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SC Hennef ringt Bonner SC in unterhaltsamem Schlagabtausch mit 3:2 nieder

Es war ein Donnerstagabend, wie ihn Hennef so schnell nicht vergessen wird. 26.643 Zuschauer im Stadion, Flutlicht, Spannung, fünf Tore - und mittendrin ein Innenverteidiger, der offenbar beschlossen hatte, seine Jobbeschreibung umzuschreiben. Der SC Hennef gewann am 26. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit 3:2 gegen den Bonner SC - in einem Spiel, das alles bot, was man von einem rheinischen Duell erwartet: Leidenschaft, Chaos und ein bisschen Ironie des Schicksals.

Von der ersten Minute an war klar: Hier will keiner die Punkte kampflos hergeben. Schon nach wenigen Sekunden prüfte Ewan MacDuff den Bonner Keeper Amaury Panero, der den Ball gerade noch über die Latte wischte. Hennef, taktisch ausgewogen, aber mit Flügelspiel wie aus dem Lehrbuch von Giovanni Diaco, hatte deutlich mehr vom Ball - am Ende 60 Prozent Ballbesitz und ganze 16 Schüsse aufs Tor sprechen eine deutliche Sprache.

Das erste Ausrufezeichen setzte allerdings jemand, den man dort selten sieht: Innenverteidiger Karol Gilewicz. In der 12. Minute stieg er nach einer Ecke von Lajos Koplarovics höher als alle anderen und köpfte zum 1:0 ein. "Ich habe gedacht, der Ball sei eigentlich zu hoch - aber dann war er plötzlich drin", sagte Gilewicz nach dem Spiel lachend. Trainer Diaco grinste nur: "Wenn der Karol öfter so trifft, muss ich ihn wohl bald zum Stürmer umschulen."

Doch Bonn zeigte sich unbeeindruckt. In der 33. Minute kombinierten sich Antonio Gutierrez und Charles Catrall sehenswert durch die Hennefer Abwehr, und Catrall schob eiskalt zum Ausgleich ein. "Wir wussten, dass Hennef hinten nicht unverwundbar ist", erklärte Bonns Trainer Lukas Teuber später. "Schade nur, dass wir vergessen haben, das öfter auszunutzen."

Denn kaum hatte man sich auf den Gleichstand eingestellt, da schlug Hennef erneut zu. Sechs Minuten später bediente David Kern den flinken Krzysztof Kosecki auf der rechten Seite, der trocken ins kurze Eck traf - 2:1. Das Stadion tobte, und Diaco brüllte seine Freude fast bis auf die Autobahn hinaus.

Nach der Pause begann Bonn furios. Wieder war es Catrall, der in der 51. Minute - diesmal nach einem Pass des Innenverteidigers Amaury Martins - zum 2:2 traf. Das Bonner Lager jubelte, und man roch kurz an einer kleinen Sensation. Doch Hennef antwortete postwendend, keine 60 Sekunden später: Ivica Dukic fasste sich ein Herz und hämmerte den Ball nach Vorlage von David Kern aus 18 Metern in den Winkel. Ein Treffer, der selbst Panero im Bonner Tor kurz sprachlos machte. 3:2 - und das sollte auch der Endstand bleiben.

Danach wurde es ruppiger. Bonn stellte auf aggressives Pressing um, kämpfte mit vollem Einsatz, während Hennef eher auf Ballzirkulation setzte. "Wir wollten sie laufen lassen", erklärte Diaco. "Wenn du 60 Prozent Ballbesitz hast, brauchst du keine Blutgrätsche."

In der 55. Minute reagierte Teuber mit einem Doppelwechsel: Adamantios Manos und Cameron Prinsloo kamen, brachten frischen Wind, aber keine Tore. Hennef verteidigte clever, gelegentlich auch mit dem berühmten Quäntchen Glück. Als Catrall in der 88. Minute noch einmal frei zum Schuss kam, rauschte der Ball knapp am Pfosten vorbei - und Diaco sank erleichtert auf die Bank.

Nach dem Schlusspfiff lagen sich die Hennefer Spieler in den Armen, während die Bonner enttäuscht, aber erhobenen Hauptes vom Platz gingen. "Wir haben alles gegeben", meinte Doppeltorschütze Catrall. "Nur leider hatte Hennef heute das bessere Timing."

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, bessere Zweikampfquote - und vor allem mehr Zielwasser. Dennoch war es kein Spaziergang. "Ich werde mir das Spiel noch dreimal anschauen", sagte Diaco augenzwinkernd in der Pressekonferenz. "Einmal als Trainer, einmal als Fan - und einmal, um zu glauben, dass Karol wirklich getroffen hat."

Lukas Teuber sah das Ganze sportlich: "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Aber wenn du in Hennef zwei Tore schießt und trotzdem verlierst, dann weißt du, dass es ein komischer Abend war."

Und so bleibt als Fazit: Ein packendes Duell zweier Mannschaften, die Fußball mit offenem Visier spielten. Hennef jubelt über drei Punkte und eine Abwehr, die trifft. Bonn fährt ohne Zählbares nach Hause, aber mit der Gewissheit, Teil eines Spiels gewesen zu sein, über das man noch am Büdchen reden wird.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn jeder Donnerstag so wäre, würde ich nie wieder Tatort gucken."

07.07.643993 06:12
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Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
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