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Schäfers spätes Tor rettet Cerrense ein Remis gegen Maldonado

Ein lauer Abend in Uruguay, 36 372 Zuschauer im Estadio de Cerrense, und zwei Mannschaften, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie lieber schön oder erfolgreich spielen wollen. Am Ende stand ein 1:1, das sich für CD Cerrense wie ein Sieg und für Athletic Maldonado wie eine vertane Gelegenheit anfühlte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - allerdings akustisch, nicht sportlich: Der Stadionsprecher musste dreimal ansetzen, bis er den Namen von Cerrenses Trainer Leahcim Gnipeur korrekt ausgesprochen hatte. Auf dem Platz übernahm zunächst der Gast das Kommando. Maldonado, von Altmeister Huub Stevens taktisch gewohnt diszipliniert eingestellt, presste früh und fand über die linke Seite immer wieder Julian Deco, der offenbar beschlossen hatte, den Abend zu seinem persönlichen Schusstraining zu machen.

Bereits in der 9. und 12. Minute prüfte Deco den nervösen Cerrense-Keeper Thierry Benveniste, der den Ball einmal mit der Schulter, einmal mit dem Hinterkopf abwehrte - unfreiwillig, aber effektiv. "Ich hab’ das so geplant", grinste Benveniste später, "Torwart-Instinkt nennt man das."

In der 17. Minute musste Stevens früh wechseln: Silvestre Antunes humpelte verletzt vom Feld, Vitorino Goncalves kam. Der Rhythmus der Gäste blieb ungebrochen, und in der 30. Minute zahlte sich das aus. Wieder war es Julian Deco, der nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Inigo Gomes den Ball ins lange Eck schlenzte - 0:1. Der Jubel des Angreifers war ebenso elegant wie sein Treffer: Hände in die Hüften, ein Blick gen Himmel, als wolle er sagen: "Seht her, so macht man das."

"Wir waren in der ersten Halbzeit zu brav", knurrte Cerrense-Coach Gnipeur später. "Ich hab ihnen in der Pause gesagt, sie sollen endlich Fußball spielen und nicht Feldforschung betreiben." Offenbar wirkte die Ansprache, denn nach Wiederanpfiff legte Cerrense den Schalter um. Mehr Einsatz, mehr Flügelangriffe, mehr Risiko - und prompt auch mehr Chancen.

Kay Schäfer, der junge Linksaußen mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen eines 22‑Jährigen, wurde zum Unruheherd. In der 71. Minute scheiterte er noch an Maldonados Torwart Petri Ylönen, in der 76. Minute machte er es besser. Nach energischem Dribbling von Riley Anderson kam der Ball perfekt in die Schnittstelle - Schäfer zog ab, Ylönen war chancenlos. 1:1, und das Stadion explodierte.

"Riley hat mir den Ball serviert wie ein Kellner mit Michelin‑Stern", lachte Schäfer nach dem Spiel. "Ich musste nur noch abdrücken."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Deco versuchte, seinen Doppelpack zu schnüren, verzog aber knapp (87.). Auf der Gegenseite prüfte Adrian Tonel in der 88. Minute noch einmal Ylönen, der sich mit einer Flugeinlage für die Saison‑Highlights bewarb. Die Nachspielzeit gehörte wieder Maldonado, doch Domingo Jordao scheiterte in der 92. Minute - sinnbildlich für eine Mannschaft, die viel investierte, aber am Ende nur einen Punkt mitnahm.

Statistisch passte das Remis wie maßgeschneidert: 55 Prozent Ballbesitz für Cerrense, 9 Torschüsse gegen 13 der Gäste - und eine Zweikampfquote, die auf beiden Seiten ungefähr so stabil war wie ein Regenschirm im Sturm. "Wir haben gut gespielt, aber nicht gut genug", bilanzierte Stevens in seiner unverwechselbar trockenen Art. "Wenn man so viele Chancen hat, sollte man mehr als ein Tor schießen. Aber vielleicht wollte der Fußballgott heute romantisch sein."

Gnipeur nahm den späten Ausgleich als Zeichen der Moral: "Ich sag’s mal so - wir sind keine Rockband, die nach einem schlechten Auftritt die Bühne verlässt. Wir spielen weiter, bis es passt."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit Applaus, und auch wenn das Ergebnis niemanden vom Hocker riss, blieb der Abend unterhaltsam. Deco schoss wie ein Maschinengewehr, Schäfer traf, als es zählte, und beide Trainer gaben Sprüche zum Zungeschnalzen.

Man könnte sagen: Ein Unentschieden, das nach Verlängerung schmeckt. Oder, um es mit einem der älteren Herren auf der Tribüne zu formulieren: "Wenn Fußball immer so wäre - ich würd’ mir sogar die Wiederholung anschauen."

Und wer weiß, vielleicht tun das auch die Spieler. Schließlich gibt es in jeder 90‑minütigen Lehrstunde mindestens eine Szene, die man sich merken sollte - im Fall von CD Cerrense war es Minute 76.

18.07.643993 22:35
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