El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

AD Cristal siegt knapp - ein Arbeitssieg mit Drama und Schmunzeln

Ein lauer Abend in Lima, 32.000 Zuschauer im Stadion, und doch lag über dem 6. Spieltag der peruanischen Liga eine gewisse Spannung, die man sonst nur kennt, wenn der Bus mit den Spielern im Stau steckt. AD Cristal empfing Atletico Huancayo - ein Duell zweier Teams, die sich gegenseitig das Leben schwer machen können. Am Ende hieß es 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber alles andere als nüchtern zustande kam.

Das entscheidende Tor fiel in der 31. Minute. Jean Edwards, der 33‑jährige Mittelfeldstratege von AD Cristal, packte einen Schuss aus, den man so nur in Trainingsvideos sieht, wenn der Kameramann Glück hat. Aus gut 20 Metern zog er ab, der Ball flatterte leicht, und Huancayos Keeper Samuel Jones griff ins Leere. 1:0 - das Stadion tobte, Trainer Jorge Davis sprang an der Seitenlinie höher als man es einem Mann seines Alters zutraut. "Ich wollte eigentlich ruhig bleiben", lachte Davis nach dem Spiel, "aber Edwards hat mich überrascht - und zwar positiv."

Huancayo wirkte davon nur kurz beeindruckt. Schon in den Minuten danach feuerten Alain Doucet und Sascha Rau gleich mehrere Warnschüsse ab, doch AD‑Keeper Maurizio Squillace hielt, was zu halten war. "Er war heute unser Fels in der Brandung", lobte Verteidiger Alberto Hermenegildo später, bevor er sich selbstironisch hinzufügte: "Und ich war der Stein, der manchmal im Weg lag."

Die Statistik spricht Bände: 17 Torschüsse für Cristal, 10 für Huancayo, 57 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber. Doch wer die Partie sah, der wusste, dass Zahlen nur die halbe Wahrheit erzählen. Denn Huancayo spielte lange frech mit - bis die 67. Minute kam, der Moment, in dem alles kippte.

Erst sah der 19‑jährige Innenverteidiger Esteban Eximeno Gelb, dann wurde er drei Minuten später mit Gelb‑Rot vom Platz geschickt. Dazwischen lag ein Zweikampf, der eher an Rugby erinnerte. Trainer Davis grinste später: "Ich glaube, er wollte zeigen, dass er keine Angst hat. Hat funktioniert - jetzt hat er auch keine Spielzeit mehr." Huancayos Coach, der sich nach Spielende wortkarg zeigte, murmelte nur: "Wir wollten aggressiv, aber nicht wild sein. Es wurde... na ja... wilder."

Als wäre das nicht genug, musste kurz darauf der 18‑jährige Rui Custodio verletzungsbedingt raus, kaum Sekunden nachdem er eingewechselt worden war. Ein bitterer Moment, der sogar die Heimfans kurz mitfühlen ließ. "Ich hab ihm zugerufen, er soll sich nicht entmutigen lassen", erzählte Cristals Flügelspieler Paulo Da Cru. "Aber dann habe ich gemerkt, dass er mich gar nicht hören konnte - der Junge war völlig bedient."

Cristal verwaltete die knappe Führung danach mit einer Mischung aus Routine und Nervenflattern. Da Cru selbst hatte gleich vier gute Chancen (42., 45., 87.), die das Spiel hätten entscheiden können, doch Jones im Huancayo‑Tor hielt mehrfach glänzend. Einmal sprang er mit ausgestrecktem Arm in den Winkel und rief danach seinem Verteidiger zu: "So, und jetzt bitte mal einer den Ball klären!" - das Mikro des vierten Offiziellen fing’s ein, das Publikum feierte den Spruch fast lauter als die Parade.

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal hitzig: Cristals Innenverteidiger Hermenegildo sah Gelb, nachdem er einen Konter resolut, um nicht zu sagen rustikal, stoppte. "Ich wollte den Angriff beenden, nicht den Spieler", erklärte er schmunzelnd. Der Schiedsrichter sah das ähnlich - und beließ es bei der Verwarnung.

Nach dem Abpfiff atmete das Stadion kollektiv auf. Ein Sieg, der erkämpft, nicht erspielt war, aber trotzdem Freude brachte. "Wir mussten heute leiden", resümierte Torschütze Edwards, "doch manchmal schmeckt der Sieg nach Schweiß einfach besser."

Die Fans von AD Cristal sangen, als hätte man gerade den Titel gewonnen. Und irgendwie fühlte es sich auch so an. Denn nach einem Spiel, das mehr Wendungen bot als eine Telenovela, war der knappe Erfolg fast schon poetisch: ein Veteran trifft, ein Teenager fliegt, und am Ende jubelt das Team, das den Ball lieber spazieren führt, als ihn zu verschenken.

Trainer Davis brachte es schließlich auf den Punkt - mit einem Lächeln, das zwischen Erleichterung und Stolz pendelte: "Ich hätte mir ein zweites Tor gewünscht, aber ehrlich gesagt, mein Herz nicht."

Ein Abend also, an dem AD Cristal zwar knapp, aber verdient gewann - und Atletico Huancayo trotz Niederlage zeigte, dass Mut und Jugend manchmal mehr Drama bringen als Punkte. Der Fußball schrieb wieder einmal sein eigenes, leicht chaotisches Drehbuch. Und das Publikum? Ging nach Hause mit dem Gefühl, etwas gesehen zu haben, das man so schnell nicht vergisst - ein 1:0, das viel größer war, als es aussieht.

18.01.643994 14:21
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