Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Rad Belgrad dreht das Spiel - Helmut Strauss schreibt das Drehbuch selbst

Rad Belgrad hat am Freitagabend im heimischen Stadion vor 59.000 begeisterten Fans den 22. Spieltag der 1. Liga Serbien mit einem 2:1-Sieg gegen Banja Luka beendet - und das nach einem Rückstand, einer Gelb-Roten Karte für den Gegner und einem Mann, der sich für den Abend unsterblich machte: Helmut Strauss. Zwei Tore, ein breites Grinsen, und ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingeht: "Ich wollte einfach nicht, dass wir hier verlieren. Punkt."

Doch der Reihe nach. Banja Luka kam mit breiten Schultern und einer Flügeloffensive nach Belgrad, die von Beginn an flatterte wie ein unruhiger Schwarm Möwen. Rad Belgrad hingegen begann - ganz im Stil von Trainer Thomas Kuzi - offensiv, aber nicht übermotiviert. "Wir wussten, dass sie gerne über außen kommen. Also haben wir sie machen lassen - und dann zugeschlagen, wenn’s weh tut", grinste Kuzi später verschmitzt.

In der elften Minute schmerzte es allerdings erstmal die Gastgeber. Jorge Costa, der flinke Linksaußen der Gäste, traf nach Vorlage von Vicente Dominguez zur verdienten 1:0-Führung für Banja Luka. Ein Sonntagsschuss an einem Freitagabend, genau ins lange Eck. Belgrads Torhüter Tomas Zak streckte sich vergeblich und murmelte später: "Ich hab’ die Flanke gerochen, aber der Ball hatte einfach was Magisches."

Danach dominierte Banja Luka das Geschehen - zumindest auf dem Papier. 57 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse und ein Auftritt, der bis zur Pause nach Auswärtssieg roch. Doch Fußballspiele werden selten nach Ballbesitz entschieden, und schon gar nicht in Belgrad.

Nach der Pause kam Rad wie verwandelt aus der Kabine. Man hatte das Gefühl, Trainer Kuzi habe den Pausentee mit einem Schuss Nitro angereichert. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff kombinierten sich Zoran Duljaj und Helmut Strauss über rechts - und Strauss vollendete trocken zum 1:1. Die 59.000 im Stadion sprangen auf, als hätte jemand den Strom wieder eingeschaltet. "Wir haben uns in der Kabine nur angeschaut und gesagt: Jetzt zeigen wir ihnen mal, wer hier zu Hause ist", verriet Strauss später mit einem Augenzwinkern.

Banja Luka hingegen verlor zunehmend die Kontrolle - und dann auch einen Spieler. Der junge Finne Mika Ukkonen, der schon in der 38. Minute Gelb gesehen hatte, leistete sich in der 57. Minute ein ungeschicktes Foul. Schiedsrichter Petrovic zückte konsequent Gelb-Rot. Trainer Stojko Blombovic schlug die Hände über dem Kopf zusammen und polterte nach dem Spiel: "Das war kein Foul, das war maximal ein höflicher Körperkontakt!"

In Unterzahl war Banja Luka plötzlich ein Schatten seiner selbst. Zwar blieben sie kämpferisch, aber Rad Belgrad witterte Blut. Der Druck nahm zu, die Fans sangen sich in Ekstase, und in der 75. Minute war es erneut Strauss, der das Stadion zum Beben brachte. Nach einer Ecke von Innenverteidiger Matthew McGowan (ja, wirklich!) stand Strauss goldrichtig und köpfte zum 2:1 ein. "Ich hab’ gedacht, der McGowan flankt den ins Aus," lachte Trainer Kuzi, "aber Helmut hat halt Antennen für sowas."

Banja Luka versuchte danach, den Schalter umzulegen - doch ohne linken Verteidiger und mit müden Beinen war das Unterfangen eher ein Stolpern als ein Stürmen. Andrade prüfte Zak noch zweimal, doch der Belgrader Keeper parierte sicher. In der 90. Minute brachte Blombovic noch den 18-jährigen Marko Jovanovic, doch der durfte kaum den Rasen betreten, da pfiff der Schiedsrichter ab.

Statistisch blieb Banja Luka überlegen, aber am Ende zählte nur das Ergebnis: 2:1. "Wir haben mehr vom Ball gehabt, sie mehr vom Leben", sagte Blombovic trocken auf der Pressekonferenz - und erntete Gelächter.

Belgrad dagegen feierte den dritten Heimsieg in Folge. Strauss wurde zum Mann des Abends gewählt, und selbst der sonst wortkarge Kapitän McGowan zeigte sich euphorisch: "Wenn du siehst, wie der Junge rennt und schießt, dann weißt du: Heute geht was."

Zum Schluss fasste Trainer Kuzi das Spiel so zusammen, wie es wohl jeder Rad-Fan empfand: "Am Anfang haben wir geschlafen, in der Mitte gekämpft - und am Ende einfach gewonnen. Klingt nach einem guten Freitag."

Und so endete ein Abend, der wieder einmal bewies: In Belgrad ist Fußball keine Mathematik, sondern pure Emotion. Wer hier führen will, sollte besser schon mal den Wecker stellen - denn Rad Belgrad wacht immer irgendwann auf.

12.10.643987 08:10
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