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Remis mit Drama: Sud America und Franja Danubio teilen sich die Punkte

Manchmal sagt ein 1:1 mehr über ein Fußballspiel als ein 5:4. Das Duell zwischen Sud America und Franja Danubio am 25. Spieltag der 1. Liga Uruguay war ein solcher Fall: intensiv, unvorhersehbar und mit einer ordentlichen Prise Chaos gewürzt. 53.965 Zuschauer im Estadio Parque Artigas sahen einen Abend, der alles bot - außer einen Sieger.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass Sud America unter Trainer Wilhelm Reich keine Lust auf vorsichtiges Abtasten hatte. Offensiv, leidenschaftlich und bisweilen mit der Eleganz eines Presslufthammers stürmten die Gastgeber los. Nach nur zwölf Minuten belohnten sie sich: Marcio Hermenegildo, der flinke Rechtsaußen mit der Haarpracht eines Rockgitarristen, jagte den Ball nach feinem Zuspiel von Benjamin Boyle ins Netz. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich, ich wollte eigentlich flanken", grinste Hermenegildo nach dem Spiel und klopfte sich selbst auf die Brust.

Franja Danubio schien kurz geschockt, fing sich aber schnell. Trainer Diego Cristilli schrie von der Seitenlinie "Más presión!", und seine Elf nahm ihn beim Wort. Reece Chamberlain prüfte den Torhüter Marcos Diez gleich zweimal, doch der parierte mit Katzenreflexen. Dann, in der 43. Minute, fiel der verdiente Ausgleich: Adriano de Vivar, der unermüdliche Antreiber im Mittelfeld, traf nach Vorarbeit von Felipe Guillen aus rund 18 Metern - ein Schuss wie ein Orkanstoß. "Ich wollte gar nicht so fest draufhauen", sagte de Vivar später bescheiden. "Aber der Ball hat wohl andere Pläne gehabt."

Zur Pause stand es 1:1, und die Fans gönnten sich eine Mate-Pause, während beide Trainer taktisch nachjustierten - wobei Reich eher an der Körpersprache seiner Spieler arbeitete. "Ich hab ihnen gesagt: Denkt dran, ihr spielt Fußball, kein Schach", lachte der Coach nach dem Spiel.

Die zweite Halbzeit bot Chancen im Minutentakt. Sud America feuerte aus allen Lagen - insgesamt 14 Torschüsse, während Danubio mit 13 kaum nachstand. Hermenegildo blieb ein steter Unruheherd, Jaime Viana verpasste in der 73. Minute aus kurzer Distanz die Führung, und Juanito Nene prüfte in der 84. Minute noch einmal den Gästekeeper Fernando Costa, der mit einer Glanzparade rettete.

Doch die Gäste hatten mehr Ballbesitz (55 Prozent) und wirkten in den letzten Minuten frischer. Der eingewechselte Charles Armstrong kam gleich zweimal (89. und 93. Minute) gefährlich zum Abschluss, scheiterte aber jeweils hauchdünn. Nach dem zweiten Versuch schimpfte er lautstark in Richtung Himmel: "Wenn der nicht reingeht, dann weiß ich auch nicht mehr!" - das Mikrofon von Kanal 7 fing jedes Wort ein.

Sud America musste kurz vor Schluss noch einen Schreckmoment überstehen: Xavi Derlei, der quirlige Linksaußen, blieb nach einem Zweikampf liegen und musste behandelt werden. Reich kommentierte trocken: "Er hat mehr gelitten als ich beim Steuererklärungmachen, aber es wird schon."

Es blieb beim 1:1, und auch wenn die Punkteteilung leistungsgerecht war, fühlte sie sich für beide Seiten anders an. Franja Danubio, mit mehr Kontrolle und Passsicherheit, verpasste die Krönung ihrer spielerischen Überlegenheit. Sud America dagegen ärgerte sich, aus der frühen Führung zu wenig gemacht zu haben.

Statistisch las sich das Spiel wie ein Spiegelbild: Sud America mit etwas mehr Zweikampfquote (51,3 Prozent), Danubio mit der feineren Klinge im Aufbau. Und während die Gäste am Ende auf "offensiv" umschalteten und alles nach vorne warfen, sah man bei Sud America eher den Modus "Hoffentlich pfeift der bald ab".

Nach dem Abpfiff klatschten sich beide Teams fair ab, und selbst die Trainer zeigten Humor. Cristilli meinte: "Ein Punkt ist besser als ein gebrochener Fuß", während Reich konterte: "Kommt drauf an, wessen Fuß."

So endete ein Abend, der kein Feuerwerk der Effizienz, aber ein Fest der Emotionen war. Ein Spiel, das man nicht wegen der Tore, sondern wegen der Gesten, der Grätschen und der Grimassen behalten wird.

Vielleicht war es also gar kein gerechtes Unentschieden - sondern ein poetisches. Und wer weiß, vielleicht lächelte der Fußballgott genau deswegen.

25.06.643993 22:08
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Branco tanzt und ich grätsche. Das ist der Unterschied zwischen Kamerun und Norwegen.
Jan-Aage Fjörtoft
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