torwart wach ist", grinste Tolsa später. Er war es - aber nicht lange.

Tolsa legte in der zehnten Minute gleich nach, diesmal nach feinem Zuspiel von Gianni Grassi. Pisa wirkte da schon eher wie eine Gruppe Erasmus-Studenten auf Betriebsausflug: freundlich bemüht, aber defensiv komplett überfordert. Nur eine Minute später trug sich dann auch Grassi selbst in die Torschützenliste ein, nach Vorarbeit von Lewis Kirkwood. Das 3:0 nach elf Minuten - ein Zwischenstand, der auf manchem Bolzplatz noch als Ehrenrunde gilt.

Doch Albinoleffe hatte Lust auf mehr. Gaetano Martirano, der elegante Linksaußen mit einem Hang zur Theatralik, netzte in der 27. und 30. Minute doppelt ein - jeweils nach mustergültigen Pässen aus dem Mittelfeld. Trainer Danek Petri stand da noch mit verschränkten Armen in der Coaching-Zone und murmelte, halb ironisch, halb stolz: "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen Spaß haben. Ich wusste nicht, dass sie Pisa so ernst nehmen."

Fünf Tore zur Pause, 28 Torschüsse am Ende, 50,5 Prozent Ballbesitz - Albinoleffe war nicht nur effektiv, sondern auch gnadenlos effizient. Pisa dagegen? Kein einziger Torschuss aufs Tor. Null. Nada. Die Statistik liest sich wie ein schlechter Witz, und selbst Trainer Bembel Macher suchte nach Worten: "Wir wollten auf Konter spielen", stammelte er, "aber dafür braucht man den Ball."

Nach der Pause gönnte Petri seinen Stars Grassi und Kirkwood eine Pause und brachte die Youngster Emilio Alcazar (18) und Massimo Righi (20). Die beiden machten dort weiter, wo die Routiniers aufgehört hatten: mit Spielfreude und Druck. Martirano legte noch zweimal nach, in der 52. und 54. Minute - jeweils nach Vorarbeit von Marco Pauleta. Vier Tore in einem Spiel, das kann man schon mal "ein ordentliches Abendprogramm" nennen.

"Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, ob wir noch in der ersten Halbzeit sind", witzelte Martirano nach Abpfiff. "So viele Chancen, so viel Platz - das war fast unheimlich."

In der 93. Minute setzte José Meira den Schlusspunkt mit einem trockenen Schuss aus 20 Metern, nach Pass von Linksverteidiger Jacob Primes. Acht Tore. Kein Gegentor. Pisa wirkte zu diesem Zeitpunkt wie eine Mannschaft, die nur noch auf den Bus nach Hause wartete.

Die Fans feierten ihr Team minutenlang stehend, während Tolsa und Martirano lachend Selfies mit Ballkindern machten. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ein 8:0 erlebe, das sogar noch höher hätte ausgehen können", meinte ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions - und traf damit die Stimmung des Abends.

Trainer Petri blieb trotz der Gala gewohnt trocken: "Wir waren gut, ja. Aber nächste Woche zählt wieder nur das nächste Spiel." Daneben grinste Tolsa und flüsterte: "Ich hoffe, der nächste Gegner hat wenigstens einen Torwart."

AS Pisa hingegen dürfte die Heimfahrt schweigend verbracht haben. Eine Gelbe Karte für Diego Semedo in der 83. Minute war ihr einziger sichtbarer Widerstand, ein symbolisches "Wir sind auch noch da".

So bleibt ein Spiel, das in die Vereinschronik von Albinoleffe eingehen wird: 8:0, vier Tore von Martirano, zwei von Tolsa, eines von Grassi, eines von Meira - und ein Abend, an dem alles passte. "Wenn Fußball Kunst ist", schrieb ein Kollege später, "dann war das hier Michelangelo in Stollenschuhen."

Und Pisa? Nun ja - vielleicht hilft es, dass sie in der nächsten Runde auswärts antreten. Da können sie wenigstens sicher sein, dass die Tore diesmal nicht schon nach zwei Minuten fallen. Oder?

27.11.643987 14:13
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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