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Roda Kerkrade ringt Sparta Nijkerk mit 3:2 nieder - Ein Abend voller Flügelstürme

Ein Freitagabend im Januar, Flutlicht, 58.158 Zuschauer im Stadion - und Roda Kerkrade liefert sich mit Sparta Nijkerk ein Spiel, das man getrost als "Achterbahnfahrt mit Ball" bezeichnen kann. Am Ende steht ein 3:2 für die Hausherren, doch das sagt längst nicht alles über diese 90 Minuten aus, die in Sachen Dramatik und ironischer Wendungen kaum zu toppen waren.

Roda begann, als hätte Trainer Lotthar Matthäus seinen Spielern heimlich Energydrinks in die Trinkflaschen gemischt. Schon in den ersten Minuten flogen die Bälle wie Silvesterfeuerwerk in Richtung Nijkerker Tor. In der 11. Minute war es dann so weit: Wouter Van Tassel, der rechte Flügelstürmer mit der Dynamik eines D-Zuges, netzte eiskalt ein - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten, und siehe da - der Ball war drin", grinste Van Tassel später, als wäre das die normalste Sache der Welt.

Sparta Nijkerk, trainiert vom eher nüchternen Markus Kuzmich, zeigte sich davon kurz beeindruckt, rappelte sich aber auf. Diego Oliveira prüfte den Roda-Keeper Nowak mehrfach, fand aber stets in ihm einen Gegner, der offenbar den Ehrgeiz hatte, heute keine Einladung zum Gegentor auszusprechen.

Roda legte in der 33. Minute nach - und wie! Rechtsverteidiger Dedrick Tenbrook, sonst mehr für rustikale Grätschen als für filigrane Abschlüsse bekannt, zog einfach mal aus der zweiten Reihe ab - 2:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Tenbrook hinterher zu, "aber wenn’s schön aussieht, sag ich natürlich, das war Absicht."

Mit dieser komfortablen Führung ging es in die Pause. Der Heimtrainer Matthäus stapfte zufrieden, aber nicht ganz entspannt in die Kabine. "Zwei Tore sind schön, aber drei wären sicherer", raunte er dem vierten Offiziellen zu - halb im Spaß, halb im Ernst.

Nach der Pause kam Sparta mit Wut im Bauch zurück. Der 21-jährige Egidius Van Vleck, ein Wirbelwind auf der linken Seite, traf in der 48. Minute zum 2:1. Vorlage kam von Wouter Rutgers, dessen Hereingabe so präzise war, dass man sie sich ins Lehrbuch für Flanken eintragen könnte. "Ich hab einfach gespürt, dass Egidius da reinläuft", meinte Rutgers und klopfte sich auf die Brust.

Doch bevor Nijkerk richtig Druck aufbauen konnte, schlug Roda erneut zu. In der 60. Minute, kaum dass Matthäus zwei frische Männer gebracht hatte, sorgte Joker Everhart Osterhoudt für das 3:1 - und das nach Vorlage von Didier Letourneur. "Ich hatte noch kalte Füße, aber Didier hat mich warmgespielt", lachte Osterhoudt, dessen Einwechslung sich als goldrichtig erwies.

Sparta gab sich dennoch nicht auf. Kuzmich wechselte in der Schlussphase gleich dreifach, brachte unter anderem Bastiaan Schuyler, der in der 90. Minute tatsächlich noch einmal für Spannung sorgte. Nach feiner Vorarbeit von Benjamin Stanton schob Schuyler zum 3:2 ein - zu spät für eine Wende, aber genug, um den Heimfans den Puls in die Höhe zu treiben.

Statistisch hatte Sparta sogar leicht mehr Ballbesitz (51 Prozent) und 13 Abschlüsse, während Roda auf 14 kam - also ein Duell fast auf Augenhöhe. Doch die Effektivität lag klar bei den Hausherren.

Nach Abpfiff wirkte Matthäus, der bekanntlich selten um einen Spruch verlegen ist, zufrieden: "Ich hab schon viele Spiele gesehen, aber dieses war wie ein Espresso - kurz, stark, und man ist danach hellwach." Kuzmich hingegen zog den imaginären Hut: "Wenn man drei Tore kassiert und trotzdem Komplimente bekommt, weiß man, dass man wenigstens schön verloren hat."

In der Mixed Zone scherzte Roda-Kapitän Letourneur mit einem Journalisten: "Heute war’s wie beim Kartenspielen - manchmal bluffst du, und der Gegner glaubt’s."

Die Zuschauer verließen das Stadion mit einem Lächeln und vermutlich heiserer Stimme. Und während die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl, ein Spiel gesehen zu haben, das zwar kein taktisches Meisterwerk, dafür aber ein herrliches Stück Fußballunterhaltung war.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es formulierte: "Wenn das so weitergeht, brauch ich bald einen Herzschrittmacher mit Vereinslogo."

Und ehrlich gesagt - nach diesem 3:2 hätte er allen Grund dazu.

13.05.643987 12:57
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Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
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