Tuttosport
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Albinoleffe fegt Cagliari mit 5:0 vom Platz - die große Blaue Welle rollt

Ein Freitagabend in Bergamo, Flutlicht, 60.788 Zuschauer - und ein Spiel, das FC Cagliari lieber ganz schnell vergessen möchte. UC Albinoleffe zerlegte die Sarden im eigenen Stadion mit 5:0 (2:0) und schickte sie mit hängenden Köpfen zurück auf die Insel. Das Ergebnis klingt deutlich - und war es auch.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier das Kommando übernehmen wollte. Trainer Danek Petri hatte seine Albinoleffe-Elf mit offensiver Flügel-Philosophie auf den Rasen geschickt, und die Spieler hielten sich strikt an die Marschroute. Schon nach zwei Minuten prüfte Joaquin Bischoff den Cagliari-Keeper Emanuele Rossano - es war ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte.

In der 14. Minute fiel dann das überfällige 1:0: Gianni Grassi zog nach Vorarbeit von Bischoff von links ab - trocken, flach, unhaltbar. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Grassi später, "aber dann dachte ich mir: Warum nicht mal draufhalten?" Ein Tor aus der Kategorie "gewollt oder gekonnt - egal, Hauptsache drin".

Cagliari, taktisch wie in Stein gemeißelt auf "balanciert", wirkte überrascht. Statt einer Reaktion folgte nur eine Gelbe Karte: Giacomo Montegiordano sah sie nach einem rustikalen Einstieg gegen Martirano in der 30. Minute. "Das war kein Foul, das war ein Weckruf", meinte der Verteidiger ironisch - nur blöd, dass niemand in Rot diesen Ruf hörte.

Kurz vor der Pause legte Gaetano Martirano nach. In der 40. Minute vollendete er einen mustergültigen Angriff über die rechte Seite, eingeleitet von Sefa Tekke, mit einem satten Linksschuss zum 2:0. Tekke, der an diesem Abend gleich zwei Vorlagen gab, hätte selbst mehrfach treffen können, scheiterte aber am starken Rossano - der trotz fünf Gegentoren der beste Cagliari-Spieler war.

Nach dem Seitenwechsel musste Petri früh wechseln: Christian Rizzo verletzte sich nach einem Zweikampf und wurde durch René Doucet ersetzt. Der 32-Jährige bedankte sich auf seine Weise - mit dem 3:0 in der 72. Minute. Nach feinem Zuspiel von Jose Meira traf Doucet wuchtig ins rechte Eck. "Ich war kaum warmgelaufen, da lag der Ball schon perfekt", sagte er nach dem Spiel. "Da denkt man nicht, man macht einfach."

Wer dachte, Albinoleffe würde nun das Tempo drosseln, irrte gewaltig. Drei Minuten später erhöhte Marco Pauleta auf 4:0, wieder nach Vorlage des allgegenwärtigen Tekke. Cagliari taumelte, die Defensive war längst nur noch ein Gerücht. Und als ob es noch eines i-Tüpfels bedurft hätte, traf in der 85. Minute ausgerechnet der 18-jährige Innenverteidiger Emanuel Munk nach einer Ecke von Leandro Marchesato per Kopf zum 5:0-Endstand. Der Youngster riss die Arme hoch, grinste ungläubig und murmelte laut Lippenlesern: "Mein erstes Profitor - und das mit dem Kopf!"

Die Statistik sprach Bände: 28 Torschüsse für Albinoleffe, läppische drei für Cagliari. Der Ballbesitz war mit 51 Prozent zwar fast ausgeglichen, aber was die Gäste damit anfingen, bleibt ein Rätsel. Trainer Petri zog nach dem Schlusspfiff ein zufriedenes Fazit: "Wir wollten mutig sein, den Gegner früh beschäftigen - das hat geklappt. Und wenn sogar ein Innenverteidiger trifft, dann weißt du, dass der Fußballgott heute blau trägt."

Sein Gegenüber - Cagliaris Coach, der sich nach der Partie wortkarg gab - murmelte nur: "Manchmal stehst du im Regen, manchmal bist du die Wolke." Ein poetischer Versuch, eine sportliche Katastrophe zu umschreiben. Vielleicht auch ein stilles Eingeständnis, dass seine Mannschaft an diesem Abend in allen Belangen unterlegen war.

Das Publikum feierte währenddessen jeden gelungenen Pass, als ginge es um die Meisterschaft. Besonders Gianni Grassi wurde minutenlang mit Sprechchören bedacht, als er in der 83. Minute ausgewechselt wurde. "Ich hab mich fast geschämt", sagte er lachend. "Normalerweise buhen sie mich aus, wenn ich flanke."

So endete ein denkwürdiger Abend mit fünf Toren, zwei Gelben Karten, einer Verletzung und einem Stadion, das noch lange nach Abpfiff sang und tanzte. UC Albinoleffe sendet damit ein deutliches Signal an die Konkurrenz in der 1. Liga Italien - und Cagliari? Die Sarden werden sich wohl fragen, ob sie wirklich auf dem Platz standen oder ob das alles nur ein schlechter Traum war.

Und irgendwo in der Kabine, so erzählt man, habe Trainer Petri leise gepfiffen - vielleicht eine Melodie des Sieges, vielleicht einfach nur, weil alles so wunderbar leicht aussah.

30.09.643987 19:13
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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