El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

AD Cristal tanzt Vallejo aus - 4:1-Spektakel in Trujillo

Ein lauer Abend in Trujillo, 27.000 Zuschauer, die Sonne verschwindet hinter den Rängen - und Colegio Vallejo verabschiedet sich mit einem bitteren 1:4 gegen ein glänzend aufgelegtes AD Cristal aus dem fünften Spieltag der 1. Liga Peru. "Das war wie ein Schnellkurs in Effizienz", knurrte Vallejos Kapitän Joaquin Escudero nach Abpfiff, während die Gäste jubelnd ihre Runden drehten.

Schon nach zehn Minuten war klar, wohin die Reise geht. Raul Beto, der bullige Linksaußen mit der Präzision eines Uhrwerks, nutzte die erste echte Gelegenheit eiskalt - Vorlage von Carl Vazquez, und schon zappelte der Ball im Netz. Vallejos Torwart Alfonso Godino streckte sich vergeblich, und einige Heimfans suchten da wohl schon die nächste Chicha-Bar.

Vallejo versuchte tapfer, Ordnung zu finden. Lucas Frissyn prüfte den Gästetorwart in der achten Minute, Pedro Chalana zog einmal gefährlich ab - aber alles, was nach Hoffnung aussah, verpuffte im Nirgendwo. Denn Cristal spielte mit einer Selbstverständlichkeit, als hätten sie den Ballbesitz erfunden: 53 Prozent am Ende, aber gefühlt 80, weil Vallejo meist nur hinterherlief.

Kurz vor der Pause schlug’s erneut ein. Paulo Da Cru, quirlig wie ein Kolibri und schnell wie ein Gerücht, verwertete eine butterweiche Hereingabe von Jean Edwards zum 0:2. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", grinste Da Cru später. "Jean hat den Ball so serviert, dass selbst meine Großmutter getroffen hätte." Vallejos Trainer - der Name bleibt in den Annalen des Schweigens - verschwand kopfschüttelnd in der Kabine, während Cristals Coach Jorge Davis zufrieden an seinem Notizblock kaute.

Nach der Pause änderte sich erst mal wenig: AD Cristal kombinierte, Vallejo kämpfte. In der 63. Minute sorgte Runar Kolvidsson für das 0:3 - wieder auf Vorlage von Jean Edwards, der an diesem Abend wohl auch noch als Platzwart geglänzt hätte. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Kolvidsson, als wäre es ein Trainingskick gewesen.

Dann, endlich ein Lebenszeichen der Gastgeber! In der 72. Minute durfte das Stadion kurz beben: Salvatore Soveria Mannelli, Vallejos ewiger Kämpfer mit der Frisur eines alten Rockstars, drückte den Ball nach schöner Vorarbeit von Iban Futre über die Linie. Der Jubel war ehrlich, aber kurz. "Ich dachte, jetzt kippt’s vielleicht", meinte Soveria Mannelli, "aber Cristal hat uns einfach nicht gelassen."

Denn kaum hatte Vallejo noch einmal tief Luft geholt, setzte Ernesto Ziganda in der 83. Minute den Deckel drauf. Wieder ein Pass von - natürlich - Jean Edwards, und Ziganda drosch den Ball kompromisslos ins lange Eck. 1:4, und das Stadion verstummte. Einige Kinder riefen noch "Vamos Vallejo!", aber selbst die Trommelgruppe auf der Haupttribüne hatte keine Lust mehr auf Samba.

Statistisch sah es gar nicht so einseitig aus: 47 Prozent Ballbesitz für Vallejo, sechs Torschüsse, das klingt akzeptabel. Aber Cristal hatte 14 Abschlüsse - und vier davon drin. Effizienz, die jedem Mathematiker Tränen in die Augen treibt. "Das war kein Klassenunterschied", verteidigte sich Vallejos Abwehrchef Escudero. "Eher ein Kommunikationsproblem." Sein Trainer ergänzte sarkastisch: "Wir haben uns eben zu sehr auf den Ball konzentriert - leider immer dann, wenn ihn Cristal hatte."

Jorge Davis hingegen zeigte sich nach dem Spiel fast väterlich. "Ich mag Vallejo, sie spielen mit Herz. Aber Herz reicht nicht, wenn man gegen vier meiner Jungs gleichzeitig verteidigen muss." Dann lachte er und verschwand Richtung Kabine, wo angeblich schon der Mate-Tee wartete.

Für AD Cristal war es ein Statement-Sieg - vier Tore, vier verschiedene Schützenbeteiligungen, ein taktisch abgeklärtes Spiel ohne Hektik. Für Vallejo bleibt das Gefühl, dass man sich anständig bemüht hat, aber gegen eine Maschine gespielt hat, die einfach auf einem anderen Takt läuft.

"Wir stehen wieder auf", versprach Vallejos Torschütze Soveria Mannelli zum Abschied. "Aber vielleicht trainieren wir erst mal das Stehen." Ein Satz, der wohl den ganzen Abend zusammenfasst.

Am Ende blieb das Flutlicht hell, die Ränge leerten sich langsam, und irgendwo in der Ferne jubelten noch ein paar Cristal-Fans. Der Rest schwieg - nicht aus Enttäuschung, sondern aus Respekt. Fußball kann manchmal grausam ehrlich sein. Und an diesem Abend hatte er einen Namen: AD Cristal.

07.01.643994 06:29
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
Mehmet Scholl zur schlechten Stimmung bei den Bayern
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager