Voetbal International
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Roda rollt über Haarlem hinweg - Matthäus' Männer spielen wie entfesselt

Es gibt Fußballabende, an denen von der ersten Minute an klar ist: Hier wird’s für eine Mannschaft richtig ungemütlich. Der 14. Spieltag der niederländischen Eredivisie bot so einen - und zwar in Kerkrade, wo Roda den SC Haarlem mit 3:0 (3:0) auseinandernahm. 49.127 Zuschauer sahen ein Heimteam im Angriffsrausch und Gäste, die den Ball lieber aus sicherer Entfernung betrachteten.

Schon nach einer Viertelstunde war die Messe fast gelesen. Linksverteidiger Barend Lansing, sonst eher dafür bekannt, die Linie entlang zu marschieren als auf das Tor zu schießen, zog in der 13. Minute nach feiner Vorarbeit des 18-jährigen Gerrit Houghtailing einfach mal ab. Der Ball schlug mit einem satten "Wumm" ins rechte Eck - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Lansing später, "aber der Ball hat wohl andere Pläne gehabt."

Nur fünf Minuten später durfte Innenverteidiger Tom Van Wiele ran. Nach einem Gewühl im Strafraum, in dem Haarlem-Verteidiger Albert Voores mehr mit seinen eigenen Gedanken als mit dem Ball beschäftigt war, drückte Van Wiele das Leder zum 2:0 über die Linie. "Ich habe ihn mit dem Knie getroffen", gab der 33-Jährige zu, "aber im Statistikbogen steht trotzdem Tor - also alles gut."

Und als ob das nicht genug war, setzte Alain Devereux in der 36. Minute den Deckel drauf. Wieder war der junge Houghtailing beteiligt, der sich mit einem traumhaften Steilpass in die Herzen der Heimfans spielte. Devereux blieb cool und schob flach ein - 3:0. Danach sah man Haarlem-Keeper Leonti Onopko, wie er ratlos die Arme hob, als wolle er sagen: "Was soll ich denn noch halten, Leute?"

Zur Pause schien alles entschieden, und Trainer Lotthar Matthäus, der mit zufriedenem Grinsen an der Seitenlinie stand, sagte später: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr weiter so spielt, kann ich mich zur Halbzeit eigentlich schon umziehen und nach Hause gehen." Tat er nicht - stattdessen wechselte er. Der 17-jährige Juriaan Conklin kam für Devereux und durfte gleich mal zeigen, dass ihm die große Bühne nichts ausmacht.

Die zweite Halbzeit verlief ruhiger - zumindest aus Sicht des Ergebnisses. Roda spielte weiter nach vorne, schoss aus allen Lagen (insgesamt 20 Schüsse aufs Tor), doch das Netz blieb unberührt. Haarlem kam auf genau einen Torschuss - ein Verzweiflungsversuch aus 30 Metern von Francois Abbadie in der 35. Minute, der aber mehr Gefahr für die Eckfahne als für Torwart Gaspar Hirzer bedeutete.

Hirzer selbst hatte einen entspannten Abend: "Ich hab mir in der 70. Minute fast einen Tee kochen lassen", witzelte der Keeper nach dem Spiel. "Aber der Trainer meinte, das sähe unprofessionell aus."

Haarlems Trainer Simon Schneeberger wirkte nach Abpfiff wie ein Mann, der gerade ein besonders kompliziertes Mathematikrätsel lösen musste. "Wir wollten sicher stehen und dann gezielt zuschlagen", erklärte er, "aber irgendwie haben wir den Teil mit dem Zuschlagen vergessen." Tatsächlich wirkte seine Mannschaft über 90 Minuten wie eingefroren - kein Pressing, kein Risiko, kein Plan B.

Matthäus konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Ich hab’s ja gesagt: Wir müssen einfach mutig sein. Und wenn die Jungs dann mit so viel Biss spielen, kann man als Trainer nur stolz sein."

Besonders stolz dürfte er auf die Jugend gewesen sein. Houghtailing, der erst seit wenigen Wochen in der Startelf steht, war an zwei Toren direkt beteiligt und riss das Spiel mit jugendlicher Frechheit an sich. Der Trainer klopfte ihm nach Abpfiff auf die Schulter und murmelte lautstark: "Wenn du so weitermachst, schreib ich dich in mein Testament."

Auch das Publikum feierte: Die Fans sangen, tanzten und hielten Plakate hoch, auf denen "Lotthar liebt Offensivfußball" zu lesen war. Und Roda spielte tatsächlich so: 54,6 Prozent Ballbesitz, 59,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die deutlich zeigen, wer an diesem Abend den Ton angab.

In der Schlussminute durfte dann noch der 18-jährige Vincent Van Vechten für den Torschützen Lansing ran - ein symbolischer Wechsel. Nachwuchs für Erfahrung, Zukunft für Gegenwart. Es passte zu diesem Abend, an dem Roda Kerkrade zeigte, dass man mit Mut, Tempo und einem Schuss Ironie (und drei echten Schüssen ins Tor) viel erreichen kann.

Oder, wie Van Wiele beim Rausgehen sagte: "Wenn Lotthar uns jetzt noch das Toreschießen in der zweiten Halbzeit beibringt, dann wird das hier richtig gefährlich."

Und wer das Spiel gesehen hat, könnte ihm glatt glauben.

18.06.643987 14:54
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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