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TuS Hordel kämpft tapfer, aber Ludwigshafen zieht eiskalt ins Viertelfinale ein

Es war ein Pokalabend, wie ihn die 53.100 Zuschauer im Hordeler Stadion so schnell nicht vergessen werden: viel Lärm, ein wilder Spielverlauf - und am Ende die bittere Erkenntnis, dass Effizienz manchmal mehr zählt als Ballbesitz. Ludwigshafen siegte mit 4:2 (3:0) beim TuS Hordel und zog verdient ins Viertelfinale des Pokals ein.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll für die Gastgeber begonnen. Trainerin Ute Finkeldy hatte ihre Elf offensiv eingestellt, auf Konter lauernd, mit langen Pässen in die Spitze. Schon in der dritten Minute prüfte Fjodor Koroljuk den gegnerischen Keeper Humberto Barreda - ein Schuss, der so vielversprechend aussah, dass selbst der Linienrichter kurz den Atem anhielt. Doch dann kam Ludwigshafen. Und zwar mit der Kaltblütigkeit eines Chirurgen.

In der 8. Minute war es der 19-jährige Joel Craven, der nach einem Pass von Innenverteidiger John Beecroft eiskalt abschloss. "Ich hab gar nicht lange nachgedacht - einfach reingemacht", grinste der Teenager später, während er sich noch das Konfetti aus den Haaren wischte. Nur sieben Minuten später revanchierte sich Beecroft selbst: Nach einer Ecke von Joel Fournier stieg der bullige Abwehrmann höher als alle anderen und köpfte das 2:0.

TuS Hordel wirkte geschockt, Ludwigshafen roch Blut. Esteban Prieto, der Mann mit den blitzschnellen Drehungen, machte in der 32. Minute das 3:0 - wieder nach Vorarbeit von Beecroft, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, Abwehrarbeit mit Offensivdrang zu verwechseln.

"In der Kabine war’s laut", gab Hordels Trainerin Ute Finkeldy später zu. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn wir schon untergehen, dann wenigstens mit erhobenem Haupt - und nicht wie ein Kartenhaus." Offenbar hatte sie die richtigen Worte gefunden. Denn nach der Pause war Hordel wie ausgewechselt.

In der 53. Minute belohnte sich die Heimelf endlich. Curt Schöne setzte sich auf rechts durch, flankte mit chirurgischer Präzision auf den Kopf von Andre Lange - 1:3! Das Stadion bebte, und plötzlich glaubten die Fans wieder an das Wunder. Sechs Minuten später, in der 59., wieder Schöne, wieder eine perfekte Vorlage, diesmal auf Tim Pfeiffer - 2:3!

"Da dachte ich kurz: Das kippt jetzt", sagte Ludwigshafens Coach Frank Seil später. "Und ich hatte keinen Schirm dabei." Doch seine Mannschaft blieb cool wie ein Eisblock im Februar. Ludwigshafen ließ Hordel rennen, kombinierte clever und wartete auf die Lücke. Und wie so oft im Fußball kam sie - natürlich, als Hordel alles nach vorne warf. In der 84. Minute machte Esteban Prieto mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf: 4:2.

"Wenn du 52 Prozent Ballbesitz hast und trotzdem verlierst, weißt du, wo das Problem liegt", knurrte Hordels Kapitän Andre Lange nach dem Spiel. Tatsächlich: Trotz leichtem Übergewicht an Ballbesitz (52,5 % zu 47,5 %) und fast gleich vielen Torschüssen (9 zu 12) fehlte Hordel das letzte Quäntchen Zielstrebigkeit.

Ludwigshafen hingegen spielte schnörkellos, aggressiv und mit jener Gelassenheit, die man sonst eher von routinierten Champions kennt. Ihre Taktik blieb über 90 Minuten unverändert offensiv - Seil ließ seine Jungs nicht zurückweichen, selbst als Hordel drückte. "Wir wollten kein Ergebnis verwalten", meinte er trocken. "Das machen andere. Wir spielen lieber weiter Fußball."

In der 90. Minute gönnte sich Seil sogar den Luxus, Routiniers zu schonen: Xavi Manuel ging, der 19-jährige Heinz Schrader durfte noch ein paar Pokalminuten sammeln. Auf der anderen Seite kämpfte Hordel bis zum Schluss, auch wenn der Glaube langsam wich.

Nach dem Abpfiff applaudierte das Publikum trotzdem. Und das mit Recht. Hordel hatte Charakter gezeigt, Leidenschaft, und zwei sehenswerte Tore erzielt. Aber Ludwigshafen hatte schlicht mehr Qualität - und vielleicht auch ein bisschen mehr Glück.

"Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", fasste Trainerin Finkeldy zusammen. "Aber wenn man gegen so eine eiskalte Truppe spielt, lernt man was fürs Leben."

Und so endete dieser Pokalabend mit einem Ergebnis, das nüchtern klingt - 2:4 -, aber eine Geschichte voller Emotionen erzählt: von Hoffnung, Aufbäumen und der Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach ein grausames Spiel ist.

Zum Trost gönnten sich die Hordeler Spieler nach dem Abpfiff noch eine Bratwurst in der Kabine. "Die war wenigstens ein Sieg", scherzte Torwart Jacob Montgomery. Manchmal sind es eben die kleinen Triumphe, die bleiben.

20.05.643993 20:03
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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