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Spartak Senec ringt Trogari Nitra nieder - 3:2 nach wilder Achterbahnfahrt

32600 Zuschauer im sonnig-kalten Senec sahen am 13. Spieltag der 1. Liga Slowakei ein Fußballspiel, das nicht nur Tore, sondern auch Emotionen, Schweiß und eine Prise Wahnsinn bot. Am Ende jubelte Spartak Senec über ein 3:2 gegen Trogari Nitra - ein Sieg, der knapper war, als es sich Trainer Kevo Kevoo nach der frühen Führung erträumt hatte.

Schon in der 19. Minute brachte Vincent Pauleta die Hausherren in Front. Der flinke Linksaußen hatte sich nach einem Pass von Jordi Arrieta in den Strafraum geschlichen, als wäre er ein ungeladener Gast auf einer Party - und schob den Ball eiskalt ins rechte Eck. "Ich hab einfach mal draufgehalten, weil Jordi so geschrien hat, dass selbst meine Oma in Porto das gehört hätte", grinste Pauleta nach dem Spiel.

Bis zur Pause blieb Spartak Senec tonangebend, mit 51 Prozent Ballbesitz und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein. Coach Kevoo gestikulierte am Spielfeldrand wie ein Dirigent zwischen Genie und Wahnsinn, während sein Gegenüber Chris Armstrong zusehends rot anlief - allerdings nicht wegen des Wetters.

Kurz nach dem Seitenwechsel dann der nächste Paukenschlag: In der 51. Minute erhöhte Xabier Arredondo auf 2:0, nach wunderbarer Vorarbeit von Linksverteidiger Meir Shitrit. Ein klassischer Angriff über die Flanke, kurz und präzise gespielt - und Arredondo knallte den Ball unter die Latte. "Das war kein Schuss, das war eine Liebeserklärung an den Fußball", raunte ein Zuschauer auf der Tribüne, während die Heimfans schon vom sicheren Sieg träumten.

Doch wer Trogari Nitra kennt, weiß: Die geben nie auf, auch wenn sie 14 Torschüsse brauchen, um den Ball mal wirklich reinzudrücken. Nur drei Minuten später schlug Karol Kozacik zurück (54.). Nach einer klugen Ablage von Tomas Stevko traf der rechte Mittelfeldspieler ins lange Eck. "Ich dachte, der Ball wäre schon draußen", stöhnte Spartak-Keeper Dario Cortale, "aber anscheinend hatte er andere Pläne."

Und weil das Drama noch nicht genug Fahrt aufgenommen hatte, glich Torsten Moser in der 67. Minute aus. Der 22-jährige Mittelstürmer verwertete - natürlich - eine Vorlage von Kozacik. Der Schuss, halb Volley, halb Hoffnung, zischte ins Netz. 2:2, und plötzlich roch alles nach einer typischen Nitra-Aufholjagd.

Doch Spartak Senec hatte noch einen Pfeil im Köcher - und was für einen. Ausgerechnet Rechtsverteidiger Evan McGeady, bisher eher für rustikale Grätschen bekannt, drosch in der 79. Minute den Ball aus spitzem Winkel zum 3:2 ins Tor. Das Stadion explodierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab McGeady später zu, "aber manchmal hat der liebe Fußballgott einfach Humor."

In den Schlussminuten warf Nitra alles nach vorn, während Spartak auf volles Pressing umschaltete - laut Statistik mit "starkem Einsatz" und "kurzem Passspiel", was in der Praxis eher nach roher Entschlossenheit und wackligen Pässen aussah. McGeady musste in der 90. Minute verletzt raus, ersetzt vom jungen Vratislav Hasa. "Hoffentlich nur eine Zerrung", meinte Trainer Kevoo, "der Junge hat heute die rechte Seite praktisch allein verteidigt."

Trogari Nitra hatte trotz mehr Abschlüssen (14:8 Torschüsse) einfach nicht das nötige Glück. Trainer Armstrong zuckte nach dem Abpfiff mit den Schultern: "Wir haben offensiv gespielt, aber manchmal schießt du zehnmal aufs Tor und der Ball will nicht rein. Und dann trifft der gegnerische Außenverteidiger aus dem Nichts - was soll man da sagen?"

Ein kurzer Wortwechsel zwischen Armstrong und Kevoo am Spielfeldrand sorgte für Schmunzeln:
"Schöne Flanke von deinem Verteidiger", grinste Armstrong.
"Flanke?", entgegnete Kevoo, "das war pure Absicht!"

So endete ein Spiel, das alles bot, was man an dieser Liga liebt: Leidenschaft, Chaos und Spieler, die manchmal selbst nicht wissen, warum der Ball plötzlich im Tor liegt. Spartak Senec klettert mit diesem Sieg in der Tabelle nach oben, während Nitra trotz guter Leistung mit leeren Händen dasteht.

Zum Schluss blieb nur noch das Raunen der Fans, die sich in der kalten Nacht gegenseitig versicherten, dass sie "so ein verrücktes Spiel schon lange nicht mehr gesehen" hätten. Und irgendwo in der Kabine summte Pauleta fröhlich vor sich hin - vermutlich aus Dankbarkeit, dass sein Schuss in der 19. Minute der Grundstein für diesen denkwürdigen 3:2-Erfolg war.

Ein Abend, der mal wieder bewies: Fußball ist keine exakte Wissenschaft - sondern die schönste Form des kontrollierten Wahnsinns.

15.10.643990 21:40
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