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Aarau siegt spät - Pfeiffer trifft und Vaduz schaut in die Röhre

51555 Zuschauer im ausverkauften Brügglifeld erlebten am Sonntagabend ein Spiel, das man wohl am besten mit dem Wort "zäh" beschreibt - und das ist noch freundlich formuliert. Der SC Aarau rang den SC Vaduz mit 1:0 (0:0) nieder. Ein Ergebnis, das so nüchtern klingt, wie die erste Halbzeit war. Doch in der 72. Minute hob Andreas Pfeiffer mit einem satten Linksschuss die Stimmung endgültig über den Gefrierpunkt hinaus.

Dabei hatte Aarau von Beginn an mehr vom Spiel - zumindest mehr Ideen, was man mit einem Ball anfangen könnte. Schon in der 4. Minute prüfte Henri Brand den Vaduzer Keeper Sven Krieger mit einem Fernschuss. "Ich wollte einfach mal gucken, ob der wach ist", grinste Brand nach dem Spiel, der später mit Gelb verwarnt wurde, weil er offenbar zu energisch "geguckt" hatte.

Es folgten Chancen in Serie, meist produziert von den agilen Flügeln Tom Scholz und Andreas Pfeiffer. Scholz probierte es in der 13. und 28. Minute, Pfeiffer selbst hatte in Minute 26 und 62 Pech, bevor er dann endlich traf. Der Ballbesitz war zwar nahezu ausgeglichen (49 zu 51 Prozent), aber in Sachen Torgefahr war Aarau der klare Herr im Haus: 16 Schüsse aufs Tor gegenüber mageren fünf der Gäste.

Vaduz dagegen wirkte, als hätten sie das Navigationssystem im Mittelfeld verloren. Ihre Offensivversuche - meist von Dominique Moritz oder dem erfahrenen Jose Maria Munoz - endeten regelmäßig in den sicheren Händen von Rikki Sleeper, Aaraus Torhüter mit dem wohl unpassendsten Namen des Abends. Denn schlafen tat er garantiert nicht. "Ich hatte nicht viel zu tun, aber wenn’s brenzlig wurde, war ich wach", sagte der Keeper trocken, während er sich ein Handtuch über die Schultern warf.

Trainer Hans Meyer, sonst nie um einen launigen Kommentar verlegen, zeigte sich nach dem Schlusspfiff sichtlich zufrieden - aber natürlich nicht ohne feine Ironie: "Wir wollten offensiv spielen, haben 16 Mal aufs Tor geschossen, einmal getroffen - das ist ja fast deutsche Effizienz." Dabei hatte der erfahrene Fußballlehrer in der Pause gleich doppelt umgestellt: Henri Brand blieb nach seiner Gelben draußen, für ihn kam der junge Ralph Krieger. Außerdem ersetzte Johann Jaeger den 19-jährigen Ronald Sturm. "Wir wollten frischen Wind reinbringen", so Meyer, "und Johann bläst eben gern nach vorne."

Vaduz-Trainer - ein Name, der sich an diesem Abend in den Statistiken nicht wiederfindet, aber in den Köpfen der Zuschauer als Mann mit den Händen in den Taschen und dem Blick gen Boden haften blieb - wirkte ratlos. Seine Mannschaft blieb offensiv eingestellt, aber harmlos. Selbst als Hugo Arias in der 66. Minute eine gute Chance hatte, blieb Sleeper Sieger.

Das Tor des Abends fiel dann, wie es sich für so ein Spiel gehört, eher unspektakulär: Simard, der Innenverteidiger mit Offensivdrang, spielte einen mutigen Pass in die Spitze, Pfeiffer nahm den Ball an, drehte sich - und hämmerte ihn aus 16 Metern flach ins rechte Eck. 1:0. Das Stadion explodierte, die Fans sangen, Pfeiffer riss die Arme hoch. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", sagte er später, "ich hab einfach draufgehalten. Und diesmal war er drin."

In der Schlussphase drückte Vaduz zwar noch einmal, doch die Präzision fehlte. Dominique Moritz hatte in der 73. Minute die letzte nennenswerte Gelegenheit, verzog aber knapp. Danach verwaltete Aarau das Ergebnis mit der stoischen Ruhe eines Teams, das weiß: Heute geht nichts mehr schief.

"Wir haben leidenschaftlich verteidigt", lobte Meyer seine Mannschaft, "und manchmal reicht eben ein Tor, um glücklich zu sein." Der Torschütze Pfeiffer sah das ähnlich: "Es war kein schönes Spiel, aber drei Punkte sind schöner als jeder Traumpass."

So endete ein kalter Januarabend mit einem warmen Gefühl für alle Aarau-Fans. Vaduz dagegen trat die Heimreise an mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz allein kein Spiel gewinnt - schon gar nicht, wenn der Gegner Pfeiffer heißt.

Und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Herr gemurmelt haben: "Früher hat Aarau schöner gespielt - aber heute wenigstens wieder gewonnen." Ein Satz, der wohl auch Hans Meyer gefallen hätte.

14.05.643987 21:01
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Giovanni Trappatoni
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