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Pokal | Viertelfinale | 05.09.26 | SV Steuden - Hannover 3:4 "Wir wollten die Spannung bis zum Schluss halten", sagte Steudens Trainer Karli Konter später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und akutem Bedarf an Beruhigungsmitteln lag. "Vielleicht waren wir dabei ein bisschen zu erfolgreich." Dabei hatte Hannover von Beginn an deutlich mehr Zug zum Tor. Diego Barbosa prüfte die Steudener Defensive bereits in der sechsten Minute, legte in der 13. und 16. Minute nach und machte unmissverständlich klar, dass er den Strafraum nicht zum gemütlichen Verweilen besuchte. Robert Rizzi und Marco Pinto reihten sich ebenfalls in die Schussparade ein. Nach einer halben Stunde hatte Hannover bereits neun Torabschlüsse gesammelt, während Steuden erst einmal durch Önder Martin auffällig geworden war. Trotzdem blieb die Partie torlos. Steudens Torhüter Julius Seiler musste zwar nicht jede Minute um sein Leben fürchten, durfte sich aber über ausreichend Beschäftigung freuen. Hannover spielte mit kurzen Pässen, suchte häufig die Flügel und schoss, dem taktischen Plan entsprechend, offenbar aus allen halbwegs vertretbaren Lagen. "Wir hatten gute Situationen", meinte Hannovers Trainer Daniel Dietrich. "Aber der Ball wollte einfach nicht hinein. Er war heute offenbar sehr meinungsstark." Steuden hielt mit großer Disziplin dagegen. Die Mannschaft von Konter agierte ausgewogen, lauerte auf Chancen und bevorzugte die sichere Gelegenheit gegenüber dem spektakulären Versuch. Ganz nach dem Motto: Lieber einmal richtig schießen als zehnmal den Ball höflich beim Gegner abgeben. Benyamin Schultz und Martin sorgten vor der Pause für kleine Nadelstiche, doch Hannovers Torwart Tamas Czibor blieb unbezwungen. Zur Halbzeit stand es 0:0 - und die Zuschauer begannen vermutlich, innerlich schon die Verlängerung zu reservieren. Nach dem Seitenwechsel setzte Hannover seine Offensive fort. Barbosa, Pinto und Pablo Pauleta tauchten immer wieder in gefährlichen Zonen auf. Steuden kam nun etwas besser ins Spiel: Justin Kiefer und Schultz suchten den Abschluss, Martin prüfte die Gäste in der 85. Minute. Doch auch dieser Versuch änderte nichts am Ergebnis. Hannover brachte es am Ende auf 21 Torschüsse, Steuden auf sechs. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,9 Prozent sogar knapp vorn - ein statistischer Trostpreis, der im Pokal ungefähr so viel wert ist wie ein gut formulierter Konjunktiv. Auch in der Verlängerung blieb das Tor vernagelt. Hannover wechselte unter anderem Guillermo Assis und Alex de Galvez aus; de Galvez musste nach einer Verletzung in der 96. Minute vom Feld. Steudens Matthias Kraft sah in der 102. Minute die Gelbe Karte. Ansonsten dominierte vor allem die Erschöpfung. "Nach 120 Minuten denkt man nicht mehr über Taktik nach", sagte Steudens Mittelfeldspieler Justin Kiefer. "Man denkt nur noch: Hoffentlich ist der Elfmeterpunkt noch da." Er war da. Und dort wurde das Spiel entschieden. Kiefer und Günther Haupt trafen für Steuden, ebenso Martin. Maximilian Weis, Carl Barros und Schultz scheiterten jedoch. Für Hannover verwandelten Joao Varela, Pedro Goncalves, Pinto und Pauleta. Rizzi und Assis vergaben, doch das reichte nicht mehr für Steuden. Hannover gewinnt 4:3 im Elfmeterschießen. Steuden verabschiedet sich aus dem Pokal - mit erhobenem Kopf, müden Beinen und der Gewissheit, mindestens einen Rekord aufgestellt zu haben: selten war ein 0:0 so ereignisreich. 05.09.2026 20:05 |
Sprücheklopfer
Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen.
Lothar Matthäus weshalb er nicht deutscher Bundestrainer wurde