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Tasmania Berlin zerlegt VfB Merseburg - Bjarni Lundqvist tanzt durch die Abwehr

Was war das denn bitte für ein Fußballabend im Berliner Stadion? 55.705 Zuschauer rieben sich ungläubig die Augen, als Tasmania Berlin den VfB Merseburg mit 6:1 vom Platz fegte - und das nicht etwa in einem Freundschaftsspiel, sondern am 33. Spieltag der 1. Liga Deutschland. Die Berliner wirkten, als hätten sie den Energiesparmodus kurzerhand gelöscht, während Merseburgs Abwehr kollektiv auf "Systemabsturz" stand.

Schon nach sieben Minuten eröffnete Bjarni Lundqvist das Torfestival - jener Mann, der an diesem Abend offensichtlich beschlossen hatte, sich selbst zum Stadtgespräch zu machen. Ein flacher Schuss ins lange Eck, die Merseburger Hintermannschaft schaute zu wie Statisten im falschen Film. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte VfB-Keeper Vahit Üzülmez später, während er das Netz richtete.

Tasmania spielte danach, als wollte man den Ballbesitzanteil (54 Prozent) mit purer Spielfreude rechtfertigen. Agustin Ibano legte in der 19. Minute nach - ein trockener Abschluss aus 18 Metern, der so präzise war, dass man meinen konnte, er habe einen Laserpointer im Schuh. Trainer Michael Meister grinste später: "Das war aus dem Lehrbuch - Seite 27, Kapitel ’Wie man den Keeper alt aussehen lässt’."

Mit dem 2:0 zur Pause schien die Sache klar, doch was dann kam, war eine Demonstration. Direkt nach Wiederanpfiff traf Innenverteidiger Nuno Custodio per Kopf nach einer punktgenauen Flanke von Noe Poncela - das 3:0 in der 46. Minute. Wer dachte, Merseburg würde sich nun mit Stolz wehren, irrte. Stattdessen wechselte Trainer Dieter Bergmann gleich zweimal, was allerdings eher an das Austauschen von Glühbirnen in einem Stromausfall erinnerte.

Kurz darauf schaffte Amaury Brito in der 58. Minute den Ehrentreffer für Merseburg - immerhin ein Lichtblick. Sein Schuss aus spitzem Winkel überraschte Berlins Keeper Henri Boyer, der anschließend mit einem Lächeln meinte: "Ich wollte mal sehen, ob die Zuschauer noch wach sind." Doch die Antwort kam prompt: Nur zwei Minuten später hämmerte Jake Haddington den Ball unter die Latte - 4:1! Vorlage: Logan Kinsella, der kurz zuvor eingewechselt worden war und offenbar noch frische Beine hatte.

Ab da wurde es deutlich. Lundqvist, wieder Lundqvist - und noch einmal Lundqvist! In der 70. Minute nach feiner Vorarbeit von Louis Gebhardt, in der 79. nach einem Zuspiel von Ibano. Ein lupenreiner Hattrick über 70 Minuten verteilt, der die Fans in der Kurve zu spontanen Gesängen hinriss. "Ich hatte einfach Spaß", lachte Lundqvist nach der Partie. "Und manchmal ist Fußball eben ganz einfach: Wenn niemand dich stoppt, machst du weiter."

Die Statistiken untermauern das Schauspiel: 12 Torschüsse für Tasmania, nur 3 für den VfB. Der Ballbesitz? 54 zu 46 Prozent - aber gefühlt waren die Berliner zu zwölft auf dem Platz. Merseburgs Trainer Bergmann haderte: "Wir wollten offensiv agieren. Am Ende war’s wohl zu offensiv - und zu wenig agieren." Ein Satz, der so ehrlich wie schmerzhaft war. Denn seine Mannschaft wirkte zwar bemüht, aber überfordert. Besonders bitter: Stürmer Marian Iliew musste nach einer Verletzung in der 52. Minute runter.

Als in der 72. Minute auch noch Torwartwechsel betrieben wurde - McGowan kam für Üzülmez - schien es fast, als wolle Merseburg die Uhr herunterspielen. Doch Tasmania hatte noch Lust auf Fußball, schob sich den Ball mit kurzen Pässen hin und her, fast verspielt, aber nie überheblich. "Wir wollten zeigen, dass wir es ernst meinen", sagte Trainer Meister. "Manchmal sehen 6:1-Siege leicht aus, aber das war harte Arbeit."

Die Fans gingen begeistert nach Hause, einige blieben noch lange auf den Rängen, um Lundqvist zuzujubeln. Ein älterer Herr im Tasmania-Schal fasste es treffend zusammen: "So spielt man den Montag weg."

Am Ende stand ein 6:1, das in seiner Klarheit kaum Fragen offenlässt. Tasmania Berlin klettert in der Tabelle weiter nach oben, während Merseburg wohl noch eine Weile an diesem Abend zu knabbern haben wird. "Manchmal läuft’s eben so", kommentierte Bergmann mit Galgenhumor. "Wir hatten den Ball - sie die Tore."

Ein Spiel, das zeigte, wie schön Fußball sein kann, wenn ein Team einfach alles trifft und das andere alles durchgehen lässt. Tasmania Berlin feiert, Merseburg taumelt, und irgendwo in der Hauptstadt klopft sich Bjarni Lundqvist auf die Schulter - völlig zu Recht.

26.09.643993 08:49
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