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Torfestival in Heerenveen: Sieben Treffer, ein breites Grinsen und keine Gnade

Wer am 12. Februar 2026 zufällig ein Ticket für den 6. Spieltag der 1. Liga Niederlande ergattert hatte, durfte sich glücklich schätzen - oder musste stark sein, je nach Vereinsfarbe. Vor 52.101 Zuschauern verwandelte der FC Heerenveen sein Heimspiel gegen Capelle in eine Mischung aus Sturmlauf, Chaos und Spektakel. Am Ende stand ein irrwitziges 7:4 (3:3), bei dem selbst der Stadionrasen kurzzeitig um Gnade bat.

Schon nach acht Minuten eröffnete Filip Krejci das Torspektakel. Der bullige Mittelstürmer nahm eine Vorlage von Marco Derlei auf, drehte sich elegant - und drosch den Ball in die Maschen. Die Fans jubelten noch, da klingelte es auf der anderen Seite: Evdoxios Nioplias glich postwendend für Capelle aus (9.). "Da dachte ich kurz, das wird heute ein langer Abend", gestand Heerenveens Trainer Adam Kramer später mit einem gequälten Lächeln.

Doch lang wurde er vor allem für die Torwarte. Heerenveen spielte wagemutig nach vorn, Capelle konterte mit offenem Visier. Jan Van Tassel traf nach 25 Minuten zur erneuten Führung, doch die hielt nicht lange. Krejci legte in der 35. Minute nach - sein zweiter Treffer. Capelle antwortete mit zwei Toren in vier Minuten: Tomasz Pasieka (41.) und Vitorino Tellez (43.) stellten auf 3:3 zur Pause. Wer zu diesem Zeitpunkt noch an Abwehrarbeit glaubte, hatte das falsche Spiel erwischt.

"Ich habe meinen Spielern in der Kabine gesagt: Wir verteidigen heute mit Humor", witzelte Capelle-Coach Steffen Jänike später. Und tatsächlich, Humor war gefragt. Gleich nach Wiederbeginn schob Jozef Oklestek (48.) den Ball zum 4:3 über die Linie, ehe Hans Costar (50.) und erneut Oklestek (52.) das Ergebnis auf 6:3 hochschraubten. Capelles Abwehr wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein schlecht gelaunter Haufen Statisten.

"Ich wusste gar nicht, dass Hans auch Tore schießen kann", grinste Krejci in der Mixed Zone über den Treffer seines Linksverteidigers. Costar selbst nahm’s gelassen: "War halt mal vorn, und dann lag der Ball da."

Capelle versuchte es weiter, hatte mit 54 Prozent Ballbesitz sogar mehr vom Spiel, aber weniger vom Ziel. Sean Chamberlain, eigentlich Innenverteidiger, traf nach 66 Minuten per Kopf zum 6:4 und gab den Gästen kurz Hoffnung - kurz, wohlgemerkt. Denn der frisch eingewechselte Jeno Csizmadia setzte in der 77. Minute den Schlusspunkt zum 7:4. "Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Zeit von der Uhr nehmen", sagte er lachend. "Dann war der Ball plötzlich drin - na ja, Pech für Capelle."

Statistisch gesehen war es ein Spiel ohne Langeweile: 20 Torschüsse für Heerenveen, 9 für Capelle, dazu ein Tackling-Quotient von 54 zu 46 Prozent. Die Taktiktafeln der Trainer dürften nach Abpfiff ausgesehen haben wie moderne Kunst - Linien überall, aber wenig Sinn.

Trainer Kramer lobte nach dem Spiel vor allem die offensive Spielfreude: "Wir haben uns vorgenommen, mutig zu sein. Dass es gleich sieben Tore werden, hätte ich nicht träumen lassen - und ehrlich gesagt, ich hätte auch gern zwei oder drei weniger kassiert." Auf der anderen Seite blieb Jänike gefasst: "Wenn man vier Tore auswärts schießt und trotzdem verliert, dann weiß man, dass der Gegner einfach einen verrückten Tag hatte."

Wie verrückt dieser Tag war, zeigte sich auch in den kleinen Szenen: Als der Ball einmal auf dem Dach des Tores landete, rief ein Zuschauer: "Das war der einzige Schuss, der nicht gefährlich war!" Selbst Schiedsrichter und Linienrichter sollen kurz gelächelt haben - was bei diesem Offensivfeuerwerk durchaus verständlich war.

In den letzten Minuten gönnte Kramer sogar dem 19-jährigen Nicolaas Winchel noch ein Debüt. Der junge Linksverteidiger wirkte zwar nervös, aber nach sieben Toren der Kollegen konnte ihm das keiner verdenken. "Ich dachte, ich komm rein, um das Ergebnis zu halten", sagte er später und grinste. "Hat ja irgendwie geklappt."

Am Ende blieb das Gefühl, dass hier zwei Mannschaften Fußball gespielt hatten, aber nur eine auch Tore sammeln wollte - und konnte. Der FC Heerenveen feierte ausgelassen, Capelle schlich vom Platz, nicht ohne Applaus der Zuschauer.

"Wenn’s so weitergeht, brauchen wir bald ein zweites Tornetz", meinte Kramer mit einem Augenzwinkern, ehe er in der Kabine verschwand. Und irgendwo in den Katakomben des Abe-Lenstra-Stadions summte jemand: "Sieben Tore, sieben Glücksmomente" - ein passender Soundtrack für einen Abend, an dem Verteidigung ein Fremdwort war.

26.07.643990 21:27
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Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
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