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Albinoleffe schlägt Bologna - mit Herz, Härte und Humor

Es war einer dieser Abende, an denen das Stadio Atleti Azzurri d’Italia bebte - nicht nur, weil 65.123 Zuschauer auf den Rängen standen, sondern weil UC Albinoleffe den großen Favoriten AS Bologna mit 2:0 in die Schranken wies. Zwei Tore, beide in der ersten Halbzeit, und danach ein leidenschaftlicher Abwehrkampf, der Trainer Danek Petri später trocken kommentierte: "Ich habe zehn Jahre älter ausgesehen nach der zweiten Halbzeit - aber glücklich älter."

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass Petri sein Team auf Angriff getrimmt hatte. Albinoleffe spielte "offensiv" im wahrsten Sinne des Wortes: Taktisch voll auf Attacke, aggressiv, mit Schussfreude aus allen Lagen - und das zeigte Wirkung. Bereits in der vierten Minute prüfte Christian Rizzo den Bologna-Keeper Enrico Satriano mit einem satten Schuss. Der Ball zischte knapp am Pfosten vorbei, und Petri rief von der Seitenlinie: "Wenn du schon die Latte nicht triffst, dann wenigstens die Taube!"

In der 17. Minute folgte der erste Stich: Giovanni Basile, der rechte Flügelflitzer, zog von außen nach innen, legte sich den Ball zurecht und zirkelte ihn mit feinem Fuß ins lange Eck - 1:0! Vorlage? Natürlich von Sefa Tekke, dem quirlig-schnellen Rechtsaußen, der an diesem Abend fast so aussah, als hätte er eine persönliche Fehde mit der gegnerischen Abwehr.

Bologna? Hatte mehr Ballbesitz (56,5 Prozent), aber weniger Ideen. Ein Schuss von Castroregio in der 10. Minute war alles, was die Gäste in der ersten Hälfte zustande brachten. Der Rest war gepflegtes Hin- und Hergeschiebe. "Wir haben dominiert, aber irgendwie nie getroffen", murmelte Bolognas Trainer nach der Partie, bevor er sich wortlos in die Kabine verabschiedete.

Das 2:0 fiel dann kurz vor der Pause, in der 42. Minute - und wieder war es das kongeniale Duo Basile/Tekke. Diesmal drehte sich die Rollenverteilung: Basile passte quer, Tekke nahm Maß und drosch den Ball mit Wut und Präzision in die Maschen. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Tekke nach dem Spiel, "aber den habe ich immerhin richtig gehalten."

Die zweite Halbzeit begann mit zwei Wechseln bei Albinoleffe: Der junge Emilio Alcazar (18) und Reece Carey (19) kamen, um frischen Wind zu bringen. Basile ging nach 50 Minuten vom Platz - unter tosendem Applaus. "Er hat mehr Kilometer gemacht als mein Auto diese Woche", scherzte Coach Petri. Tatsächlich war Basile an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt, bevor er erschöpft, aber zufrieden Platz machte.

Bologna versuchte, das Spiel zu drehen, doch der Versuch blieb theoretisch. Zwei Schüsse aufs Tor - das war’s. Stattdessen sammelten sie Gelbe Karten: Carlo Cetraro sah in der 84. Minute Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, zwei Minuten später traf es Liam Klose, der nach Frustfoul an Tekke ebenfalls verwarnt wurde. Tekke nahm’s mit Humor: "Ich dachte, er will tauschen - Trikot gegen Schienbein."

Statistisch gesehen war es ein merkwürdiges Spiel: Bologna mit mehr Ballbesitz, Albinoleffe mit fast dreimal so vielen Torschüssen (13:2). Die Gastgeber wirkten, als hätten sie sich verschworen, jeden verlorenen Zweikampf sofort doppelt zurückzuholen. Ihre Zweikampfquote von 56,5 Prozent spricht Bände.

Torwart Adriano Capucho, der kaum eingreifen musste, blieb trotzdem konzentriert. In der 80. Minute lenkte er den Distanzschuss von Daniel Marcel mit einer Hand über die Latte - die einzige wirkliche Prüfung des Abends. Danach drehte sich Capucho zu den Fans und brüllte: "Nicht heute, Freunde, nicht heute!"

Die letzten Minuten wurden zum Schaulaufen. Albinoleffe spielte die Partie souverän zu Ende, Bologna ergab sich in sein Schicksal. Als der Schlusspfiff ertönte, sprang Danek Petri seinem Co-Trainer in die Arme, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Für uns fühlt sich jeder Sieg gegen Bologna so an", erklärte er später mit einem Augenzwinkern. "Und wenn wir dabei noch Spaß haben, umso besser."

Für Bologna war es ein Abend zum Vergessen, für Albinoleffe einer zum Erinnern. Tekke und Basile dürften sich noch lange gegenseitig auf die Schulter klopfen - und vielleicht auch ein gemeinsames Abendessen gönnen. "Er zahlt", witzelte Basile, "ich hab schließlich zuerst getroffen."

Am Ende blieb ein klarer Sieg, ein begeistertes Publikum und eine Mannschaft, die sich mit Herz und Humor gegen den Favoriten durchgesetzt hat. Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "So spielt man Fußball - nicht schön, aber effektiv. Und das ist manchmal das Schönste überhaupt."

17.03.643987 23:27
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Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
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