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Roda Kerkrade ringt Den Haag in wildem Schlagabtausch nieder

50127 Zuschauer in Kerkrade bekamen an diesem frostigen Januarabend alles, was ein Fußballherz höher schlagen lässt - frühe Tore, jugendliche Unbekümmertheit, leichte Panik im eigenen Strafraum und einen Trainer Matthaeus, der nach Abpfiff zwischen Stolz und Herzinfarkt pendelte. Am Ende hieß es 3:2 für Roda Kerkrade gegen den FC Den Haag - ein Ergebnis, das so knapp war, wie es das Spiel eigentlich nicht vermuten ließ.

Denn die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Kaum hatte der Stadionsprecher die Aufstellungen verlesen, zappelte der Ball schon im Netz: Didier Letourneur, 34 Jahre alt, mit mehr grauen Haaren als Gegenspieler, traf nach nur drei Minuten zur frühen Führung. Der Pass kam vom erst 18-jährigen Gerrit Houghtailing, der aussah, als wäre er gerade noch auf dem Schulhof gewesen. "Ich hab einfach den Ball gesehen und gedacht: Warum nicht?", grinste Houghtailing später in der Mixed Zone.

Und warum nicht, dachte sich derselbe Houghtailing zehn Minuten später noch einmal - diesmal nahm er selbst Maß und schlenzte das Leder zum 2:0. Ein Treffer, der so frech war, dass sogar Trainer Lotthar Matthaeus an der Seitenlinie kurz die Hände über dem Kopf zusammenschlug. "Dem Jungen muss man doch sagen, dass man so was nicht versucht - es sei denn, es geht rein", lachte Matthaeus nach der Partie, sichtlich stolz auf seine Teenagertruppe.

Doch Den Haag wollte sich nicht als Staffage für eine Coming-of-Age-Geschichte hergeben. In der 20. Minute verkürzte der quirlige Dejan Dordevic nach feiner Vorarbeit von Florent Panis auf 2:1 - und plötzlich roch es nach Spannung. Kurzzeitig zumindest. Denn Letourneur, offenbar in nostalgischer Laune, machte in der 40. Minute sein zweites Tor des Abends, diesmal nach Vorlage des 17-jährigen Juriaan Conklin, der gerade sein erstes Profispiel bestritt. "Ich hab ihn einfach laufen lassen", murmelte Den-Haag-Coach Bronco Capone später. "Vielleicht sollte ich das mit dem Laufenlassen noch mal überdenken."

Mit 3:1 ging es in die Pause - und die Zuschauer im Parkstad Limburg Stadion waren in bester Laune. Die Statistik sprach klar für Roda: 17 Schüsse aufs Tor, 54 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote, die selbst den Platzwart beeindruckte. Den Haag dagegen brauchte lange, um in den zweiten Durchgang zu finden - vielleicht, weil Capone gleich drei Spieler auf einmal wechselte. "Ich dachte, wir machen’s wie beim Eishockey", witzelte er später trocken.

Das brachte zunächst wenig, doch in der 63. Minute wurde es wieder spannend: Archie McGowan nutzte eine Lücke auf der linken Seite und traf nach Vorlage von Savo Vukomanovic zum 3:2. Plötzlich wurde es hektisch. Matthaeus’ Coaching-Zone verwandelte sich in einen Tanzbereich aus Anweisungen, Flüchen und Armbewegungen, während Capone seine Elf nach vorn peitschte.

Die letzten zwanzig Minuten glichen einem Schlagabtausch - Roda konterte, Den Haag drückte, und irgendwo dazwischen bekam der Schiedsrichter mehr Schritte auf seiner Uhr als mancher Spieler. Everhart Osterhoudt prüfte Den-Haags Keeper Jan Kona mehrfach, doch der hielt, was zu halten war. Auf der anderen Seite verfehlte Joao Travassos in der 84. Minute nur um Zentimeter. "Wenn der reingeht, reden wir hier über ein 3:3", knurrte Capone.

Am Ende blieb es beim 3:2 - ein Sieg, der Roda Kerkrade in der Tabelle weiter festigt und Den Haag mit leerem Tank und vollen Köpfen zurücklässt. Matthaeus zeigte sich nach Spielende erleichtert: "Ich hab schon viel erlebt, aber wenn mir einer erzählt, dass ich mit zwei Teenagern und einem 34-Jährigen vorne gewinne, hätte ich ihn ausgelacht. Jetzt lache ich vor Freude."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Letourneur - sichtlich erschöpft - lächelnd den Ball unter den Arm klemmte. "Den nehm ich mit, bevor sie mir sagen, ich soll aufhören", sagte er augenzwinkernd.

Ein Spiel, das alles hatte: jugendliche Frische, abgeklärte Routine und einen Hauch Wahnsinn. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen meinte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Herztabletten im Fanshop."

Und ehrlich - ganz Unrecht hatte er nicht.

07.09.643987 20:20
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