// Startseite
| Sportpress |
| +++ Sportzeitung für Slowakei +++ |
|
|
|
Es war ein kalter Samstagabend in Senec, aber 38.034 Zuschauer sorgten für ein brodelndes Stadion, als der FK Senec am 18. Spieltag der 1. Liga Slowakei den FK Duslo Sala empfing. Was auf dem Papier nach einem Pflichtsieg aussah, entpuppte sich als zähes Stück Fußballarbeit - mit einem goldenen Moment in der 64. Minute und einer ordentlichen Portion Drama. Von Beginn an zeigte Senec, dass man gewillt war, das Spiel in die eigene Hand zu nehmen. Trainer Bert Schnell hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, doch trotz Ballbesitzvorteil (51 Prozent) und druckvollem Beginn wollte der Ball einfach nicht rein. Schon in der ersten Minute prüfte Miroslav Mintal den gegnerischen Keeper mit einem satten Schuss - der Auftakt zu einer ganzen Serie von vergebenen Chancen. "Ich dachte, nach fünf Minuten steht’s 2:0", witzelte Schnell später, "aber unsere Jungs schienen das Tor eher als Deko zu betrachten." Sala dagegen präsentierte sich defensiv solide, wenn auch ohne große Ambitionen nach vorne. Der einzige ernsthafte Versuch Richtung Tor von Martin Hlinka kam in der 75. Minute - und selbst der war eher als höfliche Erinnerung an die Existenz des Gästesturms zu verstehen. Mit nur einem einzigen Schuss aufs Tor über 90 Minuten ließ Duslo Sala die Offensivfreunde vermissen. "Wir wollten kompakt stehen", verteidigte sich Trainer Ivan Duris trocken. "Das ist uns ja auch gelungen - fast zu gut." Die erste Halbzeit endete torlos, aber nicht ereignislos. Es hagelte Gelbe Karten: Sencs junger Diego Menendo, gerade mal 18 Jahre alt, sah früh Gelb (14.), und Filipe Viana bekam in der 35. Minute ebenfalls Farbe gezeigt, nachdem er mehr Ball als Gegner - oder war’s doch umgekehrt? - traf. Auf der anderen Seite notierte sich Nelio Aldecoa in der 34. Minute seinen Namen ins Schiedsrichterbuch, offenbar als Vorgeschmack auf spätere Eskalation. Nach der Pause zog Senec das Tempo an. Julian Vidigal und Patrik Winter testeten den gegnerischen Torwart zwischen der 47. und 54. Minute gleich mehrfach - doch Zoltan Marko im Sala-Tor hielt, was zu halten war. Dann kam die 64. Minute: Igor Kvasnak flankte butterweich von links in den Rückraum, Stanislav Hlinka nahm Maß, ein kurzer Blick - und dann zappelte der Ball im Netz. 1:0. Der Jubel kannte keine Grenzen. "Ich hab ihn genau so trainiert", grinste Trainer Schnell in der Pressekonferenz und zwinkerte. "Na gut, fast so." Für Sala wurde es danach ungemütlich. Aldecoa, schon verwarnt, sah in der 69. Minute Gelb-Rot - und verließ das Feld mit einem Gesichtsausdruck, als hätte ihm jemand den letzten Kaffee weggetrunken. "Ich hab ihn kaum berührt", behauptete er später zerknirscht. Der Schiedsrichter sah das anders - und Sala spielte fortan zu zehnt. Senec nutzte die Überzahl, um das Spiel zu kontrollieren. Mintal und Skrtel vergaben noch aussichtsreiche Gelegenheiten, doch das reichte. In der 73. Minute brachte Schnell den jungen Marco Juarez für den abgekämpften Tomas Krejci - eine Maßnahme, die das Ergebnis absicherte. "Marco hat die Lücken gut geschlossen", lobte der Coach. "Er hat getan, was jeder Verteidiger tun sollte: den Ball möglichst weit weg vom eigenen Tor halten." In den letzten Minuten wechselte Senec noch zweimal: Mourino kam für Winter, Taylor Rose ersetzte den gelbbelasteten Vidigal. Währenddessen sangen die Fans, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Vielleicht war’s einfach die Erleichterung nach einem Abend, der mehr Nerven als Tore brachte. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 11:1 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ein Tor - und drei Gelbe Karten. Kein Spektakel, aber ein Sieg, der zählt. "Das war kein Leckerbissen", gab Stanislav Hlinka zu, "aber manchmal reicht ein Butterbrot, wenn man Hunger hat." Trainer Schnell verabschiedete sich mit einem Lächeln und einem Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird: "Wir wollten heute zeigen, dass 1:0 auch ein Ergebnis ist." Und wie recht er hatte. Ein Arbeitssieg also, nicht schön, aber ehrlich. Senec bleibt damit oben dran, während Sala nach dieser Vorstellung wohl eher in die Kategorie "defensiv stabil, offensiv unsichtbar" fällt. Doch wer weiß - vielleicht war das einfach nur ein schlechter Tag. Oder, wie ein Fan beim Rausgehen murmelte: "Wenn man nur einmal aufs Tor schießt, darf man sich über null Tore nicht wundern." 24.12.643990 07:21 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: