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SC Forst stürmt durchs Allgäu - Alcantara schießt Weiler aus dem Pokal

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 12.500 Zuschauer - in Weiler im Allgäu roch es nach Pokalsensation. Doch am Ende roch es vor allem nach kaltem Schweiß und Enttäuschung: Der SC Forst fegte die Heimelf mit 3:0 (0:0) aus dem Wettbewerb. Und das Ergebnis war so deutlich, wie es klingt - auch wenn Weiler in der ersten Halbzeit tapfer dagegenhielt.

Trainer Mino Raiola - ja, der Mino Raiola, inzwischen offenbar in neuer Rolle als Seitenlinien-Philosoph - hatte vor Anpfiff noch angekündigt: "Wir wollen zeigen, dass Herz größer ist als Etat." Nach 90 Minuten wusste er: Manchmal gewinnt eben doch der Etat.

Denn der SC Forst war von Beginn an die tonangebende Mannschaft. Schon nach einer Minute prüfte John Clancy den jungen Weiler-Keeper Robert Schöne mit einem satten Schuss - die erste von ganzen 18 Torannäherungen der Gäste. Forst spielte schnörkellos, mit klarer Struktur, und hatte das Spielgerät zu 57 Prozent in den eigenen Reihen. Weiler dagegen kämpfte, rannte, grätschte - aber meistens hinterher.

"Wir haben das Zentrum kontrolliert, die Außen nicht vernachlässigt und einfach unseren Fußball gespielt", erklärte Forst-Coach Marius Groß später mit einem breiten Grinsen. Und sein Plan ging auf.

Die erste Hälfte endete torlos, doch die Gäste wirkten, als würden sie nur auf das Signal zum Lossprinten warten. Nach der Pause kam es dann wie befürchtet: In der 54. Minute spielte der clevere Age Bergdolmo einen Traumpass in den Lauf von Manuel Alcantara, der eiskalt blieb und flach ins lange Eck abschloss - 0:1. Der Jubel der mitgereisten Forst-Fans hallte durchs Stadion, während Raiola sich die Mütze tiefer ins Gesicht zog.

Nur drei Minuten später sah Weilers Rechtsverteidiger Michel Hierro Gelb - sinnbildlich für die zunehmende Überforderung seiner Abwehrkollegen. Kurz darauf wechselte Raiola dreimal: frische Beine, neue Hoffnung. Asen Todorow, Friedrich Jacobs und Jürgen Linke kamen - und liefen sich gleich fest.

Forst dagegen blieb cool. Stephan Peters, der unermüdliche Motor auf der linken Seite, bediente in der 74. Minute erneut Alcantara. Der ließ zwei Verteidiger stehen und versenkte den Ball unter die Latte. "Ich dachte, der Ball fliegt in die Alpen", witzelte Alcantara später. "Aber dann ist er zum Glück doch drin geblieben."

Weiler versuchte es noch einmal mit wilder Offensive - oder dem, was davon übrig war. Ein Schuss von Linus Berger in der 49. Minute war die letzte ernsthafte Annäherung an das Tor von Philipp Jakuschew. Danach war die Luft raus.

In der 86. Minute setzte Alcantara seinem Galaabend die Krone auf: Wieder war es Bergdolmo, der den Pass spielte, wieder stand Alcantara goldrichtig. 0:3. Ein Hattrick für die Geschichtsbücher und ein bitterer Abend für Weiler.

"Wir haben Forst zu viel Raum gelassen", gab Weilers Kapitän Robin Born zerknirscht zu. "Und wenn du Alcantara Raum gibst, dann schießt er dir halt den Kühlschrank leer."

Taktisch blieb Forst seiner offensiven Linie treu, während Weiler zwar ebenfalls "offensiv" aufgestellt war - zumindest auf dem Papier. In Wahrheit stand die Abwehr 90 Minuten unter Dauerbeschuss. 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe, vier Torschüsse - das liest sich wie ein Hilferuf.

Nach Abpfiff machte Raiola einen Schritt auf Schiedsrichter und Himmel zugleich zu, als wolle er fragen, ob irgendwo Gnade zu finden sei. "Das war Lehrgeld", murmelte er, "aber teuer war’s."

Marius Groß hingegen genoss den Moment. "Wir sind eine Pokalmannschaft", sagte er und grinste in die Kameras. "Und heute hat man gesehen, dass wir auch Spaß daran haben, das zu zeigen."

Die Fans von Weiler applaudierten dennoch - höflich, fast rührend. Vielleicht, weil sie wussten: Es gibt Niederlagen, die man vergisst, und solche, die man weitererzählt. Dieses 0:3 gehört wohl zur zweiten Kategorie.

Am Ende blieb die Erkenntnis: Der SC Forst hat nicht nur das Spiel, sondern auch die Herzen der neutralen Zuschauer gewonnen - mit Tempo, Präzision und einem Manuel Alcantara, der an diesem Abend schlicht nicht zu stoppen war.

Und irgendwo in der Kabine von Weiler soll Raiola, halb lachend, halb seufzend, gesagt haben: "Wenn man schon rausfliegt, dann wenigstens gegen eine Mannschaft, die Fußball spielen kann." Da konnte selbst der Stadionsprecher nur trocken ergänzen: "Stimmt wohl."

04.10.643990 07:02
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