Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Unentschieden mit rotem Beigeschmack: Jagodina trotzt dem Favoriten

Es war ein Abend, an dem der Fußball wieder einmal zeigte, dass Statistiken zwar schön, aber keine Tore sind. FK Jagodina und Crvena Zvezda Belgrad trennten sich am Mittwochabend vor 61.601 Zuschauern mit 1:1 - ein Ergebnis, das beiden Teams wenig hilft, aber den neutralen Zuschauer bestens unterhielt. Vor allem, weil es auf dem Platz ordentlich krachte, funkelte und manchmal auch fluchte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - allerdings nicht in Form eines Tores, sondern einer Verwarnung. Belgrads Linksverteidiger Ferenc Bozsik sah bereits in der ersten Minute Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass das Spiel kein Rugby ist. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", erklärte er nach der Partie mit einem Grinsen. Zehn Minuten später folgte Teamkollege Ryan Ross mit einer ähnlich rustikalen Einlage. Trainer Don Dirigente nickte dazu nur trocken: "Wir wollten früh Präsenz zeigen. Vielleicht ein bisschen zu viel Präsenz."

Trotz der Härte entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem die Gäste zunächst den Ton angaben. In der 30. Minute wurde Crvena Zvezda für seine Offensivlust belohnt: Gerhard Bach, der auf der rechten Seite wirbelte wie ein Konzertmeister, traf nach Vorarbeit von Anders Hansen zum 0:1. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Bach bescheiden, "aber das reicht ja manchmal." Jagodinas Torhüter Ivica Simic konnte nur hinterherschauen - und tat das mit einem Seufzer, der bis in die letzte Reihe zu hören war.

Doch die Hausherren ließen sich davon nicht beirren. Mad Hodor, der Trainer mit dem Namen eines Fantasyhelden, brüllte seine Elf nach vorne - und siehe da, sie hörte. Eduardo Ferron, der flinke Linksaußen, glich in der 41. Minute aus. Nach einer butterweichen Flanke von Stephan Herzog köpfte Ferron den Ball unhaltbar ins rechte Eck. "Ich hab’s einfach gespürt", sagte der Torschütze später. "Der Ball kam, und ich wusste: Jetzt oder nie."

Mit diesem 1:1 ging es in die Pause - und die Zuschauer sahen sich zufrieden an. Die zweite Halbzeit begann dann mit einer taktischen Rochade: Hodor brachte den jungen Dragan Vidic für Radoslav Kotula. Ein Zeichen: Jagodina wollte mehr. Und sie bekamen auch mehr - allerdings an Chancen, nicht an Toren. Insgesamt 12 Schüsse aufs Tor verzeichneten die Gastgeber, während Belgrad mit 7 Abschlüssen deutlich sparsamer blieb. Das Chancenplus spiegelte auch den Ballbesitz wider: 57 zu 43 Prozent für Jagodina, und das bei einer engagierten, teilweise fast leidenschaftlichen Spielweise, die allerdings auch Nerven kostete.

In der 59. Minute wurde es dann hitzig: Belgrads Mittelfeldmann Ari Nieminen sah Gelb, und eine Minute später erwischte es erneut Bozsik - Gelb-Rot. Der früh Verwarnte musste runter, und das Spiel kippte. "Ich dachte, der Schiri hätte mich verwechselt", meinte Bozsik später, während Dirigente bitter auf die Tribüne starrte. "Wir haben uns selbst dezimiert", knurrte er. "Da kannst du noch so viel Taktikpapier bemalen - ein Mann weniger ist ein Mann weniger."

Mit einem Spieler mehr witterte Jagodina die Chance auf den großen Wurf. Eduardo Ferron, mittlerweile ausgepumpt und in der 66. Minute ausgewechselt, wurde von Sergi Xavier ersetzt. Und auch vorne kam frische Energie: Coelho für Pilat, ein Zeichen für totale Offensive. Doch der Ball wollte nicht mehr über die Linie. Kruse scheiterte mehrfach (24., 65., 83.), Vidic setzte den Ball in der 77. Minute aus fünf Metern über die Latte - und Trainer Hodor raufte sich die Haare. "Vielleicht waren’s die neuen Schuhe", murmelte er nach der Partie halb lachend, halb verzweifelt.

Belgrad rettete das 1:1 in Unterzahl mit allem, was Beine hatte. Torhüter Alberto Santos avancierte in den letzten Minuten zum Helden, als er einen wuchtigen Schuss von Sestak in der 88. Minute mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Danach war Schluss - und irgendwie fühlte sich das Unentschieden wie ein Sieg für die Gäste und eine Niederlage für die Gastgeber an.

"Wir hätten gewinnen müssen, ganz klar", sagte Hodor. "Aber manchmal ist Fußball eben kein Wunschkonzert." Dirigente dagegen zeigte sich fast philosophisch: "Ein Punkt in Jagodina ist wie ein Glas Wasser in der Wüste - man nimmt, was man kriegt."

So endete ein Spiel, das alles bot: Tore, Karten, Emotionen - und den leisen Verdacht, dass beide Teams noch lange an diesem Abend denken werden. Vielleicht beim nächsten Training, vielleicht beim nächsten Zweikampf. Und Ferenc Bozsik? Der versprach mit einem Augenzwinkern: "Beim nächsten Mal geh ich später rein. So ab der dritten Minute vielleicht."

23.02.643994 19:24
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