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TuS Hordel zerlegt Fürstenwalde: Ein Pokalabend zum Staunen

Es war einer dieser Pokalabende, an denen man sich fragt, ob der Gegner das Memo über den Anpfiff bekommen hat. TuS Hordel spielte am Mittwochabend im eigenen Stadion wie entfesselt - und schickte den überforderten SV Fürstenwalde mit einem 5:0 (3:0) nach Hause. 44.250 Zuschauer sahen eine einseitige Partie, in der Hordel nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Show beherrschte.

Schon nach fünf Minuten war klar, wohin die Reise geht: Fjodor Koroljuk, der bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, traf nach feinem Zuspiel von Marvin Fink zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Koroljuk später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht - außer der Ball im Netz." Trainerin Ute Finkeldy nickte nur zufrieden: "Wir wollten Fürstenwalde früh den Zahn ziehen. Nach fünf Minuten war’s dann eher eine Wurzelbehandlung."

Hordel blieb am Drücker. Fink, Pfeiffer, Kunkel - sie alle tanzten sich durch die zahnlose Defensive der Gäste. In der 30. Minute war es der 21-jährige Ernst Kunkel, der nach Finks maßgenauer Flanke zum 2:0 vollendete. Kunkel, sonst eher der schüchterne Typ, zeigte nach dem Tor die Faust Richtung Tribüne und rief: "Heute geht was!" - Recht hatte er.

Sechs Minuten später erhöhte Tim Pfeiffer nach Vorarbeit seines Namensvetters Günther auf 3:0. Pfeiffer senior meinte später augenzwinkernd: "Das war Familienarbeit. Ich geb den Pass, er macht das Tor - am Abend teilen wir uns dann die Spaghetti." Fürstenwalde hingegen wirkte, als sei man versehentlich auf ein Benefizspiel geraten. Ein einziger Torschuss in 90 Minuten - das sagt alles.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit Hordeler Spielfreude. Fink, der schon zwei Vorlagen gegeben hatte, durfte sich in der 71. Minute selbst in die Torschützenliste eintragen, nachdem Vincent Albinana ihn mit einem butterweichen Pass bedient hatte. "Ich hab den Ball gesehen und gedacht: Wenn der nicht reingeht, kündige ich", witzelte Fink nach dem Spiel. Kündigen musste er nicht - stattdessen durfte er sich feiern lassen.

Nur fünf Minuten später revanchierte sich Fink bei Albinana - Vorlage, Tor, 5:0. Ein Doppelschlag, der die letzten Fürstenwalder Hoffnungen endgültig in den Abendhimmel schickte. Gästetrainer Eri Held wirkte danach ratlos: "Wir haben versucht, kompakt zu stehen. Leider standen wir meist da, wo der Ball nicht war." Seine Mannschaft hatte 42 Prozent Ballbesitz, aber ungefähr so viel Durchschlagskraft wie ein nasser Waschlappen.

Besonders auffällig: TuS Hordel feuerte 23 Torschüsse ab, während Fürstenwalde mit einem einzigen Versuch kaum das Tornetz berührte. Torwart Jacob Montgomery im Hordeler Kasten hätte sich theoretisch auch einen Liegestuhl mitbringen können. "Ich hab kurz überlegt, ob ich mir einen Kaffee holen soll", scherzte er. "Aber dann dachte ich, das wäre respektlos - und hab’s gelassen."

Kurz vor Schluss wurde es dann noch einmal turbulent: In der 96. Minute verletzte sich Torschütze Koroljuk bei einem Zweikampf leicht, wurde aber sofort ausgewechselt. Für ihn kam der 36-jährige Routinier Berndt Brand, der später meinte: "Ich hab mich warmgelaufen, da war das Spiel eigentlich schon vorbei. Aber Hauptsache, ich durfte noch ein bisschen den Rasen genießen."

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 57,7 Prozent Ballbesitz, und ein Offensivfeuerwerk, das den Pokalabend zu einem echten Spektakel machte. Trainerin Finkeldy fasste es trocken zusammen: "So stelle ich mir Offensivfußball vor. Wenn das so weitergeht, müssen wir bald Eintritt für die Trainingseinheiten verlangen."

Fürstenwalde dagegen muss sich nach diesem Debakel ernsthafte Fragen stellen. "Wir haben keinen Zugriff gefunden, keinen Mut, keine Idee", gab Kapitän Samuel Baird zu, der in der ersten Hälfte immerhin eine gelbe Karte als Souvenir mitnahm. "Vielleicht hätten wir wenigstens um ein Trikot tauschen sollen - dann wäre der Abend nicht völlig umsonst gewesen."

Als die Fans nach Schlusspfiff ihre Mannschaft feierten, hallte es durch das Stadion: "Hordel, Hordel!" - laut, fröhlich, und mit einem Hauch Genugtuung. Ein Abend, der in Bochum-Hordel noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Oder, wie Tim Pfeiffer es lächelnd formulierte: "Manchmal läuft’s einfach. Und manchmal läuft’s so gut, dass selbst der Ball gern mitspielt."

Ein Pokalabend, der alles hatte - nur Spannung hatte er keine.

14.10.643990 09:54
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Klaus Toppmöller
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