Sporski Journal
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Remis mit Rhythmus: Smederevo und Cacak teilen sich die Punkte

Wer an einem milden Märztag in Smederevo auf ein Feuerwerk der Emotionen hoffte, bekam tatsächlich eines - allerdings in Form von vergebenen Chancen, gelben Karten und jugendlicher Unbekümmertheit. Vor 32.853 Zuschauern trennten sich der FK Smederevo und Zebre Cacak mit 1:1, ein Ergebnis, das auf dem Papier unspektakulär wirkt, in Wahrheit aber eine Menge Geschichten erzählt.

Schon nach neun Minuten rieb sich das Publikum verwundert die Augen: Ausgerechnet der 17-jährige Rechtsverteidiger Milos Kujovic, normalerweise damit beschäftigt, gegnerische Flügelstürmer zu stoppen, tauchte nach feinem Zuspiel von Ivica Kuzmanovic plötzlich vorne auf und drosch den Ball mit jugendlichem Übermut in die Maschen. 1:0 für Cacak - und auf der Bank grinste Trainer Jean-Marie Pfaff so breit, dass selbst die Ersatzspieler kurz irritiert waren. "Ich habe ihm gesagt: Lauf, als würdest du den Bus verpassen", lachte Pfaff später. "Anscheinend hat er’s wörtlich genommen."

Smederevo, vom frühen Rückstand wachgerüttelt, übernahm danach das Kommando. 56 Prozent Ballbesitz und satte 14 Schüsse aufs Tor am Ende sprechen eine deutliche Sprache. Besonders Bruno Fernandes und Miroslav Raickovic liefen sich die Schuhe heiß. In der 32. Minute belohnte sich die Heimelf dann endlich: Zvonimir Kujovic, der kreative Kopf im Mittelfeld, legte quer, Raickovic zog trocken ab - Ausgleich. 1:1, der Jubel hallte bis zum Donauufer.

"Ich wusste, dass der Ball kommt, weil Zvonimir immer so spielt, als hätte er einen Spiegel im Rücken", sagte Raickovic nach dem Spiel schmunzelnd. Trainer Osteroder FC - ein Mann, dessen Name klingt wie ein Club und dessen Club spielt, als wäre er ein Mann - lobte sein Team trotz des verpassten Sieges: "Wir haben Charakter gezeigt. Nur das Tor zum Sieg hat gefehlt - aber das hebe ich mir für nächste Woche auf."

Nach dem Ausgleich entwickelte sich ein Spiel, das mehr Spannung als Zielgenauigkeit bot. Cacak versuchte, den eigenen Offensivdrang zu konservieren, spielte aber zunehmend auf Risiko. Der junge Milos Jestrovic (ebenfalls 17) wagte in der 21. Minute einen Distanzschuss, der wohl noch immer irgendwo im Orbit seine Bahn zieht. Auf der anderen Seite prüfte Joel Graysmark mit wuchtigen Vorstößen immer wieder die Nerven des Gästekeepers Nenad Krasic.

Kurz vor der Pause dann der erste Wermutstropfen: Daniel Galvez sah Gelb, nachdem er Bruno Fernandes auf Höhe der Mittellinie umgepflügt hatte. Pfaff reagierte zur Halbzeit und brachte den routinierten Louis Couture - ein Name wie ein Parfum, aber mit der Spielweise einer Kreissäge - für den auffälligen Galvez.

Die zweite Hälfte begann mit deutlich weniger Feuer, aber mehr Taktik. Smederevo spielte geduldig, die Zebras aus Cacak - die trotz des Namens in grauen Auswärtstrikots aufliefen - lauerten auf Konter. Pfaff wechselte in der 66. Minute doppelt und brachte frische Beine: Miroslav Medved und Sebastien Boissieu sollten nochmal Tempo bringen. Doch außer einem Schuss von Kuzmanovic (52.) und einem späten Versuch von Stevic (81.) blieb es bei harmlosen Ansätzen.

Smederevo dagegen drückte, kombinierte, verzweifelte - Colosimi, der linke Stürmer, schoss in der 83. Minute aus guter Position über das Tor, und selbst Verteidiger Graysmark probierte es mehrfach aus der Distanz. Das Publikum feuerte an, die Trommeln dröhnten, aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

In der 75. Minute kam der 18-jährige Marko Komljenovic ins Spiel, sah dann elf Minuten später die Gelbe Karte - jugendlicher Eifer, könnte man sagen. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", erklärte er hinterher mit einem Grinsen, das seine Unschuld betonte, während auf seinem Schienbein noch der Abdruck des Balles prangte.

Kurz vor Schluss durfte sich sogar der 17-jährige Ersatztorhüter Branislav Ivanovic noch ein paar Minuten Profiluft schnuppern, als er für Jakub Drizdal eingewechselt wurde. Ein symbolischer Moment: Smederevo setzt auf die Jugend - und das mit Stil.

Am Ende blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das beiden Teams irgendwie schmeichelte. Smederevo hatte mehr vom Spiel, Cacak den besseren Start. "Ein gerechtes Unentschieden", befand Pfaff. "Aber wenn der Linienrichter bessere Schuhe gehabt hätte, hätten wir vielleicht gewonnen."

Der neutrale Zuschauer ging jedenfalls nicht unzufrieden nach Hause. 90 Minuten Fußball mit Tempo, Emotion und ein bisschen Chaos - das ist schließlich, wofür man ins Stadion geht. Und wer weiß: Vielleicht trifft der junge Kujovic beim nächsten Mal wieder, diesmal aber auf der richtigen Seite.

Ein Punkt für jeden, ein Lächeln für die Statistik - und ein Spiel, das zeigt: Auch in der 1. Liga Serbien wird mit Herz gespielt, nicht nur mit Füßen.

26.09.643993 06:20
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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