Sport-Blick
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Schötz zaubert - Blau-Weiss Luzern erlebt ein blaues Wunder

Es war ein Abend, wie ihn die 59.043 Zuschauer im Schötzer Stadion wohl nicht so schnell vergessen werden. Der FC Schötz spielte sich beim 4:1 gegen Blau-Weiss Luzern in einen kleinen Rausch - und das bei winterlicher Kälte, die eher nach Glühwein als nach Gala rief. Doch was die Elf von Roland Kunz auf den Platz brachte, war heiß, präzise und manchmal sogar frech.

Schon nach elf Minuten fiel das erste Mal die Latte des Stadions: Alfred Brun, der rechte Flügel mit der Dynamik eines Expresszugs, zog nach einem feinen Zuspiel von Eskil Sundström ab - 1:0! Jubel, Rauch, Konfetti. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Brun später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. Hat geklappt."

Das zweite Kapitel dieser Schötzer Märchenstunde folgte nur zwölf Minuten später. Wieder Brun, diesmal nach Doppelpass mit Julius Reich. Der Ball zappelte im Netz, Luzerns Torwart Lasse Rauch sah aus wie ein Mann, der sich fragte, warum er eigentlich diesen Beruf gewählt hatte. 2:0, und die Tribüne bebte.

Doch ganz so leicht wollten sich die Gäste nicht ergeben. In der 28. Minute setzte Robert Mantovani, der auffälligste Luzerner, nach einer schönen Flanke von Ilias Chalbinski den Ball volley ins rechte Eck. Ein Treffer, der kurz Hoffnung machte. "Da dachten wir, jetzt sind wir drin", sagte Luzerns Trainer Reinhard Wild später, "aber dann kam die eine Minute, die alles zerstörte."

Denn kaum war der Ball wieder im Spiel, schon klingelte es erneut - diesmal auf der anderen Seite. Eskil Sundström, der Mann mit der unerschütterlichen Ruhe eines Schachspielers, traf nach Vorlage von Javier Capone zum 3:1. Eine Antwort in Rekordzeit. Der Schötzer Anhang sang, der Luzerner Anhang schwieg - und im VIP-Raum soll ein Glas umgefallen sein, vermutlich vor lauter Unglauben.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit dominanten Schötzern. 64,9 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse, zwei Gelbe Karten und kein bisschen Müdigkeit. Luzern mühte sich, blieb aber harmlos. Mantovani rannte, kämpfte, schimpfte, doch der Rest seiner Mannschaft wirkte, als hätte man ihnen vor dem Spiel gesagt: "Bitte keine plötzlichen Bewegungen."

In der 66. Minute dann der endgültige K.o. Mordechai Eban, eigentlich linker Verteidiger, marschierte unaufhaltsam nach vorne. Sundström legte auf - und Eban schweißte den Ball ins Eck, als wolle er die Stadionbeleuchtung treffen: 4:1. Das Publikum tobte, Trainer Kunz riss die Arme hoch, und selbst der Stadionsprecher klang beinahe gerührt. "Das war ein Tor für die Ewigkeit", meinte Kunz später. "Mordechai trifft sonst nur beim Darten - heute hat er mal das große Ziel gefunden."

Luzern versuchte noch, mit einer Doppelauswechslung (Bosworth und Chawanow kamen) neuen Schwung zu bringen, aber der blieb aus. Stattdessen holte sich Schötz’ Daan Tillman in der 67. Minute eine Gelbe Karte, offenbar aus Langeweile, und Olivier Mohr tat es ihm in der 81. gleich. "Man will ja auch mal im Protokoll stehen", witzelte Mohr in der Mixed Zone.

Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Brun hatte noch Lust auf ein drittes Tor, traf aber diesmal nur den Torwart. Chalana probierte’s gleich dreimal (70., 72., 74.), als wolle er beweisen, dass er Schießen schöner findet als Treffen. Trainer Kunz klatschte zufrieden - sein Team hatte längst den Fuß vom Gas genommen, aber immer noch die volle Kontrolle.

"Wir wollten zeigen, dass wir mehr können als nur verteidigen", sagte Kunz nach dem Spiel. "Das war heute eine richtige Mannschaftsleistung - und Alfred war, sagen wir mal, in Galaform."
Luzerns Coach Wild hingegen suchte nach Worten: "Wir waren mutig, aber naiv. Schötz hat uns ausgekontert, obwohl sie gar nicht auf Konter gespielt haben. Das muss man erst mal schaffen."

Fazit: Der FC Schötz spielte nicht nur besser, sondern auch klüger. 65 Prozent Ballbesitz, 20 Schüsse aufs Tor und vier Treffer sprechen eine klare Sprache. Blau-Weiss Luzern dagegen blieb offensiv bemüht, aber defensiv überfordert - vielleicht auch, weil man mit offenem Visier kämpfte, wo ein Helm angebracht gewesen wäre.

Und so ging ein Abend zu Ende, der für die Schötzer Fans wohl noch lange nachklingt. "So ein Spiel", sagte ein älterer Herr auf der Tribüne, "das sieht man nur, wenn man eigentlich schon gehen wollte."
Ein Satz, der diesen 27. Spieltag der 1. Liga Schweiz ziemlich gut zusammenfasst.

27.11.643987 14:50
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Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
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