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Abelsons Blitztor rettet Feyenorth - Roosendaal verzweifelt am eigenen Mut

Ein Tor nach gerade einmal 60 Sekunden - schneller kann man kaum Kaffee verschütten, bevor man ihn trinkt. Feyenorth Rotterdam setzte beim 1:0 gegen den SC Roosendaal am 10. Spieltag der 1. Liga Niederlande ein frühes Ausrufezeichen und verteidigte diesen hauchdünnen Vorsprung mit der Hartnäckigkeit eines Türstehers vor der Champions-League-Bar. 27.000 Zuschauer im De Kuip erlebten einen Abend zwischen Jubel, Zittern und dem nervösen Rascheln von Chipstüten.

Edvin Abelson war der Mann des Abends. Schon in der ersten Minute verwandelte der 28-jährige Linksaußen eine Vorlage von Arnau da Costa zum 1:0. "Ich wollte eigentlich nur flanken", grinste Abelson später mit einem Schulterzucken, das die halbe Tribüne in kollektives Lachen versetzte. Sein Trainer Poseidon Zeus - ja, der heißt wirklich so - sah das naturgemäß etwas anders: "Das war einstudiert. Wir wollten sofort zeigen, wer hier die Wellen macht."

Roosendaal hingegen schien nach dem Blitztor kurzzeitig in einem Albtraum gefangen. Trainer Thomas Ga schüttelte nach fünf Minuten nur den Kopf, als Abelson erneut gefährlich aufs Tor schoss. "Ich wusste, das wird ein langer Abend", seufzte er später. Und er sollte recht behalten. Feyenorth drängte weiter, Jaime Couto prüfte in der zehnten Minute Gästekeeper Andre Courtlandt, da Costa setzte in der 27. Minute einen Distanzschuss knapp vorbei.

Der SC Roosendaal kam erst nach einer knappen Viertelstunde zu sich. Haci Caliskan, der flinke Linksaußen, sorgte mit einem Schuss in Minute 13 erstmals für ein Raunen im Stadion. "Ich dachte, der geht rein", meinte er hinterher, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 11 Torschüsse für Feyenorth, nur 4 für Roosendaal. Auch der Ballbesitz (55,5 Prozent zu 44,5) zeigte, wer hier den Takt vorgab. Feyenorth spielte offensiv, mit starkem Pressing, während Roosendaal eher die Rolle des geduldigen Gastes übernahm - höflich, aber letztlich erfolglos.

Das Spiel blieb intensiv, aber nie unfair - zumindest bis in die Schlussphase. In der 84. Minute sah Roosendaals Abwehrchef Iker Costinha Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Abelson. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte sich Costinha, "aber Abelson steht halt da, wo der Ball hinwill." In der Nachspielzeit folgten zwei weitere Gelbe für Jan Swartwout (93.) und Jaime Moutinho (96.), was den Abend aus Roosendaaler Sicht endgültig vergilben ließ.

Dramatik gab es kurz vor Schluss, als Roosendaal durch Moutinho noch einmal gefährlich wurde, doch Feyenorth-Keeper Zeeman Van Vranken parierte sicher - und das Publikum feierte ihn, als hätte er gerade den Mount Everest bestiegen.

Eine bittere Szene ereignete sich in der 79. Minute: Gerrit Vanderwerken musste verletzt raus, für ihn kam Nils Singer. "Das war Pech, purem Pech", sagte Trainer Ga nach dem Spiel. "Wir hatten gerade einen Plan - und dann lag er am Boden."

Feyenorths Trainer Zeus blieb auch nach dem Schlusspfiff die Ruhe selbst. "Ein frühes Tor, solide Defensive, keine Götterdämmerung am Ende - das reicht mir völlig", erklärte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Zeusblitz und niederländischer Gelassenheit pendelte.

Roosendaal dagegen bleibt weiter im Tabellenmittelfeld stecken. "Wir haben uns nach dem Rückstand nicht versteckt, aber uns fehlte der letzte Pass", analysierte Ga sachlich. Und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: "Vielleicht sollten wir das nächste Mal auch schon vor der ersten Minute wach sein."

Feyenorth spielte den Sieg am Ende souverän runter, auch wenn man im Stadion mehr als einmal hörte: "Ein zweites Tor wär’ beruhigender gewesen." Abelson nickte später: "Stimmt, aber ein 1:0 hat auch Stil - so bleibt’s spannend."

So endete ein Spiel, das mit einem Paukenschlag begann und mit einem erleichterten Aufatmen endete. Feyenorth bleibt damit oben dran, während Roosendaal mit der Erkenntnis heimfährt, dass ein Spiel 90 Minuten dauert - und manchmal schon nach einer Minute entschieden ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Ich hab den Anstoß verpasst - und das ganze Tor gleich mit."

Ein Satz, der das Spiel treffender kaum zusammenfassen könnte.

13.05.643987 07:25
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Rainer Calmund
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