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Eerste Divisie | 6. Spieltag | 22.09.26 | Rotterdam Lords - SBV Rotterdam 2:2 Die Partie war kaum angepfiffen, da hatten die Lords bereits zweimal durch Rikki Groat auf das Tor geschossen. SBV Rotterdam antwortete nicht mit höflichem Abwarten, sondern mit Bailey Miller. In der zehnten Minute traf der 24-Jährige zur Führung, eine Minute später legte er nach. Doppelschlag. Die Gäste führten 2:0, und auf der Tribüne dürfte sich der eine oder andere Fan gefragt haben, ob der Weg zum Stadion den Eintrittspreis überhaupt noch rechtfertigte. Miller war zunächst überall dort, wo es unangenehm wurde. Seine beiden Treffer wurden von Jouke Ampte und Ramon Manuel vorbereitet. Der junge Ampte, gerade einmal 18 Jahre alt, spielte dabei mit einer Selbstverständlichkeit, die manch älterem Profi schon beim Schuhe-Binden fehlt. "Wir wollten mutig beginnen", soll Miller später gesagt haben. "Vielleicht waren wir ein bisschen zu erfolgreich damit." Die Lords brauchten nicht lange, um sich zu sortieren. In der 21. Minute verkürzte Samuel Menzies nach Vorarbeit von Vitor Meireles. Plötzlich war wieder Leben im Stadion, und die Gastgeber erinnerten sich daran, dass sie den Abend nicht ausschließlich als Statisten verbringen wollten. Neun Minuten später fiel der Ausgleich: Pim Hogarth traf nach Zuspiel von Luigi Venditti zum 2:2. "Nach dem 0:2 haben wir uns kurz angesehen und beschlossen, wieder Fußball zu spielen", sagte Hogarth angeblich mit einem Grinsen. Eine bemerkenswert schlichte Analyse - und eine, die den Spielverlauf ziemlich genau zusammenfasst. Die Lords hatten insgesamt mehr Abschlüsse: 11 Torschüsse standen am Ende zu Buche, SBV kam auf acht. Beim Ballbesitz lagen dagegen die Gäste vorn, wenn auch nur knapp: 52,47 Prozent gegenüber 47,53 Prozent. SBV agierte taktisch ausgewogen, schaltete bei Rückstand ins Pressing und zeigte eine eher robuste Gangart. Die Lords blieben offensiv ausgerichtet, spielten kontrolliert und verzichteten weitgehend auf aggressives Anlaufen. Ein Plan, der zunächst aussah wie ein Fehler und später wie Absicht. Nach der Pause nahm die Begegnung an Härte und Spannung zu, aber nicht mehr an Toren. Groat blieb auffällig und prüfte das Tor der Gäste in der 52., 57. und 84. Minute. Hogarth versuchte es ebenfalls, während Swen Hagen in der 83. Minute noch einmal für Unruhe sorgte. Auf der anderen Seite suchten Hansen Dirk und Manuel Esposito ihr Glück, ohne den entscheidenden Schuss zu finden. "Wir hatten Chancen, aber der Ball wollte heute offenbar keine weiteren Bekanntschaften mit dem Netz machen", kommentierte Trainer Leonq Bock die zweite Hälfte. Ein Satz, der in der Pressekonferenz vermutlich deutlich besser klang als auf dem Platz. So blieb es beim 2:2 (2:2). Die Zuschauer sahen ein Spiel, das in elf Minuten vier Tore produzierte und anschließend den Torhütern einen verlängerten Feierabend gönnte. Für die Lords fühlt sich der Punkt nach dem frühen Rückstand wie ein kleiner Sieg an. Für SBV Rotterdam dürfte er sich eher wie zwei verlorene Punkte anfühlen. Immerhin: Beide Teams lieferten Unterhaltung. Nur der Ball hatte nach der Pause offenbar Dienstschluss. 22.09.2026 21:32 |
Sprücheklopfer
Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.
Otto Rehhagel