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Torfestival in Fuhlenbrock: 5:5-Spektakel gegen Union Berlin

35795 Zuschauer im Fuhlenbrocker Stadion bekamen an diesem kalten Februarabend genau das, wofür sie ihre Winterjacken riskiert hatten: ein wildes, launisches und völlig unberechenbares Fußballspiel. SV Fuhlenbrock und Eisern Union Berlin trennten sich am 18. Spieltag der 1. Liga mit einem 5:5 - ein Ergebnis, das so absurd klingt, dass man es zweimal lesen muss.

Schon nach 60 Sekunden brannte der Rasen: Milan Kovacevic, der bullige Mittelstürmer der Fuhlenbrocker, drosch den Ball nach Vorlage von Pieter Van Schoonhoven ins Netz. Während die Heimfans noch jubelten, konterte Union im Gegenzug - der 17-jährige Paul Scherer glich in der zweiten Minute eiskalt aus. "Ich dachte erst, der Junge will den Ball zurückgeben", witzelte SV-Coach Mike Lowrey später mit einem Grinsen.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das eher an Straßenfußball als an taktische Disziplin erinnerte. In der 7. Minute brachte Jan Betz Union erstmals in Führung, nach feiner Vorarbeit eben jenes Scherers. Fuhlenbrock antwortete in Person von Guillermo Arias (13.), und als Curt Scholz in der 35. Minute das 3:2 für die Berliner markierte, war klar: Hier geht’s nicht um Abwehrarbeit, sondern um Unterhaltung.

Zur Pause also 2:3 - und man hatte das Gefühl, dass beide Trainer in der Kabine eher Espresso als Taktiktafeln hervorholten. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon nicht verteidigt, dann macht wenigstens Spaß dabei", verriet Gästecoach Roter Jan halb ernst, halb resigniert.

Der zweite Durchgang begann, wie der erste aufgehört hatte: mit Chaos und Toren. Kaum hatte Schiedsrichterin Winkler wieder angepfiffen, erzielte Arias in der 46. das 3:3. Nur zwei Minuten später traf Kovacevic erneut (48.) - Fuhlenbrock führte plötzlich 4:3, das Stadion bebte. Doch gleichzeitig kassierte Unions Bailey Nicksay Gelb, nachdem er Kovacevic beim Jubel fast umgesenst hätte. "Er stand halt im Weg", murmelte Nicksay später mit einem Achselzucken.

Union reagierte sofort. In der 56. Minute sorgte Jan Betz mit seinem zweiten Treffer für das 4:4, bevor Mümtaz Sabankay (68.) die Berliner sogar wieder nach vorn brachte. Der türkische Mittelstürmer wirkte nach seinem Tor so überrascht, dass er kurz zögerte, ob er jubeln darf. "Ich wollte sicher sein, dass es wirklich zählt", sagte er lachend.

Doch Fuhlenbrock wäre nicht Fuhlenbrock, wenn sie nicht noch ein letztes Kapitel in dieses Drehbuch geschrieben hätten. Milan Kovacevic, an diesem Abend ohnehin mit drei Treffern der Mann des Spiels, wuchtete in der 72. Minute einen Ball unhaltbar unter die Latte - 5:5! Die Fans tobten, Trainer Lowrey warf seine Mütze in die Luft, und irgendwo auf der Tribüne fiel ein Bierbecher in Zeitlupe zu Boden.

Die letzten 20 Minuten waren dann eine Mischung aus Erschöpfung, Nervenkitzel und leichtem Wahnsinn. Beide Teams spielten weiter, als gäbe es kein Morgen - Fuhlenbrock mit 55 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen, Union mit 12 Abschlüssen, aber dem unbändigen Willen, noch einmal zuzuschlagen. Stattdessen gab’s Gelb für Ingo Makukula (67.), wütende Gesten von Trainerbänken und einen fluchenden Linienrichter, der sich vom Ball getroffen fühlte.

"Ich hab schon viele Spiele gesehen", meinte ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions, "aber das heute war wie ein Konzert ohne Pause - laut, wild und völlig verrückt." Man konnte ihm schwer widersprechen.

Mike Lowrey fasste es später so zusammen: "Unsere Abwehr war heute kreativ, sagen wir’s mal so. Aber wenn man fünf Tore schießt, darf man sich auch über fünf Gegentreffer ärgern." Sein Berliner Gegenüber Roter Jan nickte: "Das war kein Fußballspiel, das war Kunst. Nur leider ohne Rahmen."

Und so endete ein Abend, an dem Statistiken zur Nebensache wurden. Ballbesitz, Passquoten, Zweikämpfe - alles Zahlen, die bei einem 5:5 ohnehin nur als Fußnote taugen. Was bleibt, ist das Gefühl, Zeuge eines Spiels gewesen zu sein, das selbst in der digitalen Ära noch Stoff für Stammtischlegenden liefert.

Vielleicht ist das das Schönste an diesem Sport: Dass aus Chaos manchmal Poesie wird - oder eben ein 5:5 in Fuhlenbrock.

24.12.643990 06:48
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